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Rundreise durch Arizona und New Mexico / Herbst 2017: 12. Kartchner Caverns State Park, Arizona

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Herbstfahrer
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Beigetreten: 25.10.2017 - 16:27
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Rundreise durch Arizona und New Mexico / Herbst 2017: 12. Kartchner Caverns State Park, Arizona
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
68 Meilen
Fazit: 
Eine spektakuläre Höhle, die immer noch "wächst"...

14.10.2017

Für diesen Tag hatte ich schon vorab die Rotunda/Throne Room Tour um 10.20 Uhr in den Kartchner Höhlen gebucht. Es dürfen bei diesen Führungen keinerlei persönliche Gegenstände mitgeführt und auch nicht fotografiert werden.

Die Höhlentouren finden im Halbstunden-Takt statt. Es werden 2 verschiedene Touren, die Rotunda/Throne Room Tour und die Big Room Tour, angeboten. Beide dauern ca. 1,5 Std. und kosten 23 $ p.P. Die Big Room Tour findet nur in den Wintermonaten zwischen 15.Oktober. und 15. April statt, da sich während der Sommerzeit im Big Room schon seit Generationen eine grosse Kolonie von Fledermäusen aufhält, um dort ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen. Sie sollen nicht gestört werden, verlassen die Höhle dann im Herbst wieder in Richtung wärmere Gefilde.

An einem Wartepunkt im Discovery Center wurde unsere kleine Gruppe von einem Ranger abgeholt und in einem Bähnchen den Berg hinauf zum Höhleneingang gefahren. Der Originaleingang liegt etwas abseits und tiefer. Die in den frühen 1970er Jahren von zwei höhlenbegeisterten Studenten der Universität Arizona entdeckten Höhlen in den Whetstone Mountains sind weitestgehend in ihrem ursprünglichen Zustand belassen und noch immer "lebendig", d.h. daß weiterhin neue kleine Stalagtiten und Stalagmiten durch Wassertropfen von der Decke oder vom Boden entstehen. Benannt wurden sie nach dem Ehepaar Kartchner, auf deren Land die Höhlen liegen und die von Beginn an bis heute grosse Schützer, Förderer und Unterstützer des Projekts sind. Der Ranger betonte immer wieder, wie wichtig es für den Schutz der Höhlen sei, nichts anzufassen, zu berühren oder zu hinterlassen. Die riesigen Dimensionen und besonderen Formationen der Kalksäulen waren atemberaubend. Sehr angenehm fanden wir das langsame, ruhige Tempo des Rangers durch die verschiedenen Räume und seine interessanten Hinweise. Der Weg und die vielfältigen Entdeckungen in der Höhle steigerten sich langsam. Am Ende gelangte man zum Höhepunkt der Führung, dem grossen "Thronsaal" mit der imposanten, 58 ft hohen Tropfsteinsäule "Kublai Khan". Hier war - unterstützt durch eine dezente Licht- und Musikperformance - eine nahezu mystische Atmosphäre spürbar, der man sich kaum entziehen konnte. Wir waren schon in einigen Höhlen, fanden die Kartchner Caverns aber wegen ihrer magischen und unberührten Schönheit ganz besonders beeindruckend.

Bei grosser Mittagshitze gings wieder auf den Hwy 80 und von dort auf der I-10 Richtung Tucson. Hier war der krasse Gegensatz zwischen der Ruhe der Höhlen und dem lauten, hektischen Auto- und LKW-Verkehr wieder besonders auffällig. In Tucson fuhren wir ab zu Walmart, um ein letztes Mal einzukaufen, was uns schon ein wenig wehmütig machtecrying.

Unser nächstes Ziel war der Gilbert Ray CG im Tucson Mountain Park. Wir nahmen die Abfahrt 257 von der I-10 und hielten uns Richtung Gates Pass. Diese wunderschöne Passstrasse schlängelte sich kurvig und manchmal ganz schön eng durch die Tucson Mountains, die über und über voll mit Saguaros standen. Unglaublich eindrucksvoll!

Wir waren begeistert von dieser herrlichen Wüstenlandschaft, aber man musste wegen der kurvigen Strassenführung schon ziemlich aufpassen und die Augen auf die Strasse richten. Leider gab es kaum Anhaltestellen, so dass ich nur ein paar verwackelte Fotos aus dem Auto machen konnte. Gegen 3 Uhr nachmittags kamen wir auf dem Gilbert Ray CG an, der kaum belegt war. Das VC und mehrere Loops waren geschlossen, auch kein CG-Host war zu sehen. Wir suchten uns eine schöne campsite mit etwas Schatten aus, und registrierten uns für zwei Übernachtungen auf der site H 8. Den einzigen richtigen Schattenplatz (site 27) hatte sich schon ein junger Zeltler geangelt, der hier mit Laptop und Büchern sein "Arbeitszimmer" aufgeschlagen hatte. Auch nicht schlecht! Anschliessend genossen wir unser geliebtes Kaffeestündchen und gingen dann los auf Fotopirsch.

  

In der friedlichen Abendstimmung sassen wir noch lange draussen, dabei waren immer wieder knallartige Geräusche zu hören, die wir nicht einordnen konnten. Ein Feuerwerk konnten wir nicht ausmachen, erst am nächsten Tag löste sich das Rätsel: In der Nähe des CG befand sich ein Schiessplatz (!), an dem wohl heftig geballert wurde.

  

Herzliche Grüsse, Irma

2012 Südwesten  2015 Yellowstone/Badlands/RMNP   Herbstfahrer's Reiseberichte