Da wir letztes Jahr 5 Wochen über den gesamten August in Amerika verbringen durften gab es für dieses Jahr Probleme mit 3 Wochen Urlaub im August bei meinem Mann. Kein Problem für uns, starten wir unsere Abenteuerreise als Österreicher direkt am Freitag nach Zeugnisvergabe im Juli und sind zum deutschen Ferienstart im August wieder da.
Ohne ein Minidrama läuft es bei uns zum Urlaubsbeginn eher selten ab. Irgendwer tut sich kurz vorher immer unglücklich weh. Diesmal bewies mein Mann, dass sein Kind total mit ihm verwandt ist, denn normalerweise rechnen wir schon mit einer Verletzung vom Junior, aber diesmal war es zur Abwechslung mal er selbst. Eine Woche vor Reisebeginn musste er noch genäht werden und die Fäden durften erst am Abreisetag raus. Sowieso kein Problem, splitteten wir uns also auch noch auf. Es war Zeugnistag, Ferienbeginn, Abreisetag, da geht sowas natürlich auch noch! Er also ins Krankenhaus zum Fäden ziehen und ich mit den Kindern zur letzten Schulstunde. Um 10 hielten Beide ihr spitzen Zeugnis in der Hand und es ging für uns mit Oma und Opa (die brachten unser Auto wieder zurück in die Garage) schnurstracks zum Flughafen nach München. Mein Mann wartete dort bereits auf uns dank Zuganreise und mit freigegebener Naht vom Arzt.
Es war 12:30 als wir unser Gepäck abgeben wollten, beinahe wäre uns der Appetit auf das Mittagessen vergangen, als es Probleme beim Einchecken unseres Großen gab. Er zog das große Los mit SSSS auf seinem Boardingpass und musste somit in München durch eine zusätzliche Kontrolle. Gott sei Dank sind wir früh genug da, wir versorgten uns nach dem ersten Schreck also doch mit einem Mittagessen und starteten unser Abenteuer in Richtung Sicherheitskontrolle. Dank der langen Warteschlange war das Essen sogar verputzt bevor wir auch nur in der Nähe eines Check Points waren. Wie sich herausstellte war die vorherige Sorge über die zusätzliche Kontrolle unbegründet. Wir haben einfach alle Sachen, die er bei der ersten Kontrolle rauspacken musste vorerst in meinen Rucksack getan und somit war die zweite Kontrolle unspektakulär und schnell vorbei. Daher ging es nach kurzer Wartezeit auch schon mit dem Boarding los. Wir warteten dann im Flugzeug sitzend aber leider ewig, bis wir endlich abhoben. Einige Passagiere waren zu knapp angereist und es staute sich bei der zusätzlichen Kontrollstation.
Wir hatten viel Verspätung, die wir auch nicht mehr komplett aufholen konnten. Bei Buchung hatten wir schon eine unglaublich knappe Umstiegszeit von eigentlich 2 ½ Stunden, die dank Flugplanänderung nur noch 2 Stunden und wegen der Verspätung dann auf etwas unter 1 Stunde schrumpfte. Ich hatte mich bereits im Voraus gut informiert und wusste, dass eine Umstiegszeit von 1:15 als Minimum empfohlen wird und deswegen vorausschauend schon beim Online Check-In unsere Sitzplätze im Flugzeug möglichst weit nach vorne verlegt. Wir versuchten wirklich alles um ein Erreichen des Anschlussfluges zu ermöglichen. Aufgeben kam nicht in Frage! Also nahmen wir nach der Landung die Füße in die Hände und wir liefen zur Immigration. Als die Frage zwecks Grund der Einreise kam, brachte ich nur Yellowstone hervor und erntete einen anerkennenden Blick. Erst danach fiel mir wieder ein, dass man da ja eigentlich Arbeit oder Urlaub antworten sollte, dafür war mein Kopf zu gestresst. Da wir schon mit dem gleichen ESTA mehrmals im Land waren ging der Rest überraschend flott. Dann mussten wir unser Gepäck abholen und sprinteten zum Gepäckband. Wie durch ein Wunder waren unsere 4 Taschen gleich unter den Ersten dabei und wir waren auch die Ersten, die voll bepackt unter neidischen Blicken der anderen Wartenden wieder weitersprinteten. Bei einem Officer vorbei, einen Zettel abgeben und schon wird einem entgegen gebrüllt auf welches Band man sein Gepäck schmeißen muss, je nach weiterführendem Terminal. Taschen verladen, kurzes Stoßgebet, dass sie genauso schnell sein werden wie wir und natürlich ging es weiter mit heiterem Joggen. Von Terminal 5 zu Terminal 1, immer den Junior im Schlepptau. Das schafften wir mit dem Verbindungszug der alle paar Minuten fährt auch ganz schnell, es fehlte also nur nochmal eine Passkontrolle, die Lady hatte die Ruhe weg und wir standen vor ihr auf Nadeln, sowie einer erneuten Sicherheitskontrolle, mittlerweile waren wir ja Profis und haben einfach alles Verdächtige aus den Rucksäcken geschmissen, damit man nicht nochmal Taschen durchwühlen muss. Der Plan ging auf und es folgte ein letzter Sprint zum Gate. Dort kamen wir 5 Minuten vor Boardingschluss an und klatschten uns schon Siegessicher ab, als die Tickets ein komisches Zonkgeräusch beim Einscannen von sich gaben. Wir waren überraschenderweise laut Computer schon auf einen anderen Flug umgebucht worden, nämlich MORGEN. Mit der Option hatte ich mich im Vorfeld gar nicht befasst. Kurze Sprachlosigkeit, die Kinnlade berührte den Boden.
Glücklicherweise waren aber noch Plätze im Flugzeug frei und man konnte uns wieder zurück buchen. Wir saßen zwar völlig verstreut, aber wenigstens im richtigen Flieger. Mein Mann bekam dank Fensterplatz auch noch mit, dass ein Mitarbeiter seinen Kollegen bei der Verladerampe nochmal aufhielt und ihm deutetet, dass noch 4 weitere Taschen zum Beladen seien. Das waren natürlich unsere.
Nicht damit man jetzt denkt wir haben das Glück zum Frühstück gegessen… Es kann nie alles perfekt laufen, als Erinnerung daran bekamen wir zwei brüllende Kleinkinder, die während der gesamten Dauer des Fluges, ganze 3 ½ Stunden, kräfteraubend um die Gunst der Eltern kämpften, wer denn herzzerreißender und länger durchhält. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit dann endlich in Las Vegas ankamen, hörten wir sie noch bis zum Gepäckband, obwohl wir schon lange nicht mehr in der Nähe waren. Unsere Taschen waren die Ersten und wir somit schnell abholbereit. Es war 22 Uhr.
Da wir in Amerika unser Handys im Flugmodus haben und alle Anrufe in die Heimat über WhatsApp tätigen war dieser Moment der Einzige, bei dem wir auf Hilfe angewiesen waren. Wir mussten beim Best Western Hotel anrufen und Bescheid geben, dass wir vom gratis Shuttle Service, der bis 23 Uhr verfügbar war, abgeholt werden wollten. Wir fragten einen Amerikaner, ob er uns in unserer Misere helfen könnte. Gesagt, getan, etwa 15 Minuten später wurden wir schon abgeholt. Wir hatten ein schönes Zimmer und fielen Alle erschöpft ins Bett.
Hey Nina,
zu Glück hat am Ende ja noch alles geklappt und ihr seid gut in Las Vegas angekommen!
Wie cool, dass The Sphere schon beim Anflug im Dunkeln so toll zu sehen ist! Ich freue mich selbst schon sehr darauf, der Sphere im September einen Besuch abzustatten.
Liebe Grüße von der Ostsee
Stephie Scout Womo-Abenteuer.deServus Nina,
den Stress mit umsteigen braucht keiner. Schade, dass es keine Direktflüge von MUC nach Las Vegas mehr gibt.
Liebe Grüße
Micha
Scout Womo-Abenteuer.de
Meine Reiseberichte
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Hi Nina,
den Sprint über den Flughafen hatten wir mal in London Heathrow - ein ähnlich aufregendes Erlebnis mit gutem Ausgang!
LG Inga
Hallo ihr 3,
ja, so einen Stress braucht man weder zum Beginn des Urlaubes, noch am Ende.
Mit knappen Flügen kennen wir uns mittlerweile schon etwas aus. In London, Stansted, sind wir mal zum Final Call erst im Flughafen aufgeschlagen und haben es doch noch irgendwie in den Flieger geschafft. Hinter uns wurden aber sofort die Türen zugezogen und es ging los. Hauptsache nicht aufgeben. Erst wenn es weg ist, ist es zu spät. So bleibt uns wenigstens immer eine spannende Geschichte zum erzählen.
Dieses Jahr fliegen wir von Zürich direkt und vorher mit dem Zug. Mal schauen, wie spannend das wird...
Liebe Grüße,
Nina
Nach der Reise ist vor der Reise.
Hallo Nina,
eine Frage noch zu eurem Urlaubsstart im Juli: Wie meintest du das eigentlich mit dem deutschen Ferienstart im August, in Deutschland begannen die Ferien ja in den meisten Bundesländern spätestens in der dritten Juliwoche?
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)
Hi Alex!
Entschuldige, das war etwas ungenau.
Damit war natürlich nur die uns betreffende Grenzgegend in Bayern gemeint.
Letztes Jahr waren dort Ferien ab dem 29. Juli, wir waren am 28. wieder zurück.
Liebe Grüße,
Nina
Nach der Reise ist vor der Reise.
Hallo Nina,
ich hatte mich schon gewundert gehabt. Außerdem wird MUC ja gern auch von Reisenden aus den anderen Bundesländern genutzt, zumindest als Startflughafen für die Langstrecke, je nach Angebot. Da ist im Juni/Juli auch schon ordentlich was los, auch beim Zubringerverkehr, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene.
Viele Grüße
Alex
I love not man the less, but nature more
Reisebericht "The Big Circle" (LAX-LAX)