Am Morgen wachen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Zum einen wird es zügig warm im Alkoven, zum anderen "klopft" ständig wer oben auf den Ronny. Alle Versuche diese Probleme zu ignorieren scheitern jämmerlich. Also raus, und schauen was da los ist. Die "Klopfer" sind eine Gruppe von Vögeln, denen es augenscheinlich Spaß macht quer über unser Dach zu hübfen. Nervig!
Aber so richtig ärgern kann ich mich nicht, denn als ich mich umdrehe sehe ich ein fantastisches Schauspiel: Auf der Site gegenüber (20m) bereitet ein Ami (Aussehen wie "Baba" aus Forrest Gump) sein Frühstück zu. Gefühlte 10 Burger auf dem BBQ. Yes. Das hat Style! Wir essen unseren Eurepean-American-Standard-Mix, aber immerhin bei Top-Wetter unter blauem Himmel.
Dann folgt "Arbeit": Wäsche in die Laundry, einchecken, Wäsche aus der Laundry, Einkaufen bei Albertsons und schon sind wir wieder am Campground. Der Vorteil hier: Einmal quer durch die Dünen (100m) und schon sind wir am Sandstrand, mit Blick auf den Rock. Superb! Hier das Beweisfoto:
Übrigens: Unten links vor dem Rock sehen wir eine Gruppe von ca. 4 Amis mit 3 oder 4 Kindern. Der Hammer: Diese Kinder (1-3 Jahre) sind in einem XXL-Laufstall eingesperrt. Eine unmittelbare Gefahr kann ich nicht erkennen. Außer Sand ist in 100m Umkreis nichts. OK der Ozean ist nicht ungefährlich, aber müssen die Kinder eingesperrt sein? Sei es drum.
Wir geniessen unseren Beach-Tag, als es Mittags zu heiss wird brechen wir die Zelte ab und gehen wir zum WoMo. Wir brauchen eine halbe Stunde bis wir loskommen, ein Hoch auf das WoMo! Wir sind ja nicht auf der Flucht, sondern im Honeymonn.
Der Plan für heute ist überschaubar: Fahrt zum El Capitain State Beach. Hier war im Januar für heute nur noch eine Site frei! Sofort gebucht, sogar für zwei Tage! Auf dem Weg trauen wir unseren Augen kaum, steht das wirklich auf der Tafel? Ja! Versteht das jemand anders als ich?
Nach kurzer Fahrt erreichen wir also nach dem Yosemite den zweiten Capitain auf unserer Reise. Unsere Site ist herrlich und wir unternehmen erstmal einen Spaziergang zum Strand. Über viele, viele Treppenstufen erreichen wir die Shoreline, Abendsonne, Surfer, Urlaubsstimmung. *****
Zurück auf unserer Site bereiten wir das Dinner zu, es gibt Lachs und und Maiskolben vom Grill mit Chili-Butter. Das beste was ich ohne Fleisch jemals in meinem Leben gegessen habe. Das ist übrigens unsere Aussicht, wenige Meter über dem Pazifik, mit eigenem Kletterbaum direkt am Abgrund:
Wir sitzen noch bis tief in die Nacht am Feuer, trinken W****-Cola, WeiWei und auch ein Döschen Bud, lassen die letzten Wochen schon mal Revue passieren und genießen einfach nur. Irgendwann kommt der Hunger, und wir basteln uns einen Teig für Stockbrot. Mit viel, viel Chili, Habanero und Jalapeno, es schmeckt umwerfend, und in was für einer Umgebung in welcher Atmosphäre? Wenn ich jetzt, 2 1/2 Jahre später daran denke bekomme ich immer noch ein wenig Wehmut:
Fazit des Tages: Perfektes Wetter, perfekte Laune, perfekter Tag. Trotz der Randale-Vögel vom Morgen. Um das, obwohl wir nahezu nix gemacht haben heute (als Tipp für die Routenplaner)
Ja, "Schnall, Dich an, sonst bekommst Du einen Strafzettel" würde ich das übersetzen. Aber ich bin nach fast drei Jahren immer noch der festen Überzeugung, dass da "Lick It" stand, abgeschnittenes Foto hin oder her. Möglicherweise war einfach die Anzeige defekt. Sei's drum.
Gleich gehts (endlich) weiter!
P.S. Die Übersetzung von "Lick it or ticket" spar ich mir einfach mal.
Heute stand nur eines auf dem Plan: Santa Barbara. Also sind wir nach dem obligatorischen Frühstück in der Sonne bald aufgebrochen und haben nach kurzer Suche einen Parkplatz in unmittelbarer Umgebung der Küste und des Stearns Warf. Einziger Knackpunkt: 5 $ pro Stunde. Egal.
Wir schlendern an der Küste entlang, beobachten ein paar Rethink-Afghanistan-Aktivisten, buchen eine Whale-Watching Tour für morgen früh bei condorexpress und haben Lust auf ein Eis. Wir finden eine ansprechende Bude und stehen vor einem ernst zu nehmenden Problem: Eine Kugel für 2,50$ oder zwei Kugeln für 3,00$? Bei dieser Preispolitik MUSS man ja zwei Kugeln nehmen. Machen wir aber trotzdem nicht, denn aufgrund bisheriger Erfahrungen in den letzten drei Wochen gehen wir davon aus, dass eine Kugel pro Nase mehr als genug ist. Was soll ich sagen - es war die bis dato größte Portion Eis in meinem Leben.
Bald merken wir, dass wir so recht keine Lust auf Santa Barbara und Mission und was weiß ich haben. Ich will einen Burger grillen, meine bessere Hälfte an den Strand. Ein kurzer Blick auf die Uhr, in 5 Minuten sind drei Stunden um, also "nur" 15$. Wir ziehen das Tempo mächtig an, überholen das ein oder andere locker cruisende Cabrio und sind nach 2:59:59 Std an der Schranke. "20$" Was? Der Herr Parkwächter macht seinen Job, trotz zunächst freundlicher, später bestimmter und nach etwas (zu) aggressiver Versuche ihn von der Parkzeit von unter 3 Stunden zu überzeugen, latzen wir 20$. Passt irgendwie zu Santa Barbara, der Funke wollte heute hier nicht...
Dafür grillen wir in der prallen Sonne Mittags einen Burger und trinken ein kaltes Döschen Bier. HERRLICH! Gut dass wir für diesen Tag nicht noch San Diego geplant hatten... Dann geht es auch zügig zum Strand. Kaltes Wasser, warmer Sand, heiße Sonne, dreckige Füße.
Später am WoMo angekommen schrubben wir uns gegenseitig die Füße - so sauber waren die noch niemals zuvor! Der Rest des Abend ist so wie es sein muss: Grillen, draußen sitzen, Stockbrot. Wobei die Atmosphäre beim zweiten Abend den ersten nicht toppen kann, aber das Ende naht ja auch in großen Schritten!
Fazit des Tages: Santa Barbara hat mit Sicherheit eine höhere Lebensqualität als Castrop-Rauxel oder Wladikawkas, aber der El Capitain und das süße Nichts-Tun haben uns heute mehr überzeugt!
Da wird ja gestern schon eine Whale-Watching Tour gebucht hatten, hieß es heute früh aufgestanden. Ohne Frühstück nach Santa Barbara, dort versucht in einer Seitenstraße zu parken, um nicht wieder ein Vermögen fürs Parken auszugeben. Endlich einen freien Spot gefunden und RUMMS. Mit dem Alkoven vor einen Ast. Der Schreck fuhr uns in alle Glieder. Ausgestiegen, das Elend angeschaut. Oh Nein!!!
