Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

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antenne
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Beigetreten: 12.12.2024 - 23:45
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Fazit
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen

Dies ist kein neuer Reiseabschnitt, sondern eine kleine Auswertung, die auch am Anfang stehen könnte.

Allgemeines

Die Interstates sind teilweise ganz schön in die Jahre gekommen, das merkt vor allem mit dem Wohnmobil. Das Fahren auf Highways war wesentlich entspannter, da dort in der Regel nicht so viel Verkehr war und man mehr von der Gegend gesehen hat. Aber man benötigt etwas mehr Zeit.

Da wir nicht so viel essen gehen, haben wir uns eher zwischen den Nationalparks bessere Campingplätze „geleistet“, tlw. wie z.B. am Colorado wirklich schön gelegen.

Unterschied Auto – Womo

Wir waren jetzt das 5. Mal in den USA (New York bis Raleigh und zurück, Florida bis New Orleans, Las Vegas- SFO bis Seattle und Colorado), die Male zuvor immer mit PKW und Hotels. Mit dem Auto ist man schneller und flexibler, insbesondere in den Städten. Außerdem ist es günstiger. Mit dem Wohnmobil ist man näher an der Natur, vor allem in den Nationalparks. Zudem ist man nicht ständig auf Restaurants angewiesen. Man hat alles immer griffbereit und muss nicht aus dem Koffer leben.

Ausstattung Womo Sunseeker

  • 12 Steckdosen im Wohn-/Schlafbereich (laden über Strom/Generator), 1x150 Volt am Armaturenbrett, 3 x USB im Schlafbereich/Alkoven und 1x USB im Handschuhfach (laden über Batterie), 2 x USB am Armaturenbrett, davon eine für Handynavigation nutzbar. Vielleicht haben wir bei den Steckdosen noch welche übersehen, weil wir eigentlich nur 3 benutzt haben.
  • Gasherd mit 3 Kochfeldern (nicht gut regulierbar, kennt nur 2 Stufen) mit Dunstabzugshaube, Mikrowelle mit Grill
  • Große Spüle mit Schwenkhahn und Brause
  • Großer Kühlschrank mit zusätzlichem Tiefkühlfach (von uns nicht benutzt). Achtung beim Öffnen des Kühlschranks: Inhalt kann einem entgegenkommen, da nach vorne keine Leiste vorhanden ist. Bierflaschen am besten im Sixpack verstauen.
  • 1 Kleiderschrank, darunter 2 Schubladen
  • Vielzahl von Oberschränken, tlw. über dem Bett schwer zugänglich; vertikal alle nicht mit einer Seitentrennwand versehen, so dass alles beim Fahren durcheinanderfliegt (Tipp von Arizona-Gerd: Kartons besorgen).
  • Küchenausstattung im Prinzip ausreichend. Töpfe für zwei 2 Personen viel zu groß, Edelstahlpfanne nicht gut zum Braten geeignet. Keine Kochlöffel, keine Abwaschbürste, kein Geschirrhandtuch. Auch in den Küchenschränken fliegt alles durcheinander. Teller und Gläser von Ikea, Besteck war ziemlich zusammengesucht. Scharfe Messer bringen wir immer von Zuhause mit.
  • Doppelbett: dicke Matratze, aber keine Federung (ich hatte die erste Woche Rückenschmerzen). Riesiges Bettlaken, das man aber nicht an den Ecken unter die Matratze bekommt. Der Matratzenschoner war größer als die Matratze – am Ende verrutschte ständig alles.
    Alkovenbett und das Bett in der Sitzecke wurde nicht getestet. Ebenfalls der Fernseher im Alkoven nicht.
  • Dusche, Toilette und Waschbecken waren ok. Das warme Wasser reichte, wenn wir beide geduscht haben. Wobei Uwe meistens die Duschen in den Sanitäranlagen genutzt hat. Wenig Aufhängemöglichkeiten. Wir hatten zwei Türhaken mitgebracht, die wir für die Handtücher über die Kleiderschranktüren gehängt haben.
  • Gas, Wasser, Strom, Generator: funktionierte alles. Nur die Heizung heizte gefühlt nur, wenn das Gebläse lief. Das ist ziemlich laut und stört vor allem nachts, wenn es zu kalt ist (wir hatten trotz des warmen bis heißen Wetters im südlichen Texas Temperaturen um die 0 Grad nachts).
  • Obwohl wir uns auch Handbücher aus dem Internet angesehen hatten, war es zu Anfang nicht einfach, alles zu verstehen. Zum Beispiel, wie Heizung funktioniert oder wo man den Absperrhahn für das Frischwasser findet.
  • Klimaanlage: haben wir trotz der Temperaturen von über 30 Grad nur 1-2 benutzt. Macht ziemlichen Krach und kühlt nur für den Moment.
  • Fliegenschutztür ließ sich nicht schließen. Wir mussten immer ein Handtuch dazwischen klemmen. Auch die Außentür vom Wohnbereich ist schwergängig und nur  mit zwei Händen zu schließen.
  • Um die oberen Lüftungsklappen zu öffnen oder zu schließen, muss man mindestens 1,80 m groß sein. Leider kann man sie auch nicht verdunkeln, was aber vermutlich nur für Menschen wie mich ein Problem ist, die nur im Dunkeln schlafen können.
  • Außenklappen für die unteren Stauräume lassen sich schlecht oder gar nicht abschließen.
  • Die gesamte Innenausstattung ist sehr solide und haltbar.
  • Für 2 Personen war das Wohnmobil sehr geräumig. Mit 2 Kindern kann ich es mir auch noch gut vorstellen. Bei 4 Erwachsenen wird das sicher aber nur funktionieren, wenn man sich auf dem Campingplatz die meiste Zeit draußen aufhält.

