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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Road und Hiking Trip - 85 Tage USA [2012]

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Fredy
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Klasse

Hallo Fritz

Dein Bericht ist einfach klasse. Ich sehe schon, dass ich noch Ziele für weitere 10 Reisen in die Gegend habe. Danke für Deine Mühe, das ist einfach unglaublich!

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

zehrer
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Fredy, das ist (leider) noch

Fredy, das ist (leider) noch nicht mal die Hälfte. Bis Las Vegas, dann setze ich mich an die Hikes (just for you!)

Viele Grüße
Fritz

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zehrer
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Beigetreten: 30.09.2009 - 05:20
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MontagDas Frühstück auf der
Montag
Das Frühstück auf der Terrasse ist herrlich. Wärmende Sonnenstrahlen, keine Hektik und ringsum die roten Berge. Einfach nur wunderbar und ein weiterer Hikertag liegt vor uns.

Die Nationalparks nördlich und südlich von Moab sind wunderschön. Das hat sich leider ja massiv rumgesprochen, so dass es inzwischen ein schier unmögliches Unterfangen ist, insbesondere im Arches Nationalpark alleine zu wandern. Gleichwohl ist die Einsamkeit oft nicht weit von den Epizentren entfernt. Man muss sich nur ein bisschen Mühe geben und die Ziele mit Bedacht auswählen. Wir sind jetzt auf dem Weg in die Einsamkeit, aber zuerst muss der Eingang und die Parkroad geschafft werden. Kurz nach dem Sanddune, just auf der Höhe des Broken Arch, muss fast ein U-Turn her, um die Dirtroad runter ins Salt Valley zu erwischen. Wir folgen den Schildern zu den Klondike Bluffs. Die ansonsten gepflegte Straße, na ja, manchmal ist es schon eine arge Rüttelpiste, die ein Grading vertragen könnte, führt mehr als 8 Meilen zum Trailhead der Tower Arch Wanderung.

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Der Weg ist gut gekennzeichnet, da waren mal wieder die Cairn-Künstler am Werk, und geht gleich mal steil nach oben über die erste Ridge. Es folgt eine moderate Abwärtswanderung, vorbei an den Marching Men, hinunter in die Ebene. Wir steuern einen Bergrücken an, der von angeblasenem Sand eingerahmt wird. Hinauf über eine Sanddüne und auf der Rückseite zum Tower Arch. Der riesige Steinbogen hat seinen Namen von einem dahinter stehenden Hoodoo-Giganten. Ein paar Absätze nach oben und man sitzt in der Stille. Der Arch kann durchschritten werden und erst hinten wird seine namensgebende Steinsäule, rot mit weißem Kopf, im Norden sichtbar. Weder am Trail, noch am Arch irgendwelche Menschen, nur wir und die Natur. Schön! Wir genießen die Landschaft und sind fasziniert von der Wanderung, die zudem durch die tollen Ausblicke auf die Weite und die roten Felsen sehr abwechslungsreich ist. Nach knapp zwei Stunden sind wir zurück und treffen nun doch auf etwas Zivilisation. Ein Parkranger reinigt die Toiletten. Wieso fällt mir jetzt die Serie auf Discovery Channel "Dirty Jobs" ein?

Wir rappeln uns zurück zur Park Road und halten kurz am Skyline Arch. Nur ein paar Meter weg von der Straße und ein kleiner Fotostopp, das war's, denn unsere nächste Wanderung wartet. Eine Senation ist, wenn man den Arch kurz nach der Straße ohne Menschen fotografieren kann.

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1994 waren wir zuletzt am Broken Arch und der Plan soll heuer wieder in die Tat umgesetzt werden. Über die Prärie erreichen wir bereits nach 0,3 Meilen den Steinbogen. Der rote Felsen wird nach oben weiß. Wie ein Bulle steht das Gestein in der Landschaft und doch hatte es eine Schwachstelle, die Wind und Wetter nutzten, um den Broken Arch zu formen. Oben auf seiner Biegung hat der Steinbogen einen kleinen Crack. Ob das der Grund für den Namen war, wir wissen es nicht und wichtig ist es ja auch nicht. Auf alle Fälle ist auch hier kein Publikumsverkehr. Viele Besucher wollen einfach nur das sehen, was von den Viewpoints aus möglich ist. Wandern, nein, um Gottes Willen, was soll das denn?

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Als wir genug Fotos im Kasten haben, fällt ein Schild auf, der den oder einen Trail anzeigt, der in die diametral andere Richtung führt. Durch den Broken Arch hindurch und dann hinaus. Aber wohin? Neugierig wie wir sind, und Zeit haben wir auch noch, folgen wir dem Weg. Und urplötzlich sehen wir weitere 0,4 Meilen später rechts einen gewaltigen Arch. Die Lösung läßt nicht lange auf sich warten: Ein Schild "Tapestry Arch" prangt am Trail. Nichts wie hin. Zwei einsame Menschen scheinen bereits unter dem Steinbogen zu sitzen und als sie uns bemerken, nehmen sie Fahrt auf. Machen wir in der Regel auch so, also danke und nichts für ungut! Das Mädl ist mit Flip-Flop unterwegs und es ist schon erstaunlich, welche Steigungen bzw. welches Gefälle sich mit solchen Schuhen bewältigen lassen. Die Tapete hängt hinter dem Arch in Form des Gesteins. Einen himmlischen Hintergrund haben wir erst, als wir unter dem großen Steinbogen sitzen und angetan in die Landschaft blicken. Wolken nehmen das Licht, sind aber bald wieder verschwunden.

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Wir gehen zurück zum Trail und folgen ihm weiter. Ein Campground kommt in Sicht. Die Wohnmobile und Zelte sind verlassen, das Klientel ist in der Natur. Follow Trail from Campsite 51. Wer bei dieser Nummer an Verschwörungstheorien denkt, der liegt falsch. Aber ein bisschen haben wir schon nach diesem Stellplatz gesucht. Der Weg führt weiter durch die Finnen des Arches Nationalparks. Aus diesen Steinfinnen bilden sich die Arches und wenn es so weiter geht, dann wird es an der ein oder anderen Stelle Geburten geben. Jedoch ist am Wall Arch auszumachen, dass auch Steinbögen das Zeitliche segnen können.

Als wir wieder auf der Prärie sind und uns Richtung Parkplatz bewegen, biegen wir noch schnell nach links in einen Canyon ein. Der führt zum Sand Dune Arch. Umgeben von Felswänden und geflutet von Sand steht er jetzt am Nachmittag in der prallen Sonne. Der Bogen sieht oben aus, wie wenn sich zwei Nacktschnecken einen Kuss geben. Leuchtende Bilder prägen sich uns ein. 1994 sind unsere Kinder noch von den Sanddünen gesprungen. Das war damals die Hauptattraktion, nicht der Arch. Dass es 18 Jahre später genau anders herum ist, zeigt, dass auch wir uns weiterentwickeln. Fast zwei Stunden waren wir wieder unterwegs. Es waren unerwartete Ziele, die wir gefunden haben. Man soll also nie aufhören neugierig zu sein.

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Das Wetter hat inzwischen eine mystische Dimension erreicht. Sonnenstrahlen und dunkle Wolken überdecken die Moab-Area. Und so beschließen wir noch den Viewpoint zum Delicate Arch zu besuchen. Leider liegt inzwischen alles im Schatten und für einen vernünftigen Blick auf einen der schönsten Steinbögen der Welt braucht man von hier aus nicht nur einen guten Optiker. Bevor wir jedoch den Park verlassen, parken wir noch am Straßenrand mit Blick auf die Windows Section. Wie Fatali warten wir auf gutes Licht. Nur der hat 3 Wochen Zeit und ich habe Hunger!

Ja, holt Euch auch die Kundenkarte vom City Market. Die Tanke dort ist eh die billigste im Ort und dann gibt es noch 3 Cent pro Gallone Nachlass. Im Markt bekommen wir 10 % Ermäßigung und dieser Markt ist inzwischen sowas von gut sortiert, dass einem nichts abgeht. Als wir um 17 Uhr im Hotel sind, hat es immer noch 95 Grad. Die Dusche ruft!

