20. Juli 2016
Aufstehen 6 Uhr. Duschen, Koffer packen und los. Wir wollen uns im Hotel noch ein Frühstück besorgen, bevor wir zum vereinbarten Ausgang gehen. Leider ist die Schlange bei Starbucks um 7 Uhr sehr lang. Guido und die Mädels gehen schon mal mit dem Gepäck vor und ich besorge Frühstück. Zwei Kaffee und für jeden ein Croissant bzw. für Lara stattdessen einen Obstbecher: 30 $.
Wir haben schon längst gefrühstückt, doch leider ist um 8 Uhr immer noch niemand da. Ich rufe bei El Monte an und die Dame nimmt Kontakt mit dem Fahrer auf. Er ist schon seit halbacht da und wartet auf uns – an einem anderen Ausgang. Also mit dem Gepäck wieder quer durch das ganze Hotel auf die andere Seite. Man läuft hier immer mitten durch das Spielcasino. Der Fahrer ist total nett und gechillt und meint, es wäre kein Problem, er hätte nichts anderes zu tun, als uns abzuholen.
Bei El Monte werden wir von einem deutschsprachigen Herren begrüßt, der dann jedoch weg muss. Man zeigt uns erst das Einweisungsvideo mit allen wichtigen Erklärungen. Wir können es eigentlich schon fast auswendig, denn wir hatten es von einem Bekannten bekommen und besonders Guido hat es schon einige Male daheim angeschaut. Wir müssen dann ziemlich viele Formulare unterschreiben wegen Versicherung und Haftung usw. Den internationalen Führerschein hätten wir übrigens zum Ausleihen nicht gebraucht. Dann bittet man uns, Platz zu nehmen, es gibt kostenlos Kaffee und Tee. Nach ca. 1 ½ Stunden ist es endlich soweit, wir werden mit zu unserem Auto genommen und es wird uns nochmal alles Wichtige gezeigt. Dann wird ein Wagen mit dem Innenleben gebracht: Handtücher (für jeden 5 Stück), Bettlaken und Wolldecken (für jeden zwei), Geschirr, Töpfe, Besteck, Toaster, Kaffeemaschine – alles einzeln in Tüten verpackt und verschweißt, also direkt von einer Reinigungsfirma. Wir räumen gleich alles in den RV, die Koffer einfach in den riesigen Kofferraum und los geht´s. Wir haben heute noch einiges vor! Wir fahren noch vor 11 Uhr vom Hof.
Erstes Ziel: der Walmart ein paar Straßen weiter. Guido fährt ganz souverän mit diesem Riesending. Naja, er hat ja auch den LKW-Führerschein und ist es vom Feuerwehrauto gewöhnt. Als er gerade versucht, möglichst platzsparend auf dem Walmart-Parkplatz einzuparken, kommt eine sehr freundliche Polizistin zu uns und sagt, er solle doch zwei Parkplätze benutzen, das sei doch gar kein Problem. Trotz meines vorbereiteten Einkaufszettel kostet uns der Einkauf fast zwei Stunden. Es dauert einfach, bis man in dem überdimensionalen Laden alles gefunden hat, vor allem weil es manche Dinge wie z. B. süße Sahne einfach nicht gibt. Der Mann an der Kasse, ein sehr freundlicher älterer Herr, hat alle Zeit der Welt. Er erzählt uns seine ganze Lebensgeschichte, dass er Fußball liebt und Stuttgartfan ist und und und….Es geht natürlich alles dementsprechend langsam. Trotz meiner Bitte, mir die Sachen einfach wieder zu geben, damit ich sie in den Wagen räumen kann, verpackt der gute Mann alles einzeln in Plastiktüten, von denen wir nach unserem Einkauf 20 Stück haben. Die Tüten hängen an einem Karussell; er befüllt sie und dreht einfach weiter.
Wir zahlen stolze 220 $ für unseren ersten Einkauf. Guido programmiert das Navi, wir haben eins mit der USA-Karte von Bekannten bekommen. Hat sich gut bezahlt gemacht! Die Mädels bereiten für sich und Guido aus den Einkäufen eine kleine Brotzeit und wir essen während der Fahrt, denn wir sind ganz heiß darauf, endlich loszufahren. Ziel: Hoover Dam. Leider kannte das Navi dieses Ziel nicht, sodass wir uns prompt erstmal verfahren. Ist aber ein lohnenswerter Umweg: Wir fahren durch Lake Mead, ein kleines Örtchen, das am gleichnamigen See gelegen ist und in dem anscheinend nur Bonzen wohnen. Hier stehen traumhafte Villen mit Wimbledon-Rasen und Palmen mitten in der Wüste. Die meisten Häuser mit Blick auf den See.
Am Hoover Dam überqueren wir die Grenze nach Arizona, nachdem wir den Sicherheitscheck passiert haben. Drei Männer begutachten unser Auto von innen und außen. Einer von ihnen unterhält sich eigentlich die ganze Zeit mit mir über das Oktoberfest in München, sagt dann aber zu seinem Kollegen, innen sei alles ok. Er hatte nicht einmal einen Blick nach innen geworfen.
Der RV-Parkplatz liegt also hinter der Grenze in Arizona. Der Weg vom Parkplatz zum Dam hinunter dauert höchstens 10 Minuten, in denen wir aber glauben, in Höllenglut gelandet zu sein. Man hat das Gefühl, die Sonne und der Wind verbrennen einen bei lebendigem Leib. Wir machen ein paar Fotos und verstecken uns dann im Vorraum der Restrooms, die in einem Türmchen mitten am Weg untergebracht sind. Dort ist es angenehm kühl und es gibt kaltes Wasser. Anna ist fix und fertig, ihr ist schlecht von der Hitze und wir alle haben gerade ein bisschen Angst vor den nächsten Tagen. Schließlich haben wir uns für den Grand Canyon eine Wanderung vorgenommen!
Nach ein paar Minuten gehen wir zurück zum RV und schmeißen die Klimaanlage an, die Gott sei Dank super funktioniert. Während der Fahrt nach Kingman können sich alle ein bisschen erholen. Ab hier ist schauen angesagt, denn wir fahren die legendäre Route 66 bis Seligman.
Unterwegs gibt es einige alte Tankstellen, verrostete Autos, aber auch ganz tolle Oldtimer. Wir halten immer wieder an, um Fotos zu machen. In Seligman tanken wir das erste Mal (Man steckt hier die Kreditkarte einfach in die Zapfsäule und schon kann man volltanken). Gegen 19.30 Uhr kommen wir auf unserem Campingplatz an. Eine ganz liebe Frau empfängt uns und freut sich dass wir endlich da sind. Sie erklärt uns alles und wir sind sehr froh, denn es ist ja für uns das erste Mal mit dem RV auf einem Campground. Weil wir von El Monte sind, bekommen wir 5.40 $ von dem bereits von daheim bezahlten Preis auf unsere Kreditkarte zurückerstattet ohne dass wir danach fragen müssten. Wir haben eine Site mit Strom und Wasser und ich stelle fest, so ist Campen richtig komfortabel.
Heute gibt es Nudeln mit Tomatensoße und Salat. Es klappt alles supi, Kochen im RV ist richtig komfortabel. Wir essen einem schön gedeckten Tisch vor unserem beleuchteten RV (die Tischdecke habe ich von zu Hause mitgebracht). Richtig romantisch. Die Grillen zirpen, ab und zu ein vorbeifahrender Zug, sonst nichts.
Dann wird noch schnell gespült und geduscht. Die Duschen hier sind sehr sauber und gut. Ab geht´s ins Bett, die erste Nacht in unserem Haus auf Rädern!