Weiter geht die Fahrt über den Sea-to-Sky Hwy mit seinen imposanten Ausblicken. Nächstes Etappenziel soll Whistler werden. Das Thermometer
zeigt mal wieder unglaubliche 25 Grad an. In Whistler ist an diesem Wochenende eine Menge los. Wir sehen noch einige Skifahrer, die wohl auf den
umliegenden Bergen noch zu ihrem Fahrvergnügen kommen. Am meisten sehen wir allerdings BMX-Fahrer, die auf einem stadtnahen Hügel Meister-
schaften austragen.
Whistler gefällt uns einerseits sehr gut, andererseits ist uns auch zu viel Rummel hier und wir beschließen die Weiterfahrt in Richtung Lillooet.
Der Parkplatz an den Nairn Falls ist rappelvoll. Nun gut, man muß ja nicht jeden Wasserfall auf der Route in Augenschein nehmen.
Hinter Pemberton wird es dann schlagartig ruhiger. Wir durchqueren lange Zeit breite Täler mit heruntergekommenen Farmen. Das
schließen wir zumindest aus den Holzhäusern, die mal wieder einen Anstrich gebrauchen könnten, und den rings um die Häuser
verteilten Schrottautos.
Kurz hinter dem Lillooet Lake geht es dann aber in die Berge und es wird wild romantisch.
Die Route führt uns am Duffy Lake vorbei, in dessen Nähe es mehrere CG gibt. Noch ist es uns aber zu früh für eine Stellplatzsuche.
Den hätten wir dann gern in Lillooet. Der Erste am Seton Lake bietet eine grandiose Aussicht auf das ganze Tal um Lillooet, ist aber schon belegt.
Man erinnere sich: es ist das Wochenende mit dem Victoria Day am Montag.
Der nächste Platz, der Cayoosh Creek CG, ist uns nicht idyllisch genug. Seine exponierte Lage mitten in der staubigen Steinwüste und am schmutzig
braunen Fraserriver veranlassen uns zur Weiterfahrt. Auch ein letzter Versuch, einen Schlafplatz in Lillooet zu ergattern, scheitert, als wir das Belegtzeichen
am Fraser Cove CG sehen.
Leichte Panik kommt auf. Ja, ja, ich weiß, Greenhorns eben. Also was tun, doch den Staubplatz versuchen oder 80 km weiterfahren bis zur Cache Creek Ranch?
Die Enttäuschung über den Mißerfolg in Lillooet weicht schnell einem Hochgefühl beim Anblick der herrlichen Landschaft auf den folgenden Kilometern.
Waren wir bis Lillooet durch eine faszinierende Bergwelt gefahren, öffnete sich nun die Landschaft zu breiten Tälern mit bewaldeten Hügeln und riesigen
Wiesenflächen, auf denen Rinderherden oder Pferde grasten.
Am frühen Abend erreichten wir die Hat Creek Ranch und unsere Sorge, auch hier Probleme mit der Stellplatzsuche zu bekommen, war völlig unbegründet.
Lediglich 2 Sites außer unserer waren auf dem weitläufigen Gelände belegt. Vielleicht wußten andere potenzielle Gäste aber auch, dass dieser Ort der
Sammelplatz sämtlicher Mücken Kanadas war. Obwohl die Abendsonne geradezu nach einem gemütlichen Abend im Campingstuhl bei einem Bierchen schrie,
wurde wegen dieser Biester nix daraus.
Da auch das Restaurant auf dem Gelände sinnigerweise schon am Nachmittag schließt, fuhren wir nach Cache Creek hinein. Dieser Ort besteht aus 17 Motels,
11 Tankstellen und 8 Fastfoodläden. Aber eben auch aus einem Visitorcenter mit einer kostenlosen Dumpingstation.