So 4.8.2013
Um 6 Uhr bin ich schon wach, ideal um sich anzuziehen und in den Felsen oberhalb des Wohnmobils herumzuklettern und Fotos zu machen. Bei den Sites 1 bis 3 ist ein gefahrloser Aufstieg möglich.
Hier oben hat man eine wahnsinnige Aussicht. Die Needles liegen im warmen Morgenlicht nicht nur vor einem, sondern rings herum. Um 6:30 Uhr geht dann die Sonne auf und die Felsen fangen an rot zu glühen. Es ist ganz ruhig und windstill, mehr in der Natur kann man nicht sein. Ich genieße die Stimmung, und versuche sie in Fotos einzufangen, das ist aber recht schwierig, solche Gefühle in Pixel abzubilden.
Blick vom Needles Outlook (Großversion nach Klick)
Hier mal ein Rundumblick mit Zoom:
Needles Outpost CG. Canyonlands Nationalpark. UT. USA
Um 7:30 Uhr bin ich zurück am Wohnmobil, aber alle anderen schlafen noch fest, also ziehe ich nochmal los, diesmal mit Pano-Adapter. Hier das zugehörige vollständige Panorama:
Needles Outpost CG. Canyonlands NP. UT. USA
Am besten zu sehen wenn man auf das weisse Dreieck klickt und dann auf Fullscreen. Anschließend kann mit der Maus geschwenkt und gezoomt werden.
Um 8:15 Uhr stehen dann auch die anderen auf, wir frühstücken und fahren dann zum Visitor Center. Hier erfahre ich, dass auf den Squaw Flat CG schon Sites frei werden sollten, und dass dort eine Self Registration erforderlich sei. Und tatsächlich, es sind einige Sites frei. Wir wählen die Site 16 hinten im Wendekreis, direkt unter einem hohen Felsen. Dieser hat zwar keinen Tisch, aber den haben wir ja dabei, dafür aber eine herrliche Feuerstelle.
Doch zuerst kommt die Arbeit, genug Trinken und einige Snacks richten, das Registrierungsformular ausfüllen 15$ zugeben, in die dafür vorgesehene Box werfen und dann geht es endlich los.
Wir wollen den Squaw Canyon Loop Trail laufen, d.h. den Squaw Canyon hinunter und den Big Spring Canyon zurück. Direkt am Trailhead ist das Lagerfeuer für die Ranger Programme. Der Platz ist wirklich liebevoll zwischen den Felsen angelegt. Das Lagerfeuer unter einem Felsüberhang und drum herum die Holzbänke für die Zuschauer.
Ein paar Schritte weiter nochmal so eine Sitzgruppe, aber diesmal auf den Felsen mit einer weiten Aussicht über die Needles.
Von hier führt der Weg über eine weite sandige Ebene, und es ist ziemlich heiss hier, der Kamerasensor zeig 36 °C, gefühlt ist es noch wärmer.
Die ersten Bedenken kommen auf, das dies für uns zu heiß / anstrengend / weit wird, aber wir sind ja gerade erst losgelaufen, also gehen wir weiter. Der Weg führt über ein Felsplateau und dann in den hier noch recht flachen Squaw Canyon hinunter.
Es wird jetzt wolkiger und vor uns zucken die Blitze aus den dunklen Wolken. Hmmmm… In welche Richtung wird das Gewitter ziehen?
Es scheint rechts an uns vorbei zu ziehen, also gehen wir erst einmal weiter. Das Gelände ist hier so breit und flach, dass ich mir um eine Flashflood keine Sorgen mache. Allerdings kommen die Blitze immer näher, und wir sind auf einer Ebene, d.h. außer ein paar kleinen Büschen die höchsten Erhebungen weit und breit. Das ist der ideale Einschlagsort für einen Blitz. Das wird doch langsam etwas gefährlich, ich treibe alle an, damit wir die Ebene bald überquert haben. Das schaffen wir auch und bald sind wieder Felsen in der Nähe, unter denen wir Schutz suchen (11:56).
Und bereits einige Minuten später schüttet es wie aus Kübeln.
Wie schmiegen uns so eng wie möglich an die brüchige Felswand und hoffen das diese nicht genau in diesem Moment zusammenbricht. Nach einigen Minuten wird es dann aber doch etwas feuchter, denn das Wasser läuft am Felsen hinunter und kommt so auch in unseren ‚Unterstand‘. So entsteht direkt neben uns praktisch aus dem Nichts ein Bach, der sich in den Sand eingräbt. Das ist das ideale Modell wie ein Slotcanyon entsteht, und auch für die Flashfloods. Ich hole den Foto heraus den ich wegen dem Regen gut verpackt habe, aber da ist der Bach schon wieder vollständig versickert und der Regen hat aufgehört. Das Ganze hat keine halbe Stunde gedauert, und schon ist alles wieder vorbei (12:18). Während des Regens hat sich auf den Felsen gegenüber ein richtiger kleiner Wasserfall gebildet, so dass man sich dessen Energie richtig vorstellen kann, und wie er solche Formen aus dem Sandstein herauswaschen kann.
Wir laufen weiter und 20 Minuten später ist er Sandboden wieder staubtrocken als ob es hier nie geregnet hat.
Selbst die abgestorbenen Bäume leuchten hier in allen Rottönen
Der Canyon wird jetzt enger, auch wenn die Felsen rechts und links noch nicht so hoch sind, vielleicht so ca. 50 m. Was mich aber am meisten erstaunt ist, wie grün es hier im Canyon ist.
Der ‚Bach‘ ist zwar ausgetrocknet, aber er ist von viel Gras, Büschen, Bäumen und sogar schönen Blumen gesäumt. Wenn wir nicht gerade einen solch starken Regen erlebt hätten, könnten wir uns nicht erklären woher die Feuchtigkeit in dieser trockenen Gegend kommt. Hier sehen wir auch die ‚Biocryptiv Soil‘ aus nächster Nähe und erkennen wie labil diese Gebilde sind.
Wir werden in Zukunft noch vorsichtiger sein und bei jedem Schritt aufpassen. Kurz darauf kommen uns auch die einzigen 3 Menschen entgegen die wir auf dieser Wanderung treffen. Die Felsen am Canyonrim werden jetzt immer höher und dann verlässt der Weg den Canyon um am rechten Rand in die Höhe zu gehen.
Auf halber Höhe machen wir unter einem großen Felsüberhang, Mittagspause (14:40) mit herrlichem Überblick über den Canyon und die umliegenden Needles.
P. und G. legen sich zur Erholung und Abkühlung in den Schatten und S. muss natürlich auf den Felsen klettern. Ich genieße die Aussicht und fotografiere.
Als ich dann nach S. sehe, wundere ich mich wie sie da hoch gekommen ist.
Hier die Ansicht von der `einfachen` Aufstiegsseite
Mit ihren Anweisungen und ihrer Hilfe schaffe ich das auch. Von hier ist die Aussicht ja noch besser. Ich mache eine Panoramaaufnahme aus 50 Bildern um dies auch daheim noch genießen zu können:
Squaw Flat Canyon. Canyonlands NP. UT. USA
Am besten zu sehen wenn man auf das weisse Dreieck klickt und dann auf Fullscreen. Anschließend kann mit der Maus geschwenkt und gezoomt werden.
Es gibt hier auch einige Totenköpfe zu entdecken ...
Von hier erkennt man auch wie der Weg weiter geht, und ich bekomme Bedenken ob G. da mitgehen wird. Der Weg geht ohne irgendwelche Sicherungen ziemlich steil den Felsen hoch und dann übe eine Rinne bis zum Pass hoch. Ich behalte mein Bedenken aber für mich. S. muss hier oben noch einige akrobatische Kunststückchen und Handstände machen wobei ich Sie natürlich fotografieren soll.
Nach einer Stunde geht es ausgeruht weiter.
Jetzt kommt der Hauptanstieg. Der Weg ist echt toll, und entgegen meinen Bedenken hat G. überhaupt keine Probleme damit. Der Fels ist sehr griffig, man kann praktisch nicht ins Rutschen kommen, und an den ganz exponierten Stellen muss man eben die Hände zur Hilfe nehmen.
10 Minuten später sind wir schon auf dem Pass.
Hier stehen wir mitten in den Needles und sehen in allen Richtungen und Entfernungen bizarre, rote, gestreifte Steine. Dies zu beschreiben fehlen mir die Worte, ich bin kein Schriftsteller. Die Bilder geben einen Näherungsweisen Eindruck der Gegend wieder.
Auf der anderen Seite des Passes geht es weglos, nur durch einige Steinmännchen markiert, den glatten aber griffigen Sandstein hinunter in den hier breiten Big Spring Canyon, der hier entspringt.
Auch hier gibt es Felsen, die die Fantasie anregen, so ragt zum Beispiel ein gestrandetes UFO direkt über den Canyon
und ein riesiger Troll schaut auf uns hinab.
Der Weg wird wieder flacher und wir machen unter, bzw S. auf, einem Baum noch eine Pause.
Um 18:30 Uhr sind wir wieder am Wohnmobil, geschafft aber glücklich mit vielen neuen tollen Eindrücken. Am Wohnmobil finden wir einen Zettel, dass man innerhalb von 30 Minuten die Registration ausfüllen und diese in den Briefkasten werfen muss. Aber genau das haben wir doch gemacht! Wir haben ein reines Gewissen. Da werden wir morgen wohl mal am Visitor Center vorbeifahren um das zu klären. Während G. sich um die Tortelini kümmert klettert S. natürlich in den Felsen herum, davon kann Sie nie genug bekommen. Und was mache ich? Richtig, natürlich fotografieren und die heutigen Eindrücke in Stichworten festhalten. Nach dem Abendessen fängt es wieder an etwas zu regnen, d.h. wir sitzen drinnen und ich spiele mit den Kindern eine Runde Skat. Um 21:30 Uhr gehen wir müde ins Bett.
Das ist einer der grandiosesten und beeidruckensten Tage des ganzen Urlaubs gewesen!
Hier noch das Höhenprofil:
und ein Überblick über die Wanderung:
(c) Google
Hallo Rainer (ich hoffe, ich habe mich nicht im Vornamen vertan),
da ist ja eine ganz tolle und super fotografisch dokumentierte Wanderung durch die zwei Canyons im Needles District.
Du machst mir damit eine besondere Freude, denn ich konnte in 2012 diesen Trail wegen eines Handicaps nicht laufen -- wir sind nur ca eine halbe Stunde hinein und dann wieder zurück gelaufen.
Am Anfang stand eure Wanderung ja auf des Messers Schneide, denn bei diesen schwarzen Wolken hätte man auch anders reagieren und den Rückzug antreten können. Aber so ist das Wetter halt dort !
Ich verlinke mal diesen Tag mit dem Hiking -Thread (und ändere in den offiziellen Namen Squaw Canyon Trail statt "Flat"
Grüße
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)
Hallo Rainer,
eine tolle Wanderung, die kommt mir gerade recht - die werden wir auch machen!
Schöne Bilder!
Seid Ihr eigentlich mit einem GPS gelaufen?
Herzliche Grüsse Gisela
Hallo Gisela,
ja hatten wir mit. Darauf eine Karte mit den Trails und der Track der Wanderung.
Aber das benötigt man eigentlich nicht. Der weg ist eindeutig und gut ausgeschildert. Lediglich ander Stelle wo man den Squaw Flat Canyon verlässt muss man etwas aufpassen, aber auch hier steht ein Schild.
Gruß
Rainer
Hallo Rainer,
so ein wunderbarer Tag mit ganz herrlichen Bildern. Einen Teil des Trail haben wir damals auch gemacht, jedoch aus Zeitgründen früher abgebrochen. Ich könnte mich direkt wieder dorthin beamen
.
Herzliche Grüße
Sonja
Trakki.Reisen
Lieber Rainer
Ich habe gerade deine Bilder bewundert!! Welch wundervolle Panoramas!!!
Bravo und Merci
Liebe Grüsse
Esther
Hallo Rainer,
eine herrliche Wanderung, die wir 2012 auch gemacht haben. Durch deine tollen Fotos kommen die Erinnerungen so richtig hoch! Wir hatten kein GPS mit, manchmal war es nicht ganz so einfach den Weg zu finden, man muss halt immer Ausschau nach dem nächsten Steinmännchen halten.
Liebe Grüße
Susanne
Scout Womo-Abenteuer.de
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