Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Honeymoon 2010 - lang, lang ist es her!

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Fredy
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Grand Canyon

Hallo D

Klasse Schilderung einer tollen Tour. Dein Fazit kann ich nur unterschreiben. Ich versuche das immer und immer wieder rüber zu bringen. Manchmal erfolgreich und manchmal weniger.

lieber einen Ort etwas intensiver erleben, als zwei "Highlights" im Vorbeigehen. So sind z.B. zwei Übernachtungen und damit ein ganzer Tag am Grand Canyon das Minimum, gerne auch länger!

Nachdem wir das Glück hatten 2 x einen Schlafplatz in der Phantom Ranch zu bekommen und wir auch die Plateau-Point-Wanderung einmal gemacht haben, kann ich Dir sagen, dass Du noch viel Zeit hast Deine Pläne reifen zu lassen. Im Südwesten gibt es neben dem Grand Canyon noch viele, viele Möglichkeiten für solch magischen Momente und Glücksgefühle die man verspürt wenn man etwas Ausserordentliches erlebt hat. Es ist so unglaublich schade, dass viele Leute das verpassen - wobei es selbstverständlich nicht die Grand Canyon Wanderung sein muss.

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

Dernibald
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Flasche & Gratwanderung

Hallo!

Bernhard, selbstverständlich haben wir die Glasflasche ordnungsgemäß entsorgt. Und auch nur in einer braunen Papiertüte transportiert, damit auch ja jeder sieht, dass wir Alkohol dabei hatten.

Fredy, die Balance zu finden zwischen möglichst viel sehen (was verständlicherweise jeder will) und das Gesehene auch noch geniessen zu können, die ist sehr schwierig zu finden. Eine Gratwanderung halt, man muss das Gleichgewicht in beiden Richtungen halten. Ich habe zur Zeit eher die Angst "zu wenig" in meine Route 2013 reinzupacken...

Dernibald
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Beigetreten: 31.08.2012 - 21:16
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Ein straffes Programm, alles läuft rund, nur wir nicht! (15.05.)

Nach den Anstrengungen des gestrigen Tages steht heute wieder ein straffes Programm auf dem Plan. Allerdings körperlich nicht so sehr anstrengend, und das ist auch gut so. Da es draußen um 7 Uhr morgens noch a...kalt ist, beschließen wir erstmal loszufahren und später bei besserem Wetter draußen zu frühstücken. Wir verlassen den Park also nach Osten, klappern die Viewpoints ab, schießen ein paar Fotos und sehen uns beim letzten View-Point den Turm an. 500m vom Parkplatz, was eine Qual. Meine Oberschenkel fühlen sich an, als seien sie so dick wie die von Erik Zabel. Oder die von Robert Förstemann. Woher das nur kommen mag?!? Einen Picknicktable finden wir nicht und fahren weiter.

 

Irgendwann dann auf nem Schotterparkplatz neben einer Nativ-American-Siedlung im Ronny gefrühstückt. Na toll. Der Hunger hatte die Oberhand gewonnen. Um 11:11 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz des Lower Antelope Canyon, den ich nach langer Recherche dem Upper vorzog. Für alle die schon da waren: Ihr wisst was wir bei strahlend blauem Himmel zur Mittagszeit gesehen haben. Für alle die, die noch nicht da waren: Nehmt die 26$ pro Nase in die Hand, denkt nicht darüber nach dass das eigentlich für die Leistung zu viel ist, und genießt das was ihr seht. Uns hat im übrigen die "normale" Tour gereicht, ohne Stativ, Fotopass und dem Gedöns alles. Wir haben uns etwas zurückfallen lassen, was unseren 16 jährigen Guide auch nicht wirklich interessiert hat. So haben wir ausreichend Momente alleine geniessen können. Die Gegend um Page hat ja sehr viele Highlights, von denen wir nicht viele gesehen haben, die Entscheidung den Lower Antelope Canyon zu besichtigen haben wir aber definitiv nicht bereut.

Weiter also zum nächsten Programmpunkt. Horseshoe-Bend. War die Klettertour durch den LAC schon teils anstrengend für die Oberschenkel, der Weg durch den Sand bis zum Hufeisen bei gefühlten 40 Grad (Celsius, nicht Farenheid) setzt dann nochmal das i-Tüpfelchen. Aber wir geben uns keine Blöße und bald stehen bzw. liegen auf dem Bauch an der Klippe und sind sprachlos. Einfach gigantisch und schön. Gigantisch-schön quasi.

