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Tag 08 – Iron Creek – Iron Creek Falls – Ape Cave (Mt. St. Helens) – Swift Forest CG

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danpoe
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Beigetreten: 24.06.2018 - 21:47
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Tag 08 – Iron Creek – Iron Creek Falls – Ape Cave (Mt. St. Helens) – Swift Forest CG
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Donnerstag, 23. August 2018
Gefahrene Meilen: 
64 Meilen
Fazit: 
Kein großer Wandertag, aber ein besonderes unterirdisches Vulkanerlebnis

Im tiefen dunklen Wald schläft sich’s gut! Erst um 8 Uhr regt sich etwas unter den Bettdecken. Draußen hat sich eine hohe Nebelschicht breit gemacht, und wir kommen nur mühsam in Gang. Der Cispus River direkt hinter der Site ist zu wild, der kleinere Iron Creek ein bisschen weiter weg und bei kühlem Morgennebel nicht attraktiv genug zum Planschen wink  Also machen wir uns auf den Weg und halten eine Viertelstunde später bei den Iron Creek Falls. Die Forest Road ist in sehr reparaturbedürftigem Zustand und man versteht, warum sie im Winter gar nicht erst offen gehalten wird. Hier, sozusagen auf der Rückseite des Mt. St. Helens, fühlen wir uns so tief in der Wildnis wie bisher noch nicht auf dieser Reise. Der Wald ist undurchdringlich und unwegsam, es geht bergauf und bergab und dabei so gut wie keine Zeichen der Zivilisation.

Zu den Iron Creek Falls geht es nur kurz den Hang hinab, aber auch hier sind wir allein. Wir müssen über einen Baumstamm über den Bach balancieren, um näher an den Wasserfall heranzukommen. Der ist hübsch anzusehen, und der Pool, den er geschaffen hat, wäre bei wärmerem Wetter sicher toll zum Planschen. Heute aber nicht.

Iron Creek Iron Creek FallsCreek flussabwärts

Iron Creek Falls (Mitte)

Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt, denn im heutigen Zielgebiet gäbe es genug zu tun für 3 Tage!  Dabei ist Windy Ridge noch nicht mal mitgezählt; den Abzweiger zum Mt. St. Helens lassen wir in Anbetracht des Straßenzustands und zu erwartenden Kurbelei nicht einmal schweren Herzens aus. Jetzt müssen wir erstmal eine Stunde Holperfahrt hinter uns bringen, bis wir das Swift Reservoir erreichen. Es geht ein Stück „scenic“ oberhalb des Stausees entlang, und wenig später sind wir dann bei den Ape Caves, Teil des Mt. St. Helens National Monuments.

Hier gibt es sogar ein kleines Visitor Center. Wir erkundigen uns, welchen Teil der Ape Caves wir besser gehen sollten (bergab ist einfacher, aber out-and-back, bergauf schwieriger, dafür one-way, da es einen oberen Ausstieg gibt) und wählen die sicherere Variante (bergab). Später treffen wir ausnahmsweise mal ein paar Deutsche, ein älteres Ehepaar, die gerade von der schwereren Variante zurückgekommen sind und meinten, sie wären mit Händen und Füßen über Hindernisse geklettert, und für unsere Kleinen wäre das noch zu schwer. Also richtig entschieden. Überall prangen Schilder, die vor der Verbreitung der white nose disease warnen, die Fledermäuse befällt und in anderen Gegenden der USA (hauptsächlich im Osten) teilweise über 90 Prozent der Populationen getötet hat. Wir dürfen weder Essen noch Trinken in die Höhle nehmen und müssen die Schuhe abbürsten, so dass keine Erde verschleppt werden kann.

Dann kann es endlich hineingehen. Eintritt kostet die Höhle nicht. Eine Treppe führt hinunter in die Dunkelheit. Wir haben 4 Lampen dabei, dazu die Stöcke, und sind bei erwarteten 6  Grad gut warm eingepackt. Schon bald umhüllt uns totale Finsternis. Es ist eine erstaunliche Höhle, die durch die heiße fließende Lava erschaffen wurde, viele Kilometer lang. Unser Weg geht etwa 1.2 km leicht bergab, bis die Decke zu nahe kommt und wir umdrehen müssen. Das hat bis hierhin eine Stunde gedauert. Zwischendurch gibt es die „Eisenbahnschienen“, parallele Lavastreifen auf dem Höhlenboden, und den „Meatball“, ein Lavaklops, der unter der Decke eingeklemmt wurde. Sonst ist es doch etwas eintönig, finden die Kinder. Da es hier unten kein WC gibt, gehen wir recht zügig zurück und wundern uns am Ausgang über eine Gruppe Jugendlicher, bei denen einige im bauchfreien Top und Shorts in die Höhle spazieren. Na denn Prost!

Ab in die LavahöhleIn der Höhle

Ape Cave Lavahöhle (Mt. St. Helens National Monument)

Wieder draußen erfreuen wir uns an der Wärme und der Sonne, die sich inzwischen durchgesetzt hat und vom blauen Himmel strahlt. Nach einem kleinen Picknick lassen die die anderen Optionen für heute (Lava Canyon, Ape Canyon oder June Lake) aus, da es schon zu spät ist, und wir lieber bei Sonnenschein noch im Stausee baden wollen. So fahren ca 20 min zurück zum Swift Forest CG.

Der Platz ist schön gelegen in einem lockeren Wäldchen am Seeufer. Unsere Site 016 ist recht nah an der Badebucht, zu der wir in Schwimmkleidung dann auch sofort aufbrechen. Dort angekommen, klappen aber die Münder runter und die Augen werden groß – die Badebucht ist leer. Kein Wasser. Die Abtrennungen zum Reservoir (dort fahren Boote) liegen auf dem Trockenen. Auch hier – natürlich – herrscht dieselbe große Trockenheit wie im Rest des Nordwestens. Weiter entfernt hat das Reservoir noch reichlich Wasser, dort, wo es tiefer ist als im Badebereich. Wir nehmen das als sportlich und gehen auf Entