Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Honeymoon 2010 - lang, lang ist es her!

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Bernhard
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Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
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Große Hikes

Hallo Elli,

nehmt euch einen der beiden großen Hikes vor: Angels Landing für die Furchtlosen -- oder Observation Point für die  mit Sicherheitsbedürfnis Wink -- beide ergeben am Ende einen herrlichen Blick in den Canyon, den ihr nicht vergessen werdet. Und zum Abschluss noch den Hike zum Canoyn Overlook direkt hinter dem Tunnel (die kleineren Hikes je nach Lust und Laune)

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

robbelli
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Beigetreten: 07.09.2012 - 07:53
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Hiking Tipp Zion

Hallo Elli,

nehmt euch einen der beiden großen Hikes vor: Angels Landing für die Furchtlosen -- oder Observation Point für die  mit Sicherheitsbedürfnis Wink -- beide ergeben am Ende einen herrlichen Blick in den Canyon, den ihr nicht vergessen werdet. Und zum Abschluss noch den Hike zum Canoyn Overlook direkt hinter dem Tunnel (die kleineren Hikes je nach Lust und Laune)

Hallo Bernhard,

vielen Dank für den Tipp!

Angels Landing wäre im letzten Jahr der Trail meiner Wahl gewesen... Leider konnte ich unsere Kinder nicht dazu bringen, dafür um 6 Uhr aufzustehen...

Zu ihrer Verteidigung bleibt zu sagen, dass wir zwei Tage zuvor im Bryce den Fairyland Loop Trail gelaufen sind. Und das steckte ihnen noch etwas in den Knochen...

Wir haben uns im Zion dann für den Hidden Canyon Trail entschieden, den wir alle ganz toll fanden.
Aber nächstes Jahr ist Angels Landing ein Muss (sofern es die Wetterbedingungen zulassen). Notfalls gehen wir ohne Kinder.

@dernibald
sorry für off topic

Liebe Grüße

Elli
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cbr1000
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Beigetreten: 01.09.2010 - 15:42
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Verbrauch

 

Beim obligatorischen Tanken fällt mir die Kinnlade runter. 90$. Was? In zwei Stunden? Über 20 Gallonen? Da kann was nicht stimmen.

 

Bei einem 150 PS - Außenborder laufen gut 0,8 - 1,5 l pro km durch die Einspritzdüsen, je nach Fahrweise Wink Mit 10 Gallonen bist du da ganz gut weggekommen..........

 Schön, dass ihr auf Angels Landing wart, ein Highlight im Zion Smile


Il mondo è un libro. Chi non viaggia ne legge una pagina soltanto( St. Agostino)

Viele Grüße

Christian
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Peter
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Beigetreten: 25.08.2009 - 20:51
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Hallo Elli, Angels Landing 

Hallo Elli,

Angels Landing  war bei unserem 3. Besuch im Zion auch ein Muss. Aber.... wir sind um 6:00 Uhr mit dem ersten Shuttle gefahren und im Schatten hochgelaufen bis,  ja die Meisten von uns nur bis unterhalb des Gipfels, dann war es für uns zu gefährlich. Einer unserer Truppe hat es aber bis oben hin gewagt.

Observation Point ist wohl etwas höher aber auch sehr empfehlenswert zu laufen. Aber auch dort gillt , je früher je schattiger.

Liebe Grüße Peter

 

 

Dernibald
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Beigetreten: 31.08.2012 - 21:16
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Außenborder & Angels Landing

Hallo Christian!

Danke für die Info, habe ich zum Anlass genommen mich ein bisschen schlau zu machen. Mit der amtlich anerkannten "Lineal-auf-dem-Bildschirm-Messung" (LadBM) über googlemaps habe ich herausfinden können, dass wir ca. 40 km zurückgelegt haben. Da wir 2 Stunden unterwegs waren, folglich 20 km/h im Schnitt, zumeist aber geruhsam. Wenn ich also von 1l/km ausgehe, dann passt das mit den 10 Gallonen die wir bezahlt haben also.