Kann man nix machen. ein paar Meter weiter dann angehalten und erstmal gefrühstückt. Aber so richtig Hunger hatte ich irgendwie nicht mehr... Nochmal den Schaden begutachtet, dazu auf eine Brüstung geklettert, sehr abenteuerlich. Und so schlimm war es gar nicht. Nachdem ich die Rindenreste abgemacht hatte, war lediglich die Regenrinne auf ca. 20cm eingeknickt. Mit Leatherman a la Walmart konnte ich das schnell beheben. Im Endeffekt war wirklich nix, aber nur 2 cm weiter rechts, und der halbe Alkoven wäre erheblich beschädigt. Glück, einfach Glück. Wir sind einfach nur an einem tief hängendem Ast vorbeigeschrammt...
Erleichtert gingen wir dann zum WW auf der condorexpress. Das für und wieder von Whale Watching (anfüttern von Tieren oder natürliche Umgebung?) möchte ich hier nicht diskutieren, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. 5 Stunden auf (hoher) See, viele Humpbacks und einiges an "Kleinvieh" (Delphine, Minkwale, Robbengetier). Hier mal ein Foto eines abtauchenden Humpies:
Was man auf keinem Foto sieht, mir auch so nicht bewusst war: Die Damen und Herren Wale haben ein ernstes Problem mit dem Mundgeruch. Es STINKT gewaltig wenn neben dem Boot die Fontänen in die Luft steigen.
Übrigens, wie man auf dem Foto sieht, war es grau in grau, gepart mit Temperaturen um 10°C und damit mindestens 15 Grad kälter als die letzten 4 Tage. Wir hätten uns darüber ärgern können, stattdessen haben wir uns gefreut, dass es die letzten Tage so schön war und ein Tag mit schlechtem Wetter ist beim Whale-Watching ja nicht so dramatisch. Hier fällt mir etwas ein, eine Aussage von Richard in meinem Planugsthread für 2013: "Egal wo man ist, es kommt darauf an, was man daraus macht." (Diese einfache Aussage, bzw. das Bewusstmachen des Inhalts hat mir bei meiner Planung übrigens sehr geholfen.)
Wieder an Land führte uns das Navi direkt zum "Walk of Fame". So richtig interessiere ich mich nicht dafür, der ganze Film-Hype geht ein wenig an mir vorbei. Aber einmal sehen schadet nicht, so detaillet war dann auch der Plan. Sign fotografiert (mit Scientology-Test-Center im Vordergrund) und einmal die Straße rauf und wieder runter. Dabei eine Handvoll "Stars" fotografiert, anbei mein persönliches Highlight (neben Britney Spears, aber das wäre jetzt zu peinlich):
Für mich war es deutlich anders als erwartet. Ich hätte mir mehr "Glamour" vorgestellt, stattdessen gab es abgewrackte Gestalten, Erotik-Shops (vorsichtig ausgedrückt) und Touris. Eine Mischung aus Bahnhof Zoo, Kö und Reeperbahn.
Nun sollte das letzte Highlight des Urlaubs folgen, der letzte Abend, das letzte Bild, LA bei Nacht. Also ab zum Griffith Observatory (auch mit 25feet WoMo kein Problem), die absolut sehenswerte kostenlose Ausstellung angeschaut und dann zum Sunset auf die Aussichtsplattform. Gigantisch. Ein Meer, ein Meer an Lichtern, Beton und Lärm. So weit das Auge reicht. Egal ob man die Natur liebt oder eher Städte bereist, der Blick war schon beeindruckend, wenn auch nicht schön im Sinne des Antelope Canyon.
An einer Pizza Bude 2 normale Pizzae und als Side Garlic Bread Sticks. 15.000 kcal und genug für 5 hungrige Waldarbeiter. Wahnsinn. Übrigens kommen wir hier mit Englisch nicht weit, alle Mitarbeiter und Kunden schienen wohl Spanisch als Muttersprache zu haben. Aber wie man in den Wald ruft...