 

Ich beobachte eine kleine Nussschale die um die Ecke biegt und Flußabwärts den Colorado langschippert. Im Scheitelpunkt legt das Bötchen an und die beiden Insassen legen sich in die Sonne auf den Sand. Da bin ich mir sicher: Das will ich auch mal machen.... Wir träumen noch ein wenig und stapfen dann zurück. Auf dem Gipfel der riesigen Düne kurz vor dem Parkplatz werde ich ungewollt Zeuge eines Dialoges in meiner Muttersprache: "Boah, ne, so weit? Da bekommen mich keine 10 Pferde runter!" - "Das geht ja nur durch Sand!". Gesagt getan, die beiden gehen zurück. Vielleicht sollten wir mal eine Petition starten, dass der Weg geteert wird, eine Shuttleservice mit Golf-Caddys eingerichtet wird und dann eine kleine Gebühr von 19,50 $ p.P. erhoben wird. Dann kommen alle Leute in den Genuss dieses Highlight.

Nach einem kurzen Einkaufsstopp halten wir am Glen Canyon Damm. Dort halten wir uns aber nicht allzulange auf, die Tour soll ja empfehlenswert sein, wir beschränken uns aber daruf die Größe dieses Bauwerkes ein wenig auf uns wirken zu lassen und ich frage mich warum beim Hooverdam so ein Sicherheits-Tam-Tam gemacht wird und hier nicht? Kann man in Vegas mehr menschen töten wenn man den Damm sprengt? Mir ist es recht, dass es hier so beschaulich ist und wir fahren zum Wahweap. Der Lone Rock ist bestimmt reizvoller, aber WLAN, Strom und Laundry haben auch ab und an was für sich. Und schlecht ist der Platz bei weitem nicht. Wir parken ein, ziehen Badehose und Flip-Flops an und gehen zum Strand. Irgendwie ist uns nicht so recht nach schwimmen zu Mute und wir spazieren in Richtung Utah und der Marina dort. Als wir dort ankommen sind alle Schotten dicht, nur ein Aufpasser sitzt auf einem Stuhl und schläft. Harter Job. Wir schlendern zurück, durch die Bewegung ist der Muskelkater wie weggeblasen. Zum Abendessen gibt es Burger vom Grill, Salat, Ranch Dip (Great Value Walmart - Bester Dip ever), noch mehr Sachen vom Grill, Brot und einen Kanister Bud. Die Amis nennen es "Can".

(Das soll kein Trauerrand sein, ich wollte nur den Burger auf dem Bild haben... Und unser Plastikgeschirr)

Der Rest ist Camper-Routine: Draussen sitzen, Wäsche zur Laundry bringen, Sterne zählen, (Die Amis haben nicht nur 50 mehr auf ihrer Flagge als wir, sondern auch dreimal so viele am Himmel) über das Erlebte des Tages resümieren und noch einen kurzen Schlummertrunk nehmen. Herrlich!

Fazit des Tages: Alles war so wie vor Monaten zuhause geplant. Und trotzdem war es überhaupt nicht "langweilig". Spontan sein zu können, die Pläne ändern, das ist ein großer Vorteil an einer RV-Reise, aber ein bisschen vorplanen, das muss schon sein. Das Leben ist schön.

robbelli
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Beigetreten: 07.09.2012 - 07:53
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Ich muss schmunzeln...

Hallo Torsten,

was für ein schöner Reisebericht! Und dabei ist es völlig egal, dass die Reise "schon" 2010 stattfand. Hätte genauso gut auch vor zwei Wochen sein können.

Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut. Mir rutschen ständig beide Mundwinkel nach oben und ich bin am Dauerschmunzeln...

Zu eurem Erlebnis am Grand Canyon kann ich nur sagen: mir ging im letzten Jahr genau der gleiche Gedanke durch den Kopf. Von oben runter schauen ist eine Sache, aber im Canyon ein Stück weit zu wandern, hat etwas absolut Magisches...
Wir sind mit unseren Jungs (damals 14 und 5 Jahre alt) den recht kurzen Trail zum Ooh-Aah-Point gelaufen. Zwar steil, aber nicht sehr lang. In 40 Minuten waren wir dort (wobei das auch schneller geht, aber unser Kurzer hat natürlich das Tempo bestimmt). Dort verweilten wir ca. 1,5 Stunden und sind dann in schönster Abendstimmung mit allmählich untergehender Sonne wieder zum Rim hoch gelaufen...TOLL! Und auch da habe ich für mich entschieden: Hier komme ich nochmal her, und dann will ich eine viel ausgedehntere Wanderung durch den Grand Canyon machen. Ich weiß noch nicht, wann, aber der Tag wird kommen!

Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung deines Berichtes!

Liebe Grüße

Elli
Scout Womo-Abenteuer.de

Dernibald
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Beigetreten: 31.08.2012 - 21:16
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Torsten & Heinzelmännchen

Hallo Elli!
Danke für deine lobenden Worte, aber wie kommst du auf Torsten???

Und welches Heinzelmännchen hat über Nacht die Link-Übersicht in den ersten Beitrag eingefügt? Danke!

Dernibald (definitiv nicht Torsten!)

Fredy
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Beigetreten: 21.08.2009 - 14:53
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Zu wenig

Hallo D

Ich habe zur Zeit eher die Angst "zu wenig" in meine Route 2013 reinzupacken...

Das habe ich in meiner langjährigen Forentätigkeit (nicht nur hier in unserem Forum) überhaupt noch nie erlebt, dass jemand zu wenig in seine Route gepackt hat. Allein zwischen Las Vegas und der Moab-Gegend könnte ich Dir locker eine 6 Wochen-Tour füllen. Wir waren im letzten Frühling 3 Wochen nur auf dieser Strecke unterwegs und ein Ranger erzählte mir in Escalante, er könnte mir einen ganzen Urlaub nur hier füllen. Ich habe ihm das sogar geglaubtSmile Ich bin aber sicher, Ihr macht das schon richtig.

Ich nehme an das Heinzelmännchen war Claude (cBerti). Bei einem Reisebericht sind so Links zu den einzelnen Tagen sehr wertvoll. Jemand der den Bericht als Planungshilfe verwendet, kann so gleich zu dem ihn interessierenden Abschnitt springen.

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

cBerti
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Beigetreten: 25.06.2010 - 14:34
Beiträge: 4112
Heinzelmännchen

Hi,

ja Fredy hat recht, ich war das Heinzelmänchen Wink . Ich habe die Titel, obschon deine Orriginaltitel mir sehr gut gefallen, in der Tabelle ein bisschen aussagekräftiger gemacht. So ist es einfacher für spätere Planer, den für sie interessanten Beitrag zu finden.

Danke für deinen kurzweiligen Bericht Smile

Mat frëndleche Gréiss, Claude
Scout Womo-Abenteuer.de
______________________________________
In the end, it’s not the years in your life that count. It’s the life in your years.

robbelli
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Beigetreten: 07.09.2012 - 07:53
Beiträge: 8624
Tschuldigung!!

Hallo Dernibald,

oh Mann, ist mir das peinlich...! Tut mir sehr leid, dass ich dir einen falschen Namen verpasst habe! Siehste, das passiert, wenn man viel länger und viel mehr im Forum liest, als gut für einen ist.Wink

Ich hoffe, du nimmst mir das nicht allzu übel.

Liebe Grüße

Elli
Scout Womo-Abenteuer.de

Dernibald
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Beigetreten: 31.08.2012 - 21:16
Beiträge: 161
....

Hallo!

Fredy, ich bin mir auch sicher, dass es nicht zu wenig wird. Habe nur gerade das Gefühl, dass die in meinem Kopf befindliche "2.000-Meilen-Grenze" dazu führt, dass ich irgendwann, irgendwo auf nem Campground sitze und denke: "Mensch, die drei Tage und 200 Meilen für den Black Canyon of the Gunisson hättest Du auch noch gehabt"...

Claude, Du darfst in der Übersicht gerne die Titel ändern wie es Dir beliebt, wenn es irgendwann irgendwem helfen könnte.

Elli, absolut kein Problem. Diese Verwirrung nach Stundenlangen Infos aus zig-Quellen, die kenne ich auch. Und ich bin ja auch selber Schuld, dass ich meinen reichtigen Namen nicht angegeben habe! Alles ist gut!

Didi
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Beigetreten: 25.08.2009 - 23:52
Beiträge: 6830
Klasse!

Hallo Dernibald,

ich habe gerade die bisherigen Tage deinen Reisebericht  in einem Rutsch gelesen und finde diesen wirklich gelungen geschrieben! Die Schilderungen und das Fazit kann ich gut nachvollziehen. 

Jetzt bin ich gespannt wie es weitergeht und natürlich auch - wie es 2013 bei Euch weitergeht, schliessich fahren wir zeitversetzt in dieselbe Gegend.

Liebe Grüße
   Didi
Präsident des Vereins Abenteuer Wohnmobil

Man muss Träume auch mal in die Tat umsetzen, ansonsten bleiben es Träume