Ich denke nicht, dass wir einen großen Gewinn gemacht haben, aber zumindest wurden wir auch nicht übervorteilt. Und sich 2 Jahre später über plus/minus 10 $ bei einer 250$-für-zwei-Stunden-Spassveranstaltung Gedanken zu machen ist einfach überflüsssig.

 

Hallo alle gelandeten Engel! (oder die, die noch landen wollen)

Ich freue mich, wenn mein alter Bericht noch zu aktuellem Meinungsaustausch führt. Angels Landing ist wirklich ein Highlight, aber ich wollte mit meiner Schilderung auch darauf hinweisen, dass man diesen Trail nicht auf Biegen und Brechen durchziehen sollte. Wenn es zu voll ist, ggf. droht zu regnen (Rutschgefahr!) oder einfach bei einem schlechten Bauchgefühl: NICHT raufgehen! Auch mit Kindern bis zu zwölf Jahren (ok, die Altersgrenze ist wohl sehr individuell) würde ich da definitiv NICHT hoch.

robbelli
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Beigetreten: 07.09.2012 - 07:53
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Angels Landing

Auch mit Kindern bis zu zwölf Jahren (ok, die Altersgrenze ist wohl sehr individuell) würde ich da definitiv NICHT hoch.

Wenn du wüsstest, wo unser Zwerg schon überall war...

Aber natürlich mit Klettergurt und am Seil, das versteht sich von selbst!

 
Hmmmm, vielleicht sollte ich mich doch nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn möglicherweise unterschätze ich die "Gefährlichkeit" des Trails, oder aber die Ausdauer, die dafür erforderlich ist.

Den Hidden Canyon Trail sind wir gelaufen, der war stellenweise sehr ausgesetzt und mit Ketten zum Festhalten versehen. Als besonders anstrengend haben wir den Trail nicht empfunden. Abgesehen von evtl. Rutschgefahr bei Angels Landing oder aber der Anstrengung, da der Weg steil ist...kann man den Trail in irgendeiner Form mit dem Hidden Canyon Trail vergleichen?

Liebe Grüße

Elli
Scout Womo-Abenteuer.de

Dernibald
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Beigetreten: 31.08.2012 - 21:16
Beiträge: 161
20.05.2010: Welcome to Sin City

Der Tag begann geruhsam. So richtig steht für heute nichts auf dem Programm, außer der Fahrt nach Las Vegas. Verpasst haben wir also solche Highlight wie den Snow Canyon, das Valley of Fire und vieles andere. Bei besserer Planung hätte ich wohl zumindest einen Stop auf dem Weg nach Vegas eingebaut. Der Vorteil: jetzt ist noch mehr für zukünftige Routen übrig…

Tanken und Einkaufen in St. George (oder Hurricane, ich weiß es nicht mehr, ist aber auch nicht wichtig) sind schnell erledigt und es geht die Interstate Richtung Las Vegas. Sommer, Sonne, die Musik laut aufgedreht, Las Vegas ruft, wir kommen in Partystimmung! Das ist auch gut so, denn für die zwei kommenden Tage / Nächte ist nichts fest geplant. Am nachmittag erreichen wir den KOA Circus Circus, bei diesem Platz scheiden sich ja die Geister. Also Basis um zu Fuß den Strip zu erkunden ist es ok. Aber wenn man aus dem Zion kommt, ist das ganze schon ein Schock. Unter der Woche würde ich in der Nachbetrachtung eher ein (günstiges) Hotel buchen, aber so richtig toll finde ich so eine Unterbrechnung des WoMo-Urlaubs auch nicht.