Dann beginnt ein Kapitel, über das ich lieber den Mantel des Schweigens legen würde: Im Vorfeld hatte ich zu hause schon keinen guten CG in LA gefunden. Walnut RV und Dockweiler hatte ich auf der Liste, beide aber irgendwie nicht so recht ideal in Bezug auf die Örtlichkeit und Preis/leistung. Den Walnut hatten wir uns Mittags schon mal angesehen, waren ein paar Sites frei, aber von der Lage auch halt eben nicht so der Hit (zu weit nördlich). Spontan fahren wir den Dockweiler an, und kommen müde und glücklich um 22:02 Uhr dort an. Gates closed by 10 p.m. - no exeptions. Diese 22 Uhr Grenze hatte ich nicht auf dem Schirm, Anfängerfehler. Aber wozu haben wir ein Navi? den nächsten CG ausgesucht - wir landen mitten in einem Wohngebiet. So geht die Odysse weiter, immerhin kommen wir mit Bedienungen aus einem Liquer Store ins Gespräch, stehen vor den Toren völlig obskurer Trailer Parks und kurven mitten in der Nacht durch den wohl größten Moloch der westlichen Welt. Irgnedwann, gegen 2 Uhr morgens landen wir dann doch bei der Walnuss. Licht aus - ab ins Bett.
Fazit des Tages: Für die letzte Nacht, egal ob die Abgabe des WoMo bis 10 oder bis 15 Uhr erfolgen muss, der Flug sofort geht oder erst noch eine Hotelnacht ansteht, nach meiner Erfahrung werde ich ab sofort IMMER eine feste Buchung für die letzte Nacht machen! Es gibt genug zu tun, der Urlaub war lang genug, und Flexibilität brauche ich jetzt nicht mehr, sondern Sicherheit!
Hi Derni,
solche Geschichten dienen auch der Motivation !

Grüße
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)
Am Morgen wachen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Zum einen wird es zügig warm im Alkoven, zum anderen "klopft" ständig wer oben auf den Ronny. Alle Versuche diese Probleme zu ignorieren scheitern jämmerlich. Also raus, und schauen was da los ist. Die "Klopfer" sind eine Gruppe von Vögeln, denen es augenscheinlich Spaß macht quer über unser Dach zu hübfen. Nervig!
Aber so richtig ärgern kann ich mich nicht, denn als ich mich umdrehe sehe ich ein fantastisches Schauspiel: Auf der Site gegenüber (20m) bereitet ein Ami (Aussehen wie "Baba" aus Forrest Gump) sein Frühstück zu. Gefühlte 10 Burger auf dem BBQ. Yes. Das hat Style! Wir essen unseren Eurepean-American-Standard-Mix, aber immerhin bei Top-Wetter unter blauem Himmel.
Dann folgt "Arbeit": Wäsche in die Laundry, einchecken, Wäsche aus der Laundry, Einkaufen bei Albertsons und schon sind wir wieder am Campground. Der Vorteil hier: Einmal quer durch die Dünen (100m) und schon sind wir am Sandstrand, mit Blick auf den Rock. Superb! Hier das Beweisfoto:
Übrigens: Unten links vor dem Rock sehen wir eine Gruppe von ca. 4 Amis mit 3 oder 4 Kindern. Der Hammer: Diese Kinder (1-3 Jahre) sind in einem XXL-Laufstall eingesperrt. Eine unmittelbare Gefahr kann ich nicht erkennen. Außer Sand ist in 100m Umkreis nichts. OK der Ozean ist nicht ungefährlich, aber müssen die Kinder eingesperrt sein? Sei es drum.
Wir geniessen unseren Beach-Tag, als es Mittags zu heiss wird brechen wir die Zelte ab und gehen wir zum WoMo. Wir brauchen eine halbe Stunde bis wir loskommen, ein Hoch auf das WoMo! Wir sind ja nicht auf der Flucht, sondern im Honeymonn.