Wir sitzen im ZAX an der Bar und besprechen die heutigen Erlebnisse bei einem Bier. Und das Essen gibt es im Cassano's, einem Utah-Italiener. Die Nudeln waren in Sahnesoße ertränkt und schrien um Hilfe. Wobei insgesamt schon festzustellen ist, dass inzwischen viele amerikanischen Köche Nudeln kochen können, - und zwar al dente. Unser Abendspaziergang führt uns bei Kim und Dave vorbei. Viele schöne Erlebnisse verbinden wir mit dem ehemaligen Dreamkeeper Inn. Aber das ist leider Vergangenheit.

... Fortsetzung folgt!
PS: Bilder zum Text sind bereits online - am schnellsten über "Updates" im Menü auf http://www.zehrer-online.de

Viele Grüße
Fritz

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Bernhard
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Moab -Area

Hallo Fritz,

jetzt bist du in der Moab-Area, die mir auch etwas bekannter ist -- aber so quer durch´s Gelände wie du, so von Arch zu Arch bin ich auch noch nicht gewandert. Beim nächsten Mal ..... Danke für die Anregung !

Grüße

Bernhard

Scout Womo-Abenteuer.de


Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)

Gisela
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Arches

Hallo Fritz,

ich bin auch immer noch dabei und verfolge Euch beim erwandern der vielfältigen Arches.

Mich würde mal interessieren, wie Du Dich/Ihr Euch auf so eine Reise vorbereitet?

Herzliche Grüsse Gisela

 

Fredy
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Tower Arch

Hallo Fritz

Wengstens an einigen Deiner (noch nicht so bekannten) Highlights waren wir auh schon. Du hast recht, im Arches ist das eher die Ausnahme, dass man niemand trifft.Auch am Tower Arch waren wir völlig allein - wirklich schön!

Im Hintergrund links oben sieht man den namensgebenden Tower wenigstens zum Teil. Wir waren aber auch mit dem Jeep dort. Der Weg zum Parking an den Klondike Bluffs via Salt Valley Road ist mit dem WoMo wohl kaum zu schaffen. Richtig haarig wird es aber wenn man von untenher zufährt

 

Das bin zwar nicht ich, aber bei unserer Fahrt mit dem Nissan Pathfinder über diese Strecke, war ich über den vorgängigen Geländefahrkurs schon frohSmile

Wie man sieht ist der Arches nicht überall (aber vielerorts) "crowded"

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

zehrer
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Fredy, das ist der 4WD Trail,

Fredy, das ist der 4WD Trail, der in die Nähe des Arch führt. Die Anfahrt zum Trailhead kommt zirka 50 Meter später. Dort geht die Wanderung los. Diese Dirtroad ist vermutlich sogar PKW-tauglich

Viele Grüße
Fritz

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zehrer
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Hallo Gisela,ich bin

Hallo Gisela,

ich bin Mitglied der Natural Arch and Bridge Society (NABS). Zusätzlich habe ich ein Abo bei der World Arch Database (WAD). Das ist schon mal "die halbe Miete" bei der Planung. Übrigens hat die NABS auch viele Infos für Nichtmitglieder. Klick mal hin unter http://www.naturalarches.org/

Dazu werden noch Hikingseiten durchforstet und wärmend des Jahres habe ich in den Favoriten immer einen Ordner, in den ich  Seiten oder Forenbeiträge speichere, die interessant sind. Planung ist bei mir also praktisch immer.

Viele Grüße
Fritz

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Fredy
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4-WD-Trail

Hallo Fritz

Ja, das weiss ich. Ich bin wie Du von oben her an den Trailhead gefahren, habe die längere Wanderung über die Ridge genommen. Nach der Rückkehr sind wir allerdings den 4-WD-Trail weiter gefahren (dort wo man sehr nahe an den Arch kommt) und haben den Arches NP nach unten verlassen.

Den ersten Weg kann man meistens mit einem PKW (WoMo fraglich) fahren, der 4-WD-Trail braucht HC und Diff-Sperre.

Herzliche Grüsse,

Fredy

 

zehrer
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Ja, die 4WD beginnt heftig -

Ja, die 4WD beginnt heftig - da gehe ich lieber zu Fuß Laughing

Viele Grüße
Fritz

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