 

Fahren mit dem Wohnmobil

Wir hatten keinerlei Probleme oder Pannen!

Ansonsten ist das Fahren gewöhnungsbedürftig. Das WoMo ist schwerfällig in der Lenkung und sehr windanfällig (Achtung, wenn man vom LKW überholt wird!). Heizung und Lüftung sind manuell regelbar, aber tlw. war es wie früher im Käfer: entweder heiß oder kalt. Es ist sehr laut beim Fahren, so dass man sich nur lautstark unterhalten kann. Außerdem klappert ständig irgendetwas.

Achtung bei Ein-/Ausfahrten, die einen großen/schrägen Höhenunterschied haben. Da setzt der hintere Bereich gerne auf, wenn man nicht schräg anfährt.

Spritverbrauch liefern wir noch nach, wenn wir die Daten zu Hause ausgewertet haben.

Kommunikation

Wir hatten jeder eine eSim-Karte. Uwe hatte 40 GB Datennutzung von Verivox für ca. 30 EUR über Yesim, und ich hatte mir eine unbegrenzte Nutzung für Daten, Telefon und Textnachrichten sowie Hotspotnutzung von der T-Mobile über Travsim für 45 EUR besorgt. Der Empfang war bei der Telekom nicht überall gegeben, aber im Prinzip war es ausreichend. Bei Uwe war nach drei Wochen Schluss, er musste noch mal nachladen.

Nervig war das Hoch- und Runterladen von Fotos. Unterwegs wurden eh nur die Fotos vom Handy in die Cloud geladen, die Fotos von der Kamera werde ich erst zu Hause auf den Server übertragen. Da ich nicht nur meinen Reisebericht sondern auch meinen Blog mit Fotos versehen wollte, mussten die Daten dann wieder auf den Laptop heruntergeladen werden. Das dauerte je nach Internetverbindung manchmal sehr lange oder funktionierte gar nicht. Da die Fotos für die Weiterverarbeitung aber von den jeweiligen Programmen verkleinert wurden, habe ich nach einer Weile eine andere Lösung gefunden und alle Fotos mit Hilfe der Batchkonvertierung von Irfanview bereits verkleinert auf meinen Laptop geladen. Danach hielten sich die Probleme in Grenzen.

Route

Wir sind 3.764 Meilen in 26 Tagen gefahren, wobei wir nur wenige Tage mit rund 300 Meilen hatten. Vorgebucht hatten wir nur einige Campgrounds in den Nationalparks, teilweise haben wir dort erst von unterwegs gebucht, weil die Plätze wegen Spring Break ausgebucht waren. Wir haben uns nicht immer an unsere geplante Route gehalten, Dallas haben wir komplett umfahren. Die Vorbuchungen führten allerdings dazu, dass wir eine bestimmte Zeitreihenfolge einhalten mussten.

 

 

 

Persönliche Highlights (in der Reihenfolge unserer Reise)

  • Nashville: Broadway und Grand Ole Opry (unbedingter Tipp!)
  • Blockparty und Texas Challenge Floresville (nur was für Geocacher)
  • Governor‘s Landing (so idyllisch – und keine Speedboote)
  • Sternenhimmel im Big Bends
  • Einmal Mexiko und zurück (auch wenn mein Display dabei zu Bruch ging)
  • City of Rocks (interessant in der Nähe: Santa Rita Copper Mine)
  • Jumbo Park (lasst 1000 Steine rollen)

 

Pleiten, Pech und Pannen

  • Zu blöd, um Frischwasser zu tanken und den Dumpschlauch zu finden (wir haben jetzt zwei!).
  • Diebstahl von Tisch und Stühlen auf einem Campingplatz (Schaden 68 Dollar).
  • Displaycrash vom iPhone (das eh ersetzt werden soll).

 

Kosten

  • Wir haben Wohnmobil, Flug, 1. Hotelübernachtung, Zusatzmeilen und den Transfer nach Elkhart pauschal über einen Reiseveranstalter (Explorer) gebucht. Enthalten war auch eine deutsche Vollkaskoversicherung. Die Buchung erfolgte über das Reisebüro STA Travel in Mainz/Wiesbaden - super gute Betreuung bei der Reisebuchung und im weiteren Verlauf, auch bei Problemen und am Wochenende. Den Kontakt kann ich gerne vermitteln, ich verdiene da nichts dran.
    Kosten 3.369 EUR
  • Sprit: 1.372,32 EUR
    Die Benzinmenge können wir nicht mehr feststellen, aber umgerechnet haben haben wir 0,23 € pro km bzw. 0,36 € pro Meile gezahlt.
  • Campingplätze, Essen, Restaurants, Eintritte und Sonstiges: 2.965 EUR
  • Plus etwas Bargeld, das wir noch von anderen Urlaub hatten. Haben wir auch dieses Mal nicht vollständig ausgegeben, ist aber sinnvoll für Tipps oder als Notgroschen, wenn die Karte nicht geht oder Cash gefordert ist.
DSkywalker
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Beigetreten: 02.09.2017 - 07:49
Beiträge: 409
RE: Fazit

Hallo Anette,

danke für das ausführliche Fazit !! Es freut mich zu hören daß die Inneneinrichtung nun wenigstens solider geworden ist. Danke auch für die vielen Einrichtungs-Tipps. Wir wissen nun was auf uns zukommt... yes

Gruß

DSkywalker