Der Plan für heute ist überschaubar: Fahrt zum El Capitain State Beach. Hier war im Januar für heute nur noch eine Site frei! Sofort gebucht, sogar für zwei Tage! Auf dem Weg trauen wir unseren Augen kaum, steht das wirklich auf der Tafel? Ja! Versteht das jemand anders als ich?
Nach kurzer Fahrt erreichen wir also nach dem Yosemite den zweiten Capitain auf unserer Reise. Unsere Site ist herrlich und wir unternehmen erstmal einen Spaziergang zum Strand. Über viele, viele Treppenstufen erreichen wir die Shoreline, Abendsonne, Surfer, Urlaubsstimmung. *****
Zurück auf unserer Site bereiten wir das Dinner zu, es gibt Lachs und und Maiskolben vom Grill mit Chili-Butter. Das beste was ich ohne Fleisch jemals in meinem Leben gegessen habe. Das ist übrigens unsere Aussicht, wenige Meter über dem Pazifik, mit eigenem Kletterbaum direkt am Abgrund:
Wir sitzen noch bis tief in die Nacht am Feuer, trinken W****-Cola, WeiWei und auch ein Döschen Bud, lassen die letzten Wochen schon mal Revue passieren und genießen einfach nur. Irgendwann kommt der Hunger, und wir basteln uns einen Teig für Stockbrot. Mit viel, viel Chili, Habanero und Jalapeno, es schmeckt umwerfend, und in was für einer Umgebung in welcher Atmosphäre? Wenn ich jetzt, 2 1/2 Jahre später daran denke bekomme ich immer noch ein wenig Wehmut:
Fazit des Tages: Perfektes Wetter, perfekte Laune, perfekter Tag. Trotz der Randale-Vögel vom Morgen. Um das, obwohl wir nahezu nix gemacht haben heute (als Tipp für die Routenplaner)
Hi,
Was verstehst du denn daran nicht?
Viele Grüße
Richard
Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Von dem was wir für unmöglich halten.
Hallo Richard!
Das "C" von Click hast Du aber jetzt dazugedichtet!
;-)
Hi,
das Bild von der Tafel war links ziemlich stark angeschnitten, ich habe gemutmaßt, dass dort ein C stand. Ansonsten gäbe der Hinweis ja wenig Sinn.
Viele Grüße
Richard
Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Von dem was wir für unmöglich halten.
Hallo Richard!
Ja, "Schnall, Dich an, sonst bekommst Du einen Strafzettel" würde ich das übersetzen. Aber ich bin nach fast drei Jahren immer noch der festen Überzeugung, dass da "Lick It" stand, abgeschnittenes Foto hin oder her. Möglicherweise war einfach die Anzeige defekt. Sei's drum.
Gleich gehts (endlich) weiter!
P.S. Die Übersetzung von "Lick it or ticket" spar ich mir einfach mal.
Heute stand nur eines auf dem Plan: Santa Barbara. Also sind wir nach dem obligatorischen Frühstück in der Sonne bald aufgebrochen und haben nach kurzer Suche einen Parkplatz in unmittelbarer Umgebung der Küste und des Stearns Warf. Einziger Knackpunkt: 5 $ pro Stunde. Egal.
Wir schlendern an der Küste entlang, beobachten ein paar Rethink-Afghanistan-Aktivisten, buchen eine Whale-Watching Tour für morgen früh bei condorexpress und haben Lust auf ein Eis. Wir finden eine ansprechende Bude und stehen vor einem ernst zu nehmenden Problem: Eine Kugel für 2,50$ oder zwei Kugeln für 3,00$? Bei dieser Preispolitik MUSS man ja zwei Kugeln nehmen. Machen wir aber trotzdem nicht, denn aufgrund bisheriger Erfahrungen in den letzten drei Wochen gehen wir davon aus, dass eine Kugel pro Nase mehr als genug ist. Was soll ich sagen - es war die bis dato größte Portion Eis in meinem Leben.
Bald merken wir, dass wir so recht keine Lust auf Santa Barbara und Mission und was weiß ich haben. Ich will einen Burger grillen, meine bessere Hälfte an den Strand. Ein kurzer Blick auf die Uhr, in 5 Minuten sind drei Stunden um, also "nur" 15$. Wir ziehen das Tempo mächtig an, überholen das ein oder andere locker cruisende Cabrio und sind nach 2:59:59 Std an der Schranke. "20$" Was? Der Herr Parkwächter macht seinen Job, trotz zunächst freundlicher, später bestimmter und nach etwas (zu) aggressiver Versuche ihn von der Parkzeit von unter 3 Stunden zu überzeugen, latzen wir 20$. Passt irgendwie zu Santa Barbara, der Funke wollte heute hier nicht...
Dafür grillen wir in der prallen Sonne Mittags einen Burger und trinken ein kaltes Döschen Bier. HERRLICH! Gut dass wir für diesen Tag nicht noch San Diego geplant hatten... Dann geht es auch zügig zum Strand. Kaltes Wasser, warmer Sand, heiße Sonne, dreckige Füße.
Später am WoMo angekommen schrubben wir uns gegenseitig die Füße - so sauber waren die noch niemals zuvor! Der Rest des Abend ist so wie es sein muss: Grillen, draußen sitzen, Stockbrot. Wobei die Atmosphäre beim zweiten Abend den ersten nicht toppen kann, aber das Ende naht ja auch in großen Schritten!
Fazit des Tages: Santa Barbara hat mit Sicherheit eine höhere Lebensqualität als Castrop-Rauxel oder Wladikawkas, aber der El Capitain und das süße Nichts-Tun haben uns heute mehr überzeugt!
Da wird ja gestern schon eine Whale-Watching Tour gebucht hatten, hieß es heute früh aufgestanden. Ohne Frühstück nach Santa Barbara, dort versucht in einer Seitenstraße zu parken, um nicht wieder ein Vermögen fürs Parken auszugeben. Endlich einen freien Spot gefunden und RUMMS. Mit dem Alkoven vor einen Ast. Der Schreck fuhr uns in alle Glieder. Ausgestiegen, das Elend angeschaut. Oh Nein!!!
Kann man nix machen. ein paar Meter weiter dann angehalten und erstmal gefrühstückt. Aber so richtig Hunger hatte ich irgendwie nicht mehr... Nochmal den Schaden begutachtet, dazu auf eine Brüstung geklettert, sehr abenteuerlich. Und so schlimm war es gar nicht. Nachdem ich die Rindenreste abgemacht hatte, war lediglich die Regenrinne auf ca. 20cm eingeknickt. Mit Leatherman a la Walmart konnte ich das schnell beheben. Im Endeffekt war wirklich nix, aber nur 2 cm weiter rechts, und der halbe Alkoven wäre erheblich beschädigt. Glück, einfach Glück. Wir sind einfach nur an einem tief hängendem Ast vorbeigeschrammt...
Erleichtert gingen wir dann zum WW auf der condorexpress. Das für und wieder von Whale Watching (anfüttern von Tieren oder natürliche Umgebung?) möchte ich hier nicht diskutieren, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. 5 Stunden auf (hoher) See, viele Humpbacks und einiges an "Kleinvieh" (Delphine, Minkwale, Robbengetier). Hier mal ein Foto eines abtauchenden Humpies:
Was man auf keinem Foto sieht, mir auch so nicht bewusst war: Die Damen und Herren Wale haben ein ernstes Problem mit dem Mundgeruch. Es STINKT gewaltig wenn neben dem Boot die Fontänen in die Luft steigen.
Übrigens, wie man auf dem Foto sieht, war es grau in grau, gepart mit Temperaturen um 10°C und damit mindestens 15 Grad kälter als die letzten 4 Tage. Wir hätten uns darüber ärgern können, stattdessen haben wir uns gefreut, dass es die letzten Tage so schön war und ein Tag mit schlechtem Wetter ist beim Whale-Watching ja nicht so dramatisch. Hier fällt mir etwas ein, eine Aussage von Richard in meinem Planugsthread für 2013: "Egal wo man ist, es kommt darauf an, was man daraus macht." (Diese einfache Aussage, bzw. das Bewusstmachen des Inhalts hat mir bei meiner Planung übrigens sehr geholfen.)
Wieder an Land führte uns das Navi direkt zum "Walk of Fame". So richtig interessiere ich mich nicht dafür, der ganze Film-Hype geht ein wenig an mir vorbei. Aber einmal sehen schadet nicht, so detaillet war dann auch der Plan. Sign fotografiert (mit Scientology-Test-Center im Vordergrund) und einmal die Straße rauf und wieder runter. Dabei eine Handvoll "Stars" fotografiert, anbei mein persönliches Highlight (neben Britney Spears, aber das wäre jetzt zu peinlich):
Für mich war es deutlich anders als erwartet. Ich hätte mir mehr "Glamour" vorgestellt, stattdessen gab es abgewrackte Gestalten, Erotik-Shops (vorsichtig ausgedrückt) und Touris. Eine Mischung aus Bahnhof Zoo, Kö und Reeperbahn.
Nun sollte das letzte Highlight des Urlaubs folgen, der letzte Abend, das letzte Bild, LA bei Nacht. Also ab zum Griffith Observatory (auch mit 25feet WoMo kein Problem), die absolut sehenswerte kostenlose Ausstellung angeschaut und dann zum Sunset auf die Aussichtsplattform. Gigantisch. Ein Meer, ein Meer an Lichtern, Beton und Lärm. So weit das Auge reicht. Egal ob man die Natur liebt oder eher Städte bereist, der Blick war schon beeindruckend, wenn auch nicht schön im Sinne des Antelope Canyon.
An einer Pizza Bude 2 normale Pizzae und als Side Garlic Bread Sticks. 15.000 kcal und genug für 5 hungrige Waldarbeiter. Wahnsinn. Übrigens kommen wir hier mit Englisch nicht weit, alle Mitarbeiter und Kunden schienen wohl Spanisch als Muttersprache zu haben. Aber wie man in den Wald ruft...
Dann beginnt ein Kapitel, über das ich lieber den Mantel des Schweigens legen würde: Im Vorfeld hatte ich zu hause schon keinen guten CG in LA gefunden. Walnut RV und Dockweiler hatte ich auf der Liste, beide aber irgendwie nicht so recht ideal in Bezug auf die Örtlichkeit und Preis/leistung. Den Walnut hatten wir uns Mittags schon mal angesehen, waren ein paar Sites frei, aber von der Lage auch halt eben nicht so der Hit (zu weit nördlich). Spontan fahren wir den Dockweiler an, und kommen müde und glücklich um 22:02 Uhr dort an. Gates closed by 10 p.m. - no exeptions. Diese 22 Uhr Grenze hatte ich nicht auf dem Schirm, Anfängerfehler. Aber wozu haben wir ein Navi? den nächsten CG ausgesucht - wir landen mitten in einem Wohngebiet. So geht die Odysse weiter, immerhin kommen wir mit Bedienungen aus einem Liquer Store ins Gespräch, stehen vor den Toren völlig obskurer Trailer Parks und kurven mitten in der Nacht durch den wohl größten Moloch der westlichen Welt. Irgnedwann, gegen 2 Uhr morgens landen wir dann doch bei der Walnuss. Licht aus - ab ins Bett.
Fazit des Tages: Für die letzte Nacht, egal ob die Abgabe des WoMo bis 10 oder bis 15 Uhr erfolgen muss, der Flug sofort geht oder erst noch eine Hotelnacht ansteht, nach meiner Erfahrung werde ich ab sofort IMMER eine feste Buchung für die letzte Nacht machen! Es gibt genug zu tun, der Urlaub war lang genug, und Flexibilität brauche ich jetzt nicht mehr, sondern Sicherheit!