Wie dem auch sei, wir beziehen unsere "Site" und legen uns erstmal ein bisschen an den Pool (auch kein Tipp), waschen Wäsche und ich lese diverse Prospekte und Super-Sonderangebote. Völlige Reizüberflutung! Mein Fazit nach einer Stunde Lektüre: Es ist ALLES möglich, zu JEDER Zeit. Wie findet man da das was man will? Ich bin leicht frustriert und die Party-Laune ist im Eimer. Da es inzwischen schon 20 Uhr ist und wir Hunger haben, entscheiden wir uns spontan das Buffet im Circus Circus zu testen. Vorteile: Nah und günstig. Gesagt, getan. Nach 500m über irgendwelche Laufbänder (ich komme mir vor wie auf dem Messegelände in Frankfurt), stehen wir irgendwo im Circus Circus Hotel und oder Casino. Spieltische, Automaten, Menschenmassen, bunte Lämpchen. Baff. Hilfe! Was ein Chaos. Kurz geschüttelt und das Buffet gefunden, 100m Schlange. Ohne uns.

Irgendwo anders im Bauch des Hotels finden wir eine Pizzeria, ohne Schlange. Alles ein bisschen schäbbig, aber wer diverse Pommes-, Pizza und Dönerbuden zwischen Duisburg und Dortmund kennt (und teilweise liebt), den schreckt das nicht ab. Die Pizza schmeckt dann auch absolut top, die Wings aufgrund der Sauße nicht so. Aber egal, eine normale Ami-Pizza reicht für zwei hungrige Mägen ja allemal. Supersize me.

Am Ausgang entdecken wir eine Art Kiosk, der auch Dosenbier und ähnliches verkauft. "If you stay outside on the strip, you can drink in public". Ja dann…

Die nächsten 6 Stunden lassen wir uns einfach treiben, durch das Meer an Gigantomanie und Verschwendungssucht. Durch Prunk und Armut, goldverzierte Läden und zerstörten Menschen. Mexikanische Frauen, die mir mit traurigen Augen eine Visitenkarte von einem "Escort-Service" in die Hand drücken, der blaue Himmel über Venedig, ein Rudel 18 jähriger völlig überstylter junger Mädels, die DEN Abend ihres noch jungen Lebens haben wollen. Irgendwo stecken wir ein paar Doller in einen Pokerautomaten, im Wynn opfere ich 20§ auf einem echten Roulette-Tisch, am Ende ist alles weg.

Fontänen am Bellagio, ein Cocktail to Go für 5$, den hat hier noch nie jemand gekauft, sagt der Barkeeper. Alle wollen für 10$ das gleiche, aber in einem riesigen Deko-Becher. Show 'n Shine. Wir landen im Rockhouse, Ladies Drinks for free, Musik ist aber nicht rockig. Stört keinen, außer uns. Schnell einen Cheesburger zur Stärkung, immer weiter. Um drei Uhr kommen wir wieder am Ronny an. Auf den letzten Metern ist der Trubel des Strips urplötzlich der Ruhe und Tristesse des KOA gewichen. Wir sind fertig, müde und völlig überwältigt von den Eindrücken. Ein Schlummertrunk in aller Ruhe und das wars dann.

Fazit des Tages: Las Vegas bei Nacht, das muss man gesehen haben! Einmal. Nicht mehr und nicht weniger.

Dernibald
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21.05.2010 Hiking im Großstadt-Dschungel

Hitze. Nach wenigen Stunden Schlaf ist die Nacht um 8 Uhr vorbei. Gefühlt 40 Grad im WoMo. Wegen befürchteter Geräuschbelästigung der Nachbarn (schwerer Irrtum wie sich rausstellte) hatten wir die Klimaanlage nicht angestellt. Aber wir wollen das beste draus machen und wollen zum Frühstücksbuffet. Dieses Mal haben wir Glück und eine Schlange am Eingang kaum vorhanden. Das Buffet ist riesig, unübersichtlich und durchschnittlich. Klar, hier wird jeder satt, aber richtig gut war es nicht. Seis drum.

Auch so rollen wir eine gute Stunde später aus dem Zirkus. Und jetzt? Der ursprüngliche Plan war mit dem WoMo zum Premium Outlet North (PON) zu fahren und zu shoppen. Aufgrund der "völligen Völlerei" der letzten 14 Stunden und des deswegen immens schlechten Gewissens fassen wir den Plan zu Fuß dort hinzugehen. Sind ja auch nur ein paar Blocks und ich habe mir die Lage und sämtliche Straßen gut eingeprägt.

Um es vorweg zu nehmen: Es war der schwierigste Hike des gesamten Urlaubs. Grand Canyon? Es gibt zwei Möglichkeiten, erst runter, dann rauf. Das hat man schnell verinnerlicht. Angels Landing? Genau umgekehrt, erst rauf, dann runter. Easy, das kann jeder. Aber vom Circus Circus zum Premium Outlet North? Fünf Straßen, aber drei Industriegebiete, tausend Autos, zwei Sackgassen und: Null Fußgängerwege. Ich hatte im Vorfeld ja "Schauermärchen" gehört, a la "die Amis fahren selbst zum Geldabheben durch den Bank-Drive-In", aber so wirklich verinnerlicht hatte ich das nicht. So tasten wir uns langsam nordwärts, gehen einige Meter vergebens, kommen uns vor wie die letzten Idioten die in der Sonne durch staubige Straßen herumirren und sind dann völlig verzweifelt, als wir plötzlich, endlich in Sichtweite der Parkdecks direkt gegenüber der Straße vor einem Zaun stehen. Das darf doch wohl nicht wahr sein!

Die Sonne brennt inzwischen so sehr, dass ich befürchte mir über kurz oder lang einen Sonnenstich einzufangen und bin halb verdurstet. Ausschließlich also aus Gründen der Gesunderhaltung klettern wir mehr oder minder galant über den Zaun, das ist Urlaub! Irgendwo in der Südsee mit Cocktail in der Hand unter einem Bambus-Schirm zu sitzen kann jeder, aber wer ist schonmal in einem heruntergekommenen Gewerbebetriebshinterhof in Las Vegas über einen Zaun geklettert? Wir! Zugegebenermaßen sind wir aber auch ein Stück erleichtert als wir wenige Minuten später das PON erreichen und ich eine der leckersten Cokes der Menschheitsgeschichte trinke!

Das Positive: Wir fühlen uns nicht mehr vollgefressen und rund, sondern voller Tatendrang. Was jetzt kommt, kennt wohl jeder: Schnäppchensuche und Reizüberflutung. Columbia, Levi's, Nike und adidas. Das sind die Läden an die ich mich erinnern kann wo zumindest ich was gefunden habe. Den Rückweg wollen wir nicht wirklich zu Fuß antreten sondern wählen einen Bus. Nur welchen? Und welche Haltestelle? Wie das Glück es will machen wir dabei noch eine kleine Stadtrundfahrt und fahren quasi durch die Fremont Street, das "alte" Vegas. Da der Bus nicht direkt am Circus Circus hält, steigen wir am Sahara aus und durchwandern schwer bepackt die Wüste des Glücks. 

Auf der anderen Seite angekommen, erwartet uns ein Sandsturm. Kein Spaß, wir haben hart damit zu kämpfen um trotz Gegenwind und Sand in den Augen erreichen wir irgendwann den Ronny, die Oase im Wüstensturm. Jenny liest, ich schlafe ein wenig... Zum Abend fahren wir mit dem Deuce den Strip runter und gehen im Excalibur essen. Na ja, vielfältig und relativ günstig. Aber qualitativ max. Durchschnitt, abgesehen von der Soft-Drink Theke, die ist spitze! Wir gehen zum Hardrock-Cafe und besorgen uns zwei Shirts. Irgendwie ist die Luft raus. Mein Fazit zu Vegas habe ich ja gestern schon geschrieben. Wir schlendern dann den Strip wieder zurück zum Circus Circus. Schon gegen Mitternacht liegen wir im Alkoven.

