na, wer ahnt es ?
heute ist ...
ja, genau, es ist WAVE-Wetter !!!
Achtung:
Dieser Bericht kann zu starken Nebenwirkungen wie Fernweh, Sehnsucht und Herzschmerz führen.
für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Reiseveranstalter!
Deshalb nur lesen, wenn man genug Zeit mitbringt um die Bilder auch wirklich genießen zu können ... !
Schon das zweite mal in Folge haben wir das unverschämte Glück ein Permit für die Coyote Buttes North ergattert zu haben.
Die Vorfreude war natürlich riesengroß. Die Coyote Buttes zählen sicherlich zu den absolut spektakulärsten Plätzen auf dem gesamten Colorado-Plateau.
Der Zugang ist streng reglementiert, maximal 64 Menschen dürfen pro Tag dieses herrliche Stückchen Erde betreten.
Die Coyote Buttes sind kein Gebiet für eine kurze Stippvisite, hier sollte man viel Herzblut und Demut für diesen wunderbare Gegend mitbringen und jeden Schritt genießen.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Pünktlich um 06:30 klingelt der Wecker und reißt uns aus dem Tiefschlaf.
Nach einer kurzen Katzenwäsche machen wir uns auf den Weg, werfen noch ein paar Münzen in den Coffee -Automaten und steigen beladen mit dampfenden Pappbechern das Auto.
Unterwegs machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Whitehouse campground. Es sind sogar noch ein paar der vorderen sites frei, wir entscheiden uns aber für eine der walk-in-tent-sites, die etwas abseits weiter hinten schön eingebettet in der Landschaft liegen. Dort stellen wir unsere Campingstühle auf und reservieren uns schon mal den Platz für heute Nacht.
Keine zehn Minuten später geht es schon wieder weiter.
Im fahlen Morgenlicht brettern wir die House Rock Valley Road in Richtung Wire Pass Trailhead, dass es nur so staubt.
- wir wollen schließlich keine Minute des Tages verschenken.
Dort angekommen legen wir unser parking tag gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe, packen einen Tagesvorrat an Wasser und ordentlich Brotzeit in den Rucksack. Es ist noch wirklich ziemlich frisch heute morgen. Ein Pulli und eine leichte Daunenjacke sind erst einmal angesagt.
Der Weg zur Wave beträgt zwar nur etwas mehr als drei Meilen, normalerweise eine Sache von einer knappen Stunde, aber in dieser fantastischen Gegend benötigen wir natürlich deutlich länger.
Immer wieder bleiben wir stehen, drehen uns um die eigene Achse, bestaunen die Umgebung, fotografieren und genießen. Auch ohne die Wave wären die Coyote Buttes eine Traum-Location der Extraklasse!
Zur Orientierung: geradeaus in der Bildmitte, unterhalb des "black crack" liegt die Wave.
Links im Bild die "Teepees", auch ein lohnendes Ziel (sogar ohne Permit zu erreichen), rechts einer der beiden "twin cones"
Die Sonne schiebt sich langsam über die Bergkette im Osten,
inzwischen haben wir längst Mütze und Jacke abgelegt, schon jetzt wird klar, es wird heute wieder ein sehr warmer Tag werden.
herrliche Farben und Formen - erste Vorboten auf das was einen erwartet wird
Dann erreichen wir das Tor zum coyote buttes wonderland:
Im Westeingang der Wave befinden sich von den letzten Niederschlägen noch Wasserreste, die wunderbare Spiegelungen zaubern
Beinahe ehrfürchtig betreten wir "the Wave", diese einzigartige Sandsteinformation mit ihren filigranen Streifenmuster. Es ist ein überwältigender Anblick!
Irgendwie fühlen wir uns hier fast ein wenig zuhause -
was jedoch nicht verwunderlich ist, haben wir doch beim letzten mal ein Stück unseres Herzens hier liegen lassen...
Oben ein Foto aus der Mittagszeit. Denn als wir ankommen liegt die Wave noch im Schatten.
Bisher sind wir die einzigen Besucher und es liegt eine herrliche Ruhe über den Coyote Buttes. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen, setzen uns auf die bereits von der Sonne bestrahlten Brain Rocks in die wärmende Sonne und frühstücken erst einmal ausgiebig.
Von hier oben haben wir eine wunderbare Aussicht auf die gesamte Umgebung.
In sicherer Entfernung schnürt ein Fuchs durchs Tal und nutzt die morgendliche Frische um den Morgentau von den Pflanzen zu lecken.
In dieser einzigartigen Kulisse schmeckten die trockenen Croissants vom Vortag viel besser als es jedes 5****-Buffet im Luxus-Hotel könnte.
Andere würden sicherlich hunderte $$$ zahlen,
uns hat es nur ein paar Mausklicks gekostet, und vier blaue Finger vom wochenlangen Daumendrücken ...
Ein amerikanischer Traum wird wahr: Ein gigantischer hamburger - zum anbeissen!
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Stein in diesem Land?
Ein Stück hinter der Wave der nächste Hingucker: Farbige Felsgebilde haben sich mit einem kleinen Bäumchen angefreundet
und hier eine meiner absoluten Lieblingsstellen:
Eine vollendete Komposition aus wilden Felswirbeln unter von farbigen Bändern durchzogenen brain-rock-Hauben !
unglaublich, oder?
Das passiert wohl wenn der Schöpfer während seiner kreativen Phase einen Joint raucht.
Am Südeingang erwartet uns dann eine wahre Explosion aus Farben und Formen:
An geeigneter Stelle erklimmen wir das Top Rock Plateau.
Aus der Vogelperspektive erkennt man die unzähligen kleinen Kuppen und Hügelchen die sich über die gesamte Ebene ziehen.
Hier oben befindet sich auch, ein wenig versteckt, "the Alcove", ein gigantischer Felsüberhang in dessen Mitte sich eine Sanddüne gebildet hat
In die versteckten Winkel des Top Rock Plateaus verirren sich nur selten Wanderer.
Die meisten halten sich in der näheren Umgebung der Wave auf, nicht ahnend, dass das gesamte Gebiet ja viel mehr zu bieten hat!
(hat fast irgendwas von den white domes, oder?)
(als Vergleich die echten "white domes":)
wie so etwas wohl entstanden sein mag?
... und wieder an der Wave
So, jetzt haben wir uns unsere Mittagspause aber redlich verdient!
Zum Glück ist der Rucksack randvoll mit allerlei Leckereien für ein ausgiebiges "Wave-Picknick".
Die Erkundungstour geht weiter:
"The Second Wave" - eine wahre Schönheit aus elegant geschwungenen pastellfarbenen Sandsteinrippen
Unten in der "Sand Cove" bietet sich ein gänzlich anderes Bild. Hier dominieren kräftiges Rot und Weiß - in langgezogenen stripes bis zum Horizont
Ein landschaftliches Meisterwerk, mit Worten kaum zu beschreiben.
Ein wildes Durcheinander von Kuppen, Buttes, Cones, Ablagerungen, Faltungen, Auswaschungen, Erosion, alles auf einmal.
- aber was schreib ich, am besten lass ich einfach die Bilder sprechen:
coloured rocks
once again: The famous Wave:
Schon verrückt was Wasser und Wind so alles anstellen, wenn man sie nur für ein paar Millionen Jahre alleine lässt ...
Der Himmel ist knallblau, keine einzige Wolke wagt es heute den Himmel zu bedecken.
Blick auf die "brain rocks" , den hamburger im Vordergrund
aber nicht nur die Felsen sind bizarr, sondern auch deren Besucher ...
Die Farbvielfalt ist überwältigend:
getupft, gestreift, geriffelt oder ganz wild durcheinander. Jeder Fels hat einen anderen Farbton und seine eigene Maserung
Wir verbringen den gesamten Tag in den Coyote Buttes, erfreuen uns an bereits Bekanntem und entdecken immer wieder Neues.
Die Zeit vergeht wie im Flug. Wir sind die letzten verbliebenen hier in den Coyote Buttes, alle anderen haben das Areal bereits verlassen.
Auch wenn wir uns vorgenommen haben heute nicht so lange zu bleiben, wir sind einfach zu schwach uns loszureißen.
Es ist einfach viel zu schön um aufzubrechen. Wir bleiben lieber noch, setzen uns und genießen die Ruhe an diesem zauberhaften Ort.
Solange bis die Strahlen der untergehenden Sonne die Coyote Buttes in ihr rötlich-warmes Licht tauchen und so einen ganz besonderen Zauber verströmen.
Im letzten Abendlicht wirkt die "second wave" besonders fotogen.
In den kleinen Tümpeln spiegeln sich die umgebenden Felsen
wunderbare Reflexionen bei Windstille
Erst als die Sonne tatsächlich hinter den Felsen verschwindet, machen wir uns dann wirklich auf die Socken.
The "neon buttes" grüßen zum Abschied
Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Trailhead.
Im Dunkeln geht es die House Rock Valley Road zurück und dann zum whitehouse campground.
Hier treffen wir auf eine Familie aus Washington, die morgen ebenfalls zur Wave gehen will. Wir berichten natürlich ausführlich und geben "insider"-Tipps.
Dann stoßen wir am Lagerfeuer noch an auf den heutigen und den morgigen Tag, und natürlich auf Good old Germany.
In unseren Schlafsäcken liegend lassen wir diesen fantastischen Tag nochmals vor unseren inneren Auge revue passieren.
Wahnsinn, dass ist wirklich schwer zu toppen ...
Noch heute sehen wir vor unserem inneren Auge folgende Bilder:
Die Coyote Buttes sind so viel mehr als "nur" die Wave. Das ganze Gebiet ist sagenhaft, es gibt so viele kleine und Große Highlights zu entdecken, auch abseits der von den meisten Besuchern angesteuerten Locations.
Ein ganzer Tag reicht gerade mal so aus alles in seiner Gesamtheit zu erkunden und zu erleben.
--> Also wer immer in der Nähe ist: Unbedingt an der Lottery teilnehmen - einen Versuch ist es auf jeden Fall immer Wert!
no panic, bald gehts weiter ...
Wahnsinn! Mehr muss man eigentlich nicht sagen.
Wieder so ein toller Tagesbericht, danke, dass ihr uns teilhaben lasst.
LG, Jani
wunderschön!!!
LG Sandra
Servus,
Wirklich unverschämtes Glück
.
Gottseidank habe ich es 2016 schon mal zur Wave geschafft, sonst würde ich jetzt vor Neid platzen
.
Klasse Bilder, weckt viele schöne Erinnerungen.

Liebe Grüße
Micha
Scout Womo-Abenteuer.de
Meine Reiseberichte
YouTube
Hallo Christian,
sagenhaft schöne Bilder von diesem Naturwunder !!! Und welch ein Glück: erst der Regen und dann die Windstille für die absoluten Spiegelungen.
Hoffentlich hast du die Glaskugel auf dem 1. Bild nicht wie einen Tropfen fallengelassen ;-)
Sehr schön, dass ihr das gesamte Gebiet durchstreunt und hier dargestellt habt.
Herzlichen Gruß
Bernhard
Scout Womo-Abenteuer.de
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen (G.C. Lichtenberg)
Hi Christian,
Gut, dass du Eingangs vor deinem Bericht gewarnt hast. Fernweh und Sehnsucht haben wie angekündigt voll zugeschlagen.
Die wunderschönen Bilder - insb. Mit den Spiegelungen -wecken aber Erinnerungen. Leider hat es bei uns mit den Permits nicht geklappt aber falls uns das Wetter mit dem Buckskin Gulch oder Paria Canyon einen Strich durch die Rechnung macht, versuchen wir es kurzfristig nochmal.
Du schreibst, ihr habt auf dem Whitehouse CG gezeltet. Wie schätzt du die Chancen ein, dort im August am Wochenende bei Ankunft am frühen Nachmittag unterzukommen. Zumindest vom Glaskugel bzw. Bauchgefühl...
Liebe Grüße, Mike
Experience!
Scout Womo-Abenteuer.de
Hallo Mike,
vom Bauchgefühl her würde ich sagen ja. Im August ist ja eigentlich noch "Vorsaison".
Selbst im Oktober/November war abends noch was frei.
Wochenende ist aber natürlich immer ein bisschen ungünstiger als unter der Woche.
Habt ihr auch ein Zelt dabei?
Wenn ja, bei den fünf walk-in tent sites dürften eigentlich immer was frei sein.
Die liegen etwas abseits, etwa 100m Fußmarsch vom Parkplatz.
Wann gehts bei euch eigentlich los?
LG,
Christian
Hi Christian,
wir fligen in 3 1/2 Wochen. Sitze noch an der Feinplanung, da wir erst seit ein paar Wochen wissen, wann wir unsere Tochter "abgeben" müssen. Ein wenig hat das die Planung durcheinander gewirbelt und die CG Reservierungen passen nicht mehr überhall.
Wir werden uns im Walmart ein großes Zelt kaufen (Womos sind aktuell zu teuer und zelten hat ja auch so eine Vorteile). Ein wenig laufen geht also sicher, nur Rucksack tauglich wird es nicht sein.
Da baue ich eigentlich auch drauf und boondocken sollte in der Nähe ja ggf auch möglich sein. Ansonsten wäre ich von Vegas kommend erst am Stateline CG vorbeigefahren, aber der Whitehouse liegt für uns diesmal besser, da wir ein paar Tage Unternehmungen mit Freunden planen, die sich zu der Zeit in Page einquartieren.
Ich bin schon gespannt auf die nächsten Tage. Hoffe, dass ihr im Paria Canyon bzw. Buckskin Gulch gewesen seid. Bin hin- und hergerissen welchen wir primär einplanen sollen. Der Paria ist halt vom Whitehouse CG super gelegen. Toll müssen ja beide sein...
Hoffentlich spielt das Wetter mit....
Liebe Grüße, Mike
Experience!
Scout Womo-Abenteuer.de
Hallo Mike,
... na, dann lass dich mal überraschen
