Für die letzte Woche unseres Roadtrips haben wir einen Midsize-SUV über Alamo gebucht. Wir werden in verschiedenen Hotels und Lodges übernachten.
Eigentlich gibt es in Las Vegas eine Choice Line, wo man sich ein Auto der gebuchten Kategorie aussuchen kann.
In unserem Fall steht hier nun genau ein mickriger Jeep Renegade. Jetzt wird uns auch klar, warum die Dame beim Check-In uns immer ein Upgrade auf ein größeres Auto aufschwätzen wollte, was wir aber entschieden ablehnen:
Mehr Zylinder, mehr PS, mehr Platz, viel bequemer.
Naja, ist halt so. Wir packen unsere Sieben Sachen ein und ich beschließe, vor der Abfahrt nochmal "für kleine Prinzen" zu verschwinden.
Der einfache Weg vom Auto durch die riesige Schalterhalle der Vermietstationen bis zu den Toiletten ist ca. 200 m weit. Dementsprechend bin ich gut und gerne 10 Minuten unterwegs. Als ich zurück komme und wir gerade losfahren wollen, parkt doch neben uns ein frisch gewaschener, schneeweißer Jeep Grand Cherokee!
Ich frage den Servicemitarbeiter, ob das Vehikel auch unter Midsize-SUV fällt. Er nickt.
Cool!
Wir packen schnell unsere Sachen aus dem Renegade in den Grand Cherokee und hoffen, dass die Kontrolle an der Ausfahrt das mit der Kategorie genauso entspannt sieht.
Und wir haben Glück! Kein Mensch hat was gegen unsere Wahl. Zufrieden machen wir uns auf den Weg in die Wüste.
Denn ohne Aufpreis haben wir nun:
Mehr Zylinder, mehr PS, mehr Platz, viel bequemer.
Und sogar ein funktionierendes Navi!
Was will man mehr?
Über das Death Valley, Sequoia, Morro Bay und Santa Barbara nach Los Angeles
Mit dem Jeep fahren wir noch eine schöne Runde abseits der Route 66 zu Zielen, die wir schon lange nicht mehr besucht hatten. Außerdem wollten wir noch etwas Pazifikluft schnuppern.
Mein persönliches Fazit
Bis auf wenige Problemchen mit dem neuen Wohnmobil verlief diese erste Überführungsfahrt für uns erstaunlich glatt. Obwohl ich noch nie ein Womo gefahren hatte, war die Technik, das Dumpen etc. nicht wirklich schwierig. Lediglich die Sache mit dem warmen Wasser war etwas knifflig. Immerhin ging es einigen erfahreneren Überführern aus unserer Gruppe nicht anders. Immerhin konnte ich 4 oder 5 Kollegen in der Sache weitzerhelfen - und das als Rookie!
Mit Hilfe der Tipps aus diesem Forum gelang auch die Routenplanung im Vorfeld sehr gut.
Danke nochmal an alle Helfer und Tippgeber!
Sie liebt mich, sie liebt mich nicht...
Die Reise entlang der Route 66 hat uns total begeistert. Hier und in anderen Foren wird gerne von einem verklärten Mythos gesprochen, die Motherroad bis auf ein paar wenige Streckenabschnitte oft als uninteressant beschrieben.
Meine Frau Sabine und ich waren jedoch sehr begeistert. Vielleicht rührt das aber auch daher, dass das unsere 10. oder 11. Reise in die USA war, wenngleich das erste Mal mit dem Womo. Wir haben uns auf diesen Mythos gerne eingelassen und hatten viel Spaß mit sehr netten und hilfsbereiten Supportern der Route 66 Association ins Gespräch zu kommen. Die vielen kleinen, liebevoll restaurierten und betriebenen Museen entlang der Strecke (oft sogar kostenlos), haben eine tolle Atmosphäre. Die skurrilen Anekdoten, die man in den Gesprächen erzählt bekommt, lassen einen des Öfteren Schmunzeln.
Einen Einblick in das Leben, bzw. einen sehr kleinen Teil davon, im Bible Belt und den Fly-Over-Staaten bekommt man halt nur, wenn man da durchfährt und die Augen und Ohren offen hält. Das ist es aber absolut wert!
Für Ersttäter erscheinen Trips wie die "Banane" oder "Highway 1" aber sicher sinnvoller. Die Naturwunder und Sehenswürdigkeiten im Südwesten sind für Neulinge in den USA wesentlich spektakulärer als noch ein Diner und noch eine restaurierte Zapfsäule, wie es vor allem am Anfang der Route 66 der Fall ist. Illinois, Missouri, Oklahoma und das Stückchen Kansas sind halt nicht so attraktiv wie rote Steine und Canyons.
Zeitlich waren die knapp drei Wochen für die Überführungsfahrt definitiv ausreichend, was aber nicht heißt, dass man auch wirklich alles sieht. Ich würde die Strecke mit ein paar Varianten (Amish people etc.) gerne in ein paar Jahren noch einmal abfahren und mir mindestens nochmal so viel Zeit gönnen.
Etwas Statistik
Datum | Start | Tagesetappe, gefahrene Meilen | Zeit unterwegs | Gesamtstrecke | Sprit/Gallonen | |
19.05.2017 | Middlebury, IL | 196 | 7.30h | 196 | ||
20.05.2017 | Bourbonnais, IL | 329 | 12.30h | 525 | 36,4 | |
21.05.2017 | St. Louis (Chadd's house), MO | 180 | 8.00h | 705 | 19,4 | |
22.05.2017 | Phillipsburg, MO | 250 | 8.15h | 955 | 20,5 | |
23.05.2017 | Lake Oologah, OK | 196 | 7.00h | 1151 | 19,5 | |
24.05.2017 | El Reno, OK | 215 | 7.30h | 1366 | 19,2 | |
25.05.2017 | Amarillo, TX | 186 | 6.50h | 1552 | 35,0 | |
26.05.2017 | Tucumcari, NM | 110 | 2.45h | 1662 | ||
27.05.2017 | Santa Rosa, NM | 186 | 8.45h | 1848 | 27,3 | |
28.05.2017 | Santa Fé, NM | 145 | 8.20h | 1993 | ||
29.05.2017 | Santa Fé | 240 | 8.30h | 2233 | 16,5 | |
30.05.2017 | Grants, NM | 191 | 7.40h | 2424 | 16,4 | |
31.05.2017 | Hobrook, AZ | 133 | 5.00h | 2557 | 15,0 | |
01.06.2017 | Canyon de Chelly, AZ | 173 | 7.55h | 2728 | 11,6 | |
02.06.2017 | Monument Valley, AZ | geführte Tour | ||||
03.06.2017 | Monument Valley, AZ | 181 | 6.00h | 2911 | 13,2 | |
04.06.2017 | Grand Canyon, AZ | 85 | 2.15h | 2996 | ||
05.06.2017 | Flagstaff, AZ | 170 | 7.00h | 3167 | 20,5 | |
06.06.2017 | Kingman, AZ | 149 | 5.00h | 3315 | 13,3 | |
07.06.2017 | Las Vegas, NV | lokaler Transfer | ||||
08.06.2017 | Las Vegas, NV | Ruhetag | ||||
09.06.2017 | Las Vegas, NV | 202 | 8.00h | 3517 | ||
10.06.2017 | Amargosa Valley, NV | 255 | 7.15h | 3772 | 12,1 | |
11.06.2017 | Kernville, CA | 180 | 9.45h | 3952 | ||
12.06.2017 | Dunlap (Sequoia NP), CA | 197 | 5.00h | 4146 | 9,7 | |
13.06.2017 | Morro Bay, CA | Ruhetag | 24 | 4173 | ||
14.06.2017 | Morro Bay, CA | 166 | 7.20h | 4339 | 5,3 | |
15.06.2017 | Ventura, CA | 69 | 3.30h | 4408 | ||
16.06.2017 | Los Angeles, CA | Rückflug | ||||
Gesamtfahrzeit |
167.35h 7h/Fahrtag |
7092 km | 310,9 Gallonen/ 1177 Liter | |||
Durchschnitt |
26.40 mls/h ~183 mls/Fahrtag |
42,47 km/h ~294km/Fahrtag |
13,84 mls/Gallone - 17 l/100km |
Ganz toller, sehr entspannte Reisebericht, der vermuten lässt, dass der Autor/die Autoren ebenfalls entspannte Menschen sind. Das gefällt mir