Fazit des Tages: Das wars, Vegas! Wir freuen uns auf die nächste Station... 

Bernhard
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Beigetreten: 21.08.2009 - 15:31
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Las Vegas

Hi Derni,

ein wirklich einzigartiger "Hike " Wink  -- locker und lustig beschrieben -- man lernt nie aus ! Aber ihr seid angekommen und nicht in der Wüste verdurstet !

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Dernibald
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22.05.2010: The Road To Nowhere

Der Plan für heute war einfach: Fahren. Grunsätzlich hatte ich geplant am morgigen Tag über den Tioga Pass in den Yosemite NP einzufahren. Allerdings war dieser im Jahr 2010 bis Anfang Juni gesperrt, also war die Südroute über Bakersfield die einzige vernünftige Option. Schade, aber nicht zu ändern. 

Doch der Tag begann erstmal mit einem Erlbenis der anderen Art. Beim ab-hooken, traf mich der Schlag, ein elektrischer wohlgemerkt. Im Nachhinein auch nicht wirklich clever barfuß in einer Wasser lache zu stehen und mit dem Stromkabel zu hantieren. Wasser + Strom = Gefahr. Wasser + Strom + amerikanische CA-Technik = große Gefahr. Passiert ist zum Glück nichts, aber eine halbe Stunde war ich schon ziemlich zittrig und ich hatte leichte Taubheitsgefühle. Aber 2 1/2 Jahre später kann ich sagen: alles in Butter!

Um 9:30 Uhr kommen wir endlich los, vor uns liegen hunderte Meilen. Noch kurz tanken, bevor es zu einsam wird. Tankstelle mit 30 Zapfsäulen, alle belegt. Ich fahre hinter einen Pick-Up mit Anhänger. Zwei Damen haben da schon den Rüssel drin, die müssten also bald fertig sein. Pustekuchen. Es wird erst noch mit der Scheibenfletsche jeder Winkel der Fenster gesäubert, der Rüssel steckt. Da kann doch so lange nix kommen? Wie kann man ungelogen 15 Minuten an der Säule stehen und die Fenster sauber machen wenn jemand hinter einem steht? Nach einer Gründlichen Inspektion des Gespanns, mit Blick ob wir nicht aufgefahren sind und 2 Minuten Motor warm laufen lassen dann vom Hof. Endlich. Karte rein, Rüssel raus – nix. ZIP Code angefordert, weder die PLZ wo die Karte in Deutschland registriert ist, noch 90210 wird akzeptiert.

Also zur nächsten Tanke, Straße runter. Wieder ZIP-Code abgefragt, geht auch nicht. Aber da steht im Display: „Please contact cashier!“, leider gibt es den nicht. Ich habe die Schnauze voll und brause nach den „sinnlosesten 25 Minuten meines Lebens“ wieder auf die Bahn. Mitten im Nirvana in California taucht eine Tanke auf, 4 $ die Gallone und damit rund 30 % teurer als alle anderen. Egal, wir brauchen Stoff. Also für 40 $ dann mal 10 Gallonen einpacken. Geht nicht, ZIP-Code. Aber hier gibt es einen Bezahlraum wie in Deutschland bekannt, Jenny geht rein und macht ein Pre-Paid mit Karte klar. Bis Barstow geht also.

Das besondere heute: Wir fahren nicht, wir segeln. Immer hart im Wind. Das Lenkrad muss oft 90° in eine Richtung gedreht werden, damit man ungefähr geradeaus fährt, wenn der Wind dann nachlässt, fährt man eine „kleine“ Kurve. Sehr heikel, das ganze bei 120 km/h, aber so langsam haben wir uns an unseren Truck gewöhnt. Am späten Nachmittag ein kurzer Tankstopp für uns bei Jack in the box und Starbucks und weiter geht’s. Ach ja, unterwegs noch was sinnloses: Als wir schon ne Stunde in CA unterwegs sind, mit mehreren Abfahrten, kommt eine California-Einfuhr-Kontrolle, quasi eine richtige Grenze. Der „Zöllner“ fragt ob wir Obst dabei haben. Haben wir, zwei Äpfel. Die müssen wir zeigen, er inspiziert sie fachmännisch, fragt wo wir herkommen, „Vegas“, und wo wir wohnen, „Germany“. Sein Urteil: „Guten Tag!“, wir dürfen, mit Äpfeln, weiterfahren.

Für uns als mitteleuropäisch kulturell sozialisierten Menschen erscheinen viele Angewohnheiten, Freiheiten und Verbote der Amis als seltsam. So darf jeder Hinz und Kunz mit einem 150 PS Motorboot über den Lake Powell jagen, aber wehe als 30 jähriger möchte man in Utah 10 km weiter eine Dose Light-Beer kaufen. Da muss man Perso, Führerschein und weiß der Teufel was präsentieren, ernst in die Kamera blicken. Dann geht’s so gerade. In Deutschland braucht man einen 3-wöchigen Lehrgang mit Abschlussprüfung für viele € um ein 4-PS-Boot auf dem Kanal zu fahren, aber jeder 14-jährige bekommt an jeder Ecke so viel Schnaps wie er will.

Oder Tempolimit: Aus Deutschland kennen wir, 80 für LkW, und free ride für PkW. In den USA ist für alle 75 mph, also genau 120 kmh. Wenn man mit dem WoMo 120 auf der Bahn fährt, und ein 40-Tonner an einem vorbei brettert wird einem schon anders. Andere Länder, andere Sitten.

Gegen 19 Uhr Fresno erreicht, nach einigem hin und her auch einen Wal-Mart. Aber kein Super-Center, d.h. Lebensmittel gibt es nur begrenzt. Dafür ist gegenüber ein Foods, da gibt es Lebensmittel noch einen Tacken günstiger. Um halb neun, noch mal frisch getankt, mit Kreditkarte vorab im Häuschen, stellt sich die Frage nach dem Schlafplatz. Der Plan, einfach in Richtung Yosemite und den erstbesten Platz ansteuern. Das ist dann kurz vor Oakhurst ein KOA, nicht günstig, ca. 40 $, aber wir haben weder Lust noch weiter zu suchen oder irgendwo nachts von der Highway Patrol geweckt zu werden weil wir mitten in der Pampa stehen.

Also Night Check-In, ab auf P-10 und mexikanische Wraps gemacht. Beim Servieren bricht der Henkel der Pfanne, und das Hackfleisch fliegt auf Sitz und Boden. Egal, Dreck reinigt den Magen und Alkohol desinfiziert, also was soll schon geschehen.

Fazit des Tages:  Tanken stresst! Zumindest wenn man sich stressen lässt. 430 Meilen sind wir heute gefahren. Sehr anstrengend, sehr viel, zu viel. Ein reiner Fahrtag, aber das war uns bewusst. Unter dem Strich kann man sowas einmal im Urlaub machen. Es war Halbzeit, wir haben uns vorher und nachher ausreichend Zeit gelassen. Lieber ein Tag richtig für den A... also bei vielen immer zu viel Programm. Für eine Tour mit nur Erwachsenen kann ich so einen Tag bedingt empfehlen! Das gute an diesem sinnfreien und etwas anstrengendem Fahrtag: wir sind nur noch 20 Meilen vom Yosemite entfernt, so dass wir quasi fast zwei ganze Tage dort alleine die Natur genießen können. Mit 50.000 anderen Touristen und hunderten von Bären!!

 

Und so sah unsere Site am nächsten Tag im Hellen aus: