Nach dem Zion wäre eigentlich noch eine Nacht im Valley of Fire auf dem Programm gestanden. Da wir eigentlich von unseren Camping-Nachbarn im Devils Garden gehört haben, dass die Umgebung relativ ähnlich ist, und andererseits der wieder einiges tiefer liegt und die Prognosen auf über 40°C lauten entscheiden wir uns schweren Herzens, Valley of Fire auszulassen. Irgendwas anderes zwischen Zion und Las Vegas werden wir schon finden.
Erst heisst es aber, in St. George ein Shopping Center zu suchen: die weibliche Hälfte unserer Reisegruppe will noch Western Boots. Irgendwo zwischen Torrey und Boulder haben wir bei einem Laden gestoppt, der sich aber als Sattlerei herausstellte. Der Inhaber, sichtlich erfreut über die ungewöhnliche Kundschaft, gab uns die Adresse von C-A-L Ranch in St. George (ok…er gab uns eigentlich nur den Namen, den wir als Cow Ranch verstanden und das noch mit Cow Farm verwechselten, was die Sucherei etwas verlängerte..). C-A-L Ranch ist eine Mischung aus Decathlon und Hornbach und hat wirklich alles was man hier braucht. Von der Kleidung über Jagd und Fischerei-Artikel bis zu ganzen Einzäunungen für Pferde. Klar, dass da die Frauen auch ihre Stiefel fanden.
Auf dem weiteren Weg hat uns leider kein Camping so wirklich überzeugt. Aufgrund der Wüste hat es auch nicht mehr diese schönen National Forests, und die Temparaturen sind wieder enorm. Da wir nur einen Übernachtungsplatz suchen und nicht noch gross einen Umweg fahren wollen entscheiden wir uns, bereits Las Vegas anzupeilen. Unglaublich, wenn man auf dem Freeway durch die Berglandschaft fährt und plötzlich die Skyline von Las Vegas vor sich sieht… mitten in der Wüste. Die Preise für Campingplätze in Las Vegas sind stark überrissen was der Grund war, dass wir uns für unseren eigentlichen Aufenthalt für ein Hotel entschieden haben. Für diese erste Nacht wollen wir also nicht bereits ins Zentrum in der Hoffnung, dass etwas ausserhalb die Preise etwas tiefer sind.
Bereits auf dem Freeway sehen wir ein Plakat für den Hitchin Post RV Park, den steuern wir an. Ok, mit $53 für eine Nacht auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber er hat Laundry und Pool. Etwas erstaunt hat uns, dass die Türe der Reception nur geöffnet werden kann wenn der nette Herr drinnen sie freigibt und der Camping mit einem grossen Tor gesichert ist (wir erinnern uns an ein Schild auf dem Freeway “Prison area, Hitchhiking prohibited”). Als wir reinfahren wird uns klar, wo all die alten Wohnmobile und Trailers hinkommen, die man nicht mehr den Touristen vermieten kann. Wer schon Stephen King gelesen hat und sich fragte, wieso die kuriosesten Figuren immer in Trailer Parks wohnten… wir wissen es jetzt, wir waren dort! Gut es ist vielleicht auch die Hitze die es ausmacht, dass niemand vor seinem Wohnmobil sitzt. Aber komisch ist es schon. Niemand da, Leute kommen mit ihrem Auto von der Arbeit und verschwinden im Trailer, zwischendurch steckt einer die Nase aus dem Türspalt und mustert die neuen Nachbarn die mit ihrem gemieteten Wohnmobil neueren Datums hier wohl eher aus dem Rahmen fallen. (Im Nachhinein wird uns auch klar, wieso der nette Herr in der Tourist Information in Mesquite uns diesen Camping auf der Liste nicht als Empfehlung angekreuzt hat).