Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 16-17: Lachse beobachten und weitere Abenteuer

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KASAJU
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Beigetreten: 29.12.2019 - 23:36
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Tag 16-17: Lachse beobachten und weitere Abenteuer
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen

Unsere Route führte uns weiter über Valemount, wo wir, dank passender Jahreszeit, gute Chancen auf die Beobachtung der springenden Lachse hatten. Der ersten Lookoutpunkt war jedoch flaute, also gingen wir erstmal einkaufen. Schon im Wells Grey Tourismus Center hatte man uns einen weiteren Punkt empfohlen: die Rearguard Falls auf dem Weg zum Mount Robson PP. Angekommen benötigten wir nur eine recht kurze Wanderung um direkt am Wasserfall die ersten springenden Fische zu sehen. Das war wirklich ein cooles Erlebnis, zumal das Ganze nur wenige Wochen im Jahr stattfindet. Die Rearguard falls markieren dabei den höchsten Punkt, den die Königslachse zurücklegen, ehe sie ablaichen und versterben. Ein Naturschauspiel, das man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Als Übernachtungsmöglichkeit hatten wir die Tete June Lodge am gleichnamigen Cache gewählt. Der private CG war rückblickend einer der Schönsten der ganzen Reise. Gepflegt und übersichtlich, direkt am Fraser River mit kleinem Spielplatz direkt in der Mitte. Wie auch in diesem Jahr waren weite Regionen Kanadas vom Waldbrand betroffen, sodass wir an allen bisherigen Campgrounds Feuerverbote hatten. Auf der Tete June Lodge durften wir erstmals Lagerfeuer machen, grillten Stockbrot und genossen die lauen Temperaturen.

Da das Wetter auch am nächsten Morgen extrem gut angekündigt war, beschlossen wir schon einmal in Richtung Jasper zu fahren und einen Stop am Mount Robson zu unternehmen. Und wir hatten extremes Glück. Der Mount Robson erstrahlte in voller Pracht im Sonnenschein und wir verbrachten ein paar schöne Stunden um das Visitorcenter herum. Als wir hier am nächsten Tag erneut vorbei fuhren, diesmal wirklich auf der Durchreise nach Jasper City und bei starkem Regen, waren weite Teile des Mount Robson im Nebel verschwunden. Glück gehabt...

Doch bevor der Regen uns den Tag verrieselte, fuhren wir nochmal zurück zum Campground und erlebten eine ganze Hand voller Abenteuer.

Kurz bevor wir uns zu einer kurzen Erkundungsrunde am Fraser River aufmachen wollte, besuchte uns ein Schwarzbär mitten auf dem Campground. Wir waren gerade mit den Kids auf dem Spielplatz, als etwa 30 Meter von uns entfernt der Bär den Weg entlang schlenderte. Vermutlich hatte er uns längst bemerkt, wollte jedoch einen Baum mit Früchten, am Rande der Wiese beklettern und entschied sich daher uns einen Besuch abzustatten. Als ich meinem Mann und Kindern den strengen Hinweis erteilte, dass wir bitten jetzt langsam rückwärts Richtung Camper gehen müssen, bekam ich zunächst nur ungläubige Blicke. Am Ende konnten wir den Bär aus sicherer Entfernung und aus dem Schutz unseres Wohnwagens beobachten, was sicherlich zu einem der Highlights unserer Reise wurde.

Am selben Abend zog auf dem Campingplatz zunehmen Sturm und Gewitter auf. Wir beschlossen das Abendessen auf drinnen zu verschieben, als unter lautem Gekrache und Getose direkt nebem dem Camper ein Baum zu Boden stürzte. Meine Tochter, die mit dem Papa gerade noch draussen war, fing panisch an zu weinen, zum Glück jedoch reagierte der Männe geistesgegenwärtig und zog sie zu sich. Nach kurzem Schreckmoment trauten wir uns wieder nach draussen, informierten die Campgroundinhaber und begutachteten den umgestürzten Baum. Eine ganze Kolonie Termieten hatten sich am Stamm zu schaffen gemacht, sodass der aufkommende Wind keine große Mühe mehr aufbringen musste um den Baum zu Boden zu reissen. Dem Sturm folgte dann kurz darauf ein heftiges Gewitter, was grollend und tosend durch die Berge hallte. Seitdem erinnern wir uns an die Tete June Lodge als den wunderschönen, aber auch ziemlich abenteuerlustigen Campingplatz.