Für uns ist klar, dass wir wegen der Reisezeit in der Hochsaison und wegen der Kinder den grössten Teil der Campingplätze reservieren wollen. Im Forum gibt es zum Thema Reservieren ja/nein regelmässig lebhafte Diskussionen. Auch wir als Womo-Besitzer reisen am liebsten frei und ohne Verpflichtungen. Aber seitdem die Kinder da sind, haben sich Ausgangslage und Prioritäten etwas verschoben und wir landen nun häufig auf Campingplätzen und buchen in der neuralgischen Zeit wie Sommer- und Weihnachtsferien meist im voraus einen Platz.
Doch zurück nach BC. Nachdem die Campgrounds festgelegt sind, mache ich mir einen Sport daraus, den optimalen Site pro Platz zu eruieren, damit ich, wenn das Buchungsfenster öffnet, bereit bin zuzuschlagen! Entgegen Meinungen anderer Foris, finden wir es nämlich nicht absolut unwichtig, wo man auf einem Campingplatz steht. Wenn wir schon mal eine so grosse Reise machen und dermassen viel Geld ausgeben, dann wollen wir auch den ‚perfekten‘ Platz. Und nicht im hinteren Loop im Wald stehen, wenn es Plätze direkt am Bach gibt. So, da das Buchungsfenster erst im neuen Jahr öffnet, habe ich als Organisatorin nun für ein paar Wochen Planungsferien .
Doch die Erholung und Freude ist von kurzer Dauer. Vor lauter Provinzparks habe ich den einzigen Nationalparkbesuch unserer Reise (Pacific Rim) komplett vernachlässigt und so ist mir entgangen, dass das Buchungsfenster für Nationalparks neu ab 2016 bereits am 1. Januar öffnet. So kommt es wie es kommen musste: als ich Anfang Februar mal aus Neugier ins Buchungssystem reingehe, trifft mich fast der Schlag: an unseren Daten ist auf dem Green Point CG gerade noch für eine Nacht 1 Platz frei . Eigentlich wollen wir drei Nächte bleiben. Und nun? Sofort den letzten Platz reservieren. Dann eine Alternative für die zweite Nacht finden, damit sich die Reise zum Pacific Rim lohnt. Doch da viele private CG erst ab einer Dauer von 2 bis 3 Nächten Reservationen akzeptieren, ist die Auswahl beschränkt. Schlussendlich buche ich eine Nacht auf dem Ucluelet CG. Uff, geschafft. Einige Wochen später wird dann auf dem Green Point doch noch eine Site frei – nur einen Tag früher als eigentlich geplant. Zum Opfer fällt der Besuch von Paradise Meadows auf der Rückfahrt vom Strathcona, dafür haben wir nun doch noch unsere drei zusammenhängenden Nächte am Pacific Rim, nur nicht von So-Mi sondern von Sa-Di.
Am 8. April geht dann der Buchungskrimi in die nächste Runde, dieses Mal in den Provinzparks. Obwohl ich dieses Mal am Tag X, Punkt 16 Uhr am Rechner sitze und sekundengenau meine Wunschsite anklicke, traue ich meinen Augen nicht, ‚this site is not available‘, innert 1 Minute war der gesamte Porteau Cove CG ausgebucht. WAHNSINN! Und jetzt? Anstatt eine Alternative zwischen Vancouver und Horseshoe Bay zu suchen, beschliessen wir, noch am Übernahmetag direkt an die Sunshine Coast rüber zu fahren und zwei Nächte im Porpoise Bay PP zu übernachten. Hoffentlich geht das gut und wir kommen zeitlich durch mit Camperübernahme, Einkauf und Fährfahrt.
Die weiteren Buchungen klappen zum Glück auf Anhieb bis auf den Rathtrevor CG auf Vancouver Island; auch da sind alles Sites innert Sekunden weg. Da sich der Aufenthalt am Pacific Rim um einen Tag vorverschiebt, schnappe ich mir anstatt für die Rückfahrt von Ucluelet nun für den Hinweg einen Site. Hat mein Versäumnis doch noch sein Gutes....
Auf dem Festland ist das Reservieren nicht so problematisch mit der Ausnahme des Manning Parks. Nach den Erfahrungen mit dem Porteau Cove habe ich nun meine Taktik geändert und einen Site im ‚Nebenloop‘ im Visier. Und werde prompt belohnt: auch da sind alle Sites innert Sekunden weg und ich gehöre zu den Glücklichen . Ist ja unglaublich, was für ein Run auf CG in Provinzparks stattfindet, mittlerweile wissen wir, dass dies nicht nur mit zunehmendem Reiseverkehr zu tun hat (siehe Artikel).
Am Schluss sind alle CG im Trockenen. Auch die Reservation der Ten-ee-Ah Lodge hat geklappt. Jetzt kann es losgehen ....
Hi,
dein obiger Link bzgl. Reservation von Campsites durch spezielle Büros und Wiederverkauf an europäische Touristen durch Fraserway und Canadream zeigt leider, dass man aus allem Geld schlagen kann: der Aufpreis ist ja schon happig.
Mein Frage an die Canada-Bucher hier bei uns : ist euch das auch schon in praxi hier in D angeboten worden ?
Und auch die Entschuldigung den kanadischen Landsleute gegenüber ist ja auch sehr kommerziell.
Grüße
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)
Hi Flo!
Du sprichst mir aus der Seele! Deine ersten Abschnitte sind wahrscheinlich wortwörtlich auch in meinen Berichten zu finden.
Ich wurde oft belächelt, wenn ich vom Reservierungfrust oder der perfekten Campsite geschrieben habe.
Jepp, ich will nicht "irgendeine" Site auf "irgendeinem" Campground, sondern die perfekte Site auf meinem Wunschcampground!
Alles Andere ist bei den Preisen am Ende nicht akzeptabel!
Bei uns lief auch nicht alles rund, trotzdem habe ich es am Ende geschafft, überall entlang unserer Tour, das Beste daraus zu machen.
Drücke weiterhin die Daumen !
LG Chrissy
Hallo Flo,
interessanter Artikel, den du da verlinkt hast. Das ist natürlich schon schade, dass sogar die Reservierung kommerzialisiert wird.
Da bin ich ja nachträglich richtig froh, dass dieses Jahr alle meine Reservierungen problemlos über die Bühne gingen.
Liebe Grüße aus Neubeuern / Oberbayern,
Günther