5.30 Uhr: Ich bin ausgeschlafen. Stehe auf, google den Weg zum Newark Flughafen für die Weiterreise und stöbere ein bisschen. Die Dusche ist ein Rinnsal, obwohl aus dem Hahn eigentlich genug Wasser kommt. Erfrischung gibt es nicht, obwohl heute für N.Y. schlechtes Wetter ist: 25°C und bewölkt. Der Plan für heute: Central Park, Ground Zero, einfach mal schauen.
Wir gehen los in Richtung Central Park -es ist doch ein ganz schönes Stück von uns. Wir laufen unterwegs durch den Morningside Park, ein gepflegtes Stückchen Grün in einer heruntergekommenen Gegend. Das Stück durch den Central Park gehen wir entlang der Straße, die dort hindurch führt. Man hat das Gefühl, man wäre mitten im Wald – nicht nur in einem Stadtpark. Es sind sehr viele Radfahrer und Jogger unterwegs. An der Subway Station versuchen wir, uns ein Wochenticket zu kaufen. Irgendwas klappt nicht. Sofort spricht uns ein schwarzer Mann in Uniform an und will uns helfen. Er erklärt uns, dass man mit einer Kreditkarte nicht mehr als zwei Tickets kaufen kann. Also teilen wir auf: zwei kaufe ich, zwei Guido, eines bar - und schon klappt es. Gott sei Dank haben wir zwei Kreditkarten! Wir fahren dann mit der Subway Richtung PennStation. Von hier fährt am Dienstag unser Zug zum Newark Airport. Wir schauen nach dem Fahrplan und kaufen gleich die Tickets, denn wir müssen am Dienstag sehr früh los.
Dann fahren weiter an die Südspitze Manhattans. Wir schauen die Statue of Liberty an und machen Mittagspause am Peer. Die Mädels hatten sich die Freiheitsstatue größer vorgestellt. Frisch gestärkt geht es weiter zum Ground Zero. Erst das Gelände, dann das Museum. Sehr beeindruckend, aber schweinekalt! Die Klimaanlagen hier in N.Y sind schrecklich – viel zukalt! Als wir um16.30 Uhr raus kommen, hat es geregnet, ist aber schon wieder total heiß und schwül. Wir laufen durch Chinatown und Little Italy. Jetzt sind wir total geschafft, hungrig und unentschlossen wie es weiter gehen soll. Wir beschließen, nach Brooklyn zu fahren. Heute Abend wollen wir nämlich über die Brooklyn Bridge zurück laufen, das soll bei Sonnenuntergang am schönsten sein. Also zur Subway und los. Die im Reiseführer angepriesene Promenade nahe der Brücke ist nicht so toll, vor allem immer noch nichts zu essen und kein Klo. Wir laufen Richtung Brücke und Gott sei Dank: unter der Brücke ist eine kleine Fressmeile und auch ein schönes Stückchen Promenade, wo viele Leute den Sonnenuntergang genießen. Wir essen Hamburger bei Shake a Shack, die besten die wir auf unserer ganzen USA- Reise bekommen sollten! Es ist sehr schön, die Silhouette von N.Y. im Sonnenuntergang zu beobachten - richtig romantisch. Gegen 20.30 Uhr setzen wir uns in Bewegung Richtung Brücke. Leider ist der Weg auf die Brücke hinauf sehr weit. Aber der Spaziergang über die Brücke entschädigt uns für die Strapazen. Der Blick auf die Skyline von Manhattan ist wirklich atemberaubend schön!
Um 22.00 kommen wir völlig fertig an der Subway an. Um 23.00 sind wir glücklich daheim und stoßen noch mit einem Dosenbier auf unseren Urlaub an!
15. Juli 2016
Ich stehe um 6.30 auf, dusche, frühstücke und plane den Tag. Um 8 Uhr gehe ich mit Lara zum „lara’s“ an der Ecke zum einkaufen. Schwabbeliges Sandwich zum toasten, denn das Weißbrot, das Lara entdeckt hat, fühlt sich an wie Entenfutter. Wein, den ich abends in den Ausguss schütte, weil er ungenießbar ist und Wasser, das wir bei der Hitze in Unmengen brauchen – leider ohne Kohlensäure.
9.30 Uhr Abmarsch. Wir fahren zur South Ferry, wo alle Boote ablegen, denn wir wollen heute die Sightseeing Bootstour aus unserem City Pass machen. Am Hafen angekommen stellen wir fest, dass die Circle Line nicht hier, sondern in Midtown ablegt. Hätte ich vorher genauer lesen müssen! Also nochmal zur Subway. Wir steigen am Times Square aus und sind total überwältigt von dem, was uns oberhalb der U-Bahn-Station erwartet: riesige Wolkenkratzer, blinkende Reklametafeln, deren Größe wir nicht mal abschätzen können, Straßen im Verkehrschaos, heulende Martinshörner der Krankenwägen und Feuerwehrautos und unendliche Menschenmassen! Wir laufen also durch dieses Getümmel die Straßen entlang bis zu unserem Peer. Dort angekommen, haben wir Glück: in 15 Minuten fährt unser Boot. Auf die Karte aus unserem CityPass zahlen wir 5$ pro Person drauf, um die große 2 ½ stündige Rundfahrt zu haben.Wir fahren an der Freiheitsstatue ganz nah vorbei und quasi um ganz New York herum. Es ist sehr interessant, die Größe und Unterschiedlichkeit der Stadt vom Wasser aus zu sehen. Und natürlich die Skyline von Manhatten!
Auf dem Rückweg schlendern wir wieder über den Times Square bis zur Library of New York, das ist die alte Bibliothek. Sie befindet sich in einem wunderschönen alten Gebäude. Wir sind kaputt, also ab zur U-Bahn und heim. Nudeln essen, duschen und chic machen, denn wir gehen heute Abend ins Musical am Broadway. Auf dem Weg zu Broadway erwischen wir nach dem Umsteigen versehentlich eine Expressbahn, statt der „local“ und fahren zu weit, also nochmal ein Stück zurück. Wir sind trotzdem rechtzeitig am Neill Simon Theater. Die von Deutschland aus bestellten Tickets liegen an der Kasse für uns bereit. Das Musical „Cats“ ist richtig toll, nur leider ist es auch hier wieder viel zu kalt. Ich hasse Klimaanlagen!
Auf dem Heimweg lassen wir uns nochmal über den Times Square/ Broadway schieben und diese Stadt einfach auf uns wirken. Es ist alles so groß, so verrückt!
16. Juli 2016
Heute stehe ich erst um 7.30 Uhr auf. Nach dem Frühstück geht es um 9.30 Uhr los Richtung Stadt. Wir fahren zum Empire State Building und kommen dort ohne Anstehen (auch dank unseres CityPasses) sehr schnell nach oben. Der Ausblick ist einfach gigantisch. Wir bleiben sehr lange da oben und machen unzählige Fotos mit zwei Fotoapparaten (Es wird sich zu Hause rächen, wenn wir entscheiden müssen, welche Fotos wir löschen!). Nachdem uns der Aufzug in weniger als einer Minute wieder nach unten gebracht hat, laufen wir zur Library und machen dort im Schatten unsere Mittagspause. Es gibt kleine Tischchen unter Bäumen und man kann wunderbar die Leute beobachten. Dann geht es weiter zur St. Patricks Cathedral, einer wirklich wunderschönen Kirche. Von hier ist es nicht weit zur Gand Central Station, dem riesigen alten Bahnhof. Ein wirklich tolles Gebäude, das auch heute noch als Bahnhof für die Subway genutzt wird.
Wir wollen uns dann das Rockefeller Center anschauen, das wir die ganze Zeit mit dem Crysler Building verwechselt hatten, aber es beeindruckt uns nicht so sehr. Wir fahren mit der Subway zu „Macy`s“, dem angeblich weltgrößten Kaufhaus. Für uns irgendwie eine Nummer zu groß. Wir wissen gar nicht, in welche Abteilung wir eigentlich gehen wollen, also hören wir auf unseren Magen und gehen erstmal im Untergeschoss was essen. Ach ja – und Julia spielt auf einer im Boden versenkten Klaviertastatur in Übergröße noch ein Liedchen.
Jetzt zieht es unsere Mädels zu Victoria´s Secret, dem Unterwäschegeschäft. Ein Erlebnis der Extraklasse: Alles in Rot und Pink, alle Verkäuferinnen mit Maßband um den Hals und viele wartende Männer, die ganz offensichtlich nicht so genau wissen, wo sie hinschauen sollen.
Der M&M- Laden wartet auf uns! Auf drei Stockwerken gibt es fast alles, nur die M&Ms finden wir erst ganz am Schluss. Anna kauft sich eine Kuscheldecke, Julia ein T-Shirt, außerdem kaufen wir auf Bestellung noch fast ein Kilo Erdnussbutter-M&Ms. Der Laden ist brechend voll und als wir raus wollen, wissen wir warum: Es schüttet! Nach ein paar Minuten ist der Spuk jedoch vorbei und wir können gehen. Wir fahren erstmal heim in unsere Wohnung, kaufen unterwegs noch ein paar Lebensmittel und Wasser ein und kochen uns Nudeln mit Wok-Gemüse. Dann eine kurze Dusche zur Erfrischung und um 19.45 Uhr geht´s wieder los. Wir wollen heute nochmal bei Dunkelheit aufs Empire. Dieser „Doppelpack“ ist in unserem Citypass: an einem Tag 2x aufs Empire.
Wir schauen uns erst noch die Metropolitan Opera an, die leider momentan Spielpause hat, sonst hätten wir uns dort einen Opernabend gegönnt. Ganz in der Nähe ist auch die Julliard School, die Musikhochschule, auf der David Garrett war. Auch hier jedoch alles zu, anscheinend Semesterferien. Wir laufen durch den Central Park, wo gerade ein Tanzkurs für Tango Argentino stattfindet. Wir schauen eine ganze Weile zu, denn bei einigen Paaren, besonders bei einem Schwulenpaar, sieht es richtig toll aus. Jetzt aber los zur Subway - wir wollen ja aufs Empire.
Dort steht im Gegensatz zu heute morgen eine Riesenschlange und wir müssen trotz Citypass lange warten, denn am längsten dauert die Taschenkontrolle, die in USA bei dem Eintritt in ein öffentliches Gebäude obligatorisch ist und natürlich das Warten auf den Aufzug. Die letzten Stockwerke gehen wir zu Fuß (wie heute morgen schon), um uns die Wartezeit auf den zweiten Aufzug zu ersparen. Die Beine sind jetzt allerdings schon ganz schön schwer. Der Ausblick ist einfach gigantisch. New York bei Nacht, Millionen von Lichtern, Wahnsinn!
Nach Mitternacht erst kommen wir zu Hause an. Ich sitze mit Anna noch bis halbzwei bei einem Bier in der Küche und wir ratschen.
Sonntag, 17. Juli 2016
Heute wollen wir um 10 Uhr in den Gottesdienst in der Kirche hier um die Ecke. Am Nachmittag ist Coney Island geplant – ein bisschen baden und chillen.
Heute gibt es ein Frühstücksei, denn unsere Vormieter hatten noch genau 5 Eier im Kühlschrank gelassen, ein richtiges Sonntagsfrühstück also. Wir schaffen es gerade rechtzeitig zur Kirche und werden gleich sehr freundlich von einer Schwarzen in eine Bank geführt. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Bedenken, ob die Gläubigen sich durch uns Touris gestört fühlen, doch diese Bedenken waren völlig unnötig. Ganz im Gegenteil: Jeder Fremde wurde sehr herzlich begrüßt. Der Gottesdienst ist toll, der Gospelchor einfach genial (Julia kauft sich nach dem Gottesdienst eine CD). Vor uns in der Bank sitzt eine üppige schwarze Omi in einem sehr aufwändigen Sonntagskleid. Sie fragt uns woher wir kommen und auf unsere Antwort „from Germany“ erwidert sie „Willkommen“. Total süß. Der Ablauf ist der gleiche wie in unserem katholischen Gottesdienst, die Lieder eigentlich auch, sodass wir bei vielen auch mitsingen können.
Die Fürbitten sind u. a. für die Toten des Türkei-Putsches und für eine Klimaanlage in der Kirche, denn man zerfließt hier fast.
Nach ca. 1 Stunde ist der Gottesdienst vorbei und wir fahren in die Stadt und laufen ein ganzen Stück durch den südlichen Teil des Central Parks, der heute am Sonntag sehr belebt ist: Musik, Spaziergänger, Sportler, Kutschen, Fahrräder, Picknicker usw.
Wir gesellen uns zu den Picknickern, machen unsere Mittagsbrotzeit auf einer Bank am See und schlendern dann durch die Upper Eastside, die Juli gerne sehen wollte, weil ihre im Moment bevorzugte Serie hier spielt. Die Hauseingänge sehen aus wie Hotels: edel, mit Vordach und Doorman.
Nächstes Ziel ist das Guggenheim Museum, ein bisschen Kultur muss auch sein. Die Architektur des Gebäudes ist toll, die Bilder Geschmackssache, viel abstrakte Kunst. Die Thannhäuser Sammlung schauen wir uns genauer an, hier sind u. a. Gemälde von Picasso und Monet.
So – Kultur für heute erledigt, ab nach Coney Island zum Baden! Leider verpassen wir den Express Train und wir müssen mit der Local fahren, die an jeder Haltestelle anhält und dementsprechend lange braucht. Wir sind fast zwei Stunden unterwegs. Aber es hat sich gelohnt! Ein riesiger Vergnügungspark direkt am Strand, zig Imbissbuden, z. B. „Nathan´s“. Hier wurde angeblich von einem Deutschen 1906 der HotDog erfunden. Es wuselt nur so von Menschen, anscheinend machen viele NewYorker ihren Sonntagsausflug hierher. Nach einigem Staunen suchen wir uns ein Plätzchen am Strand ein bisschen abseits vom großen Getümmel. Es ist gerade ein bisschen bewölkt und durch den Wind vom Meer her gar nicht so heiß. Wir springen alle eine Runde ins Wasser, um uns dann in der Gott sei Dank zurückgekehrten Sonne auszuruhen. Gegen 7 p.m. packen wir zusammen, holen uns bei Nathan´s Hamburger, Pommes und Cola (Guido verwirft seinen Plan, einen Hotdog zu essen, nachdem er ihn gesehen hat) und spazieren dann in Richtung Steg. Dort erleben wir einen herrlichen Sonnenuntergang und machen tolle Fotos. Der Vergnügungspark sieht beleuchtet natürlich auch viel besser aus als am Tag.
Es gibt ein Eis für 5 $ pro Portion – ist aber wirklich groß und lecker! Wir setzen uns auf eine Bordsteinkante, um das Eis in Ruhe zu essen, werden aber nach ein paar Minuten von riesigen beleuchteten Motorrädern vertrieben. Es sind Haleys oder Goldwing oder so was , so groß wir mein kleines Auto. Sie haben Musikanlagen, Bildschirme und eine Rundum-LED-Beleuchtung, sogar an den Reifen. Sieht aus wie im Film.
Wir staunen mal wiede rüber diese verrückten Amerikaner und machen uns auf den Heimweg. In der Bahn haben wir heute sehr viel Spaß - wir vergleichen unsere Nasen und versuchen, unsere Backen im Rhythmus aufzublasen. Um 23.30 Uhr sind wir daheim. Duschen, ein Bierchen, Karten schreiben und ab ins Bett. Morgen der letzte Tag in New York!
18. Juli 2016
Um 7 Uhr bin ich aufgestanden, habe den Eintrag von gestern fertig geschrieben, für den ich einfach zu müde war. Um 9.15 Uhr geht es heute los. Wir fahren ganz runter nach Manhatten zur South Ferry. Lara wollte gerne nochmal zu Liberty. Unterwegs kaufen wir an einer U-Bahn Station französisches Baguette beim Bäcker- endlich mal kein labberiges Sandwich!
Der Bahnhof für die Fähren ist sehr groß. Wir fahren mit der kostenlosen Fähre nach Staten Island und machen unterwegs viele Fotos. Leider klappt es aber nicht, dass Lara und die Statue auf einem Foto sind – das wollte sie unbedingt.
Auf Staten Island muss man aussteigen und wir versuchen, herum zu rennen und auf der anderen Seite wieder auf die gleiche Fähre aufzusteigen. Leider klappt das nicht, es ist abgesperrt. Also warten wir eine ½ Stunde auf die nächste Fähre zurück.
Von da aus fahren wir zu 14. St und gehen zum Highline Park. Hier angkommen treffen wir gleich auf einen nur mit Unterhose bekleideten Mann. Es stellt sich heraus, dass er nicht echt ist, aber täuschend echt aussieht. Es ist wahnsinnig heiß (Mittagszeit), aber die Highline ist wirklich schön gemacht. Viel Grün, immer wieder Sitzgelegenheiten, ein bisschen Wind und ab und zu Schatten. Man sieht auch die Häuser mal aus einer ganz anderen Perspektive.
Doch irgendwann sind wir alle einfach nur noch k.o. und durstig, gehen runter in einen Supermarkt, wo wir uns mit Getränken und Süßigkeiten eindecken und fahren mit der Subway Richtung „American Museum of Natural History“.
Vor dem Museum gibt es endlich mal ein Essen von einem der unzählbaren Push Cars in NY: Das sind Fresswägen, die entweder Obst und Shakes oder Halal-Food, Got Dogs, Döner Kebab usw. verkaufen. 2 Kebab und 1 Hot Dog kosten 18 $, aber alle werden satt und es schmeckt lecker.
Dann ins Museum, das leider nur bis 17.45 Uhr geöffnet hat.Im Eintritt inbegriffen ist ein Film. Wir suchen uns den über die Nationalparks aus. Alle nochmal schnelll auf Toilette, die wir ziemlich lange suchen müssen, dann in den Film. Der ist richtig toll. Eine kleine Gruppe Kletterer führt uns quer durch USA in verschiedene Parks. Eine schöne Einstimmung auf den kommenden Urlaubsabschnitt. Leider bleibt nach dem Film nur noch wenig Zeit für das Museum. Wir schauen die Ausstellung über die Ursprünge der Menschen an, werden dann aber bald rausgeworfen. Schade, das Museum ist sehr gut gemacht.
Wir fahren also zur 125. St. nach Hause und suchen in unserem Viertel noch ca. 1 Stunde das Post Office, weil wir noch 2 Karten ohne Briefmarken haben, weil diese hier sehr schwer zu bekommen sind.
Die Briefmarken kosten dort 1,25 $, in der Stadt hatte ich 2,50 $ bezahlt! Zum Abendessen gibt es Reste, Packen ist angesagt, morgen früh um 5 Uhr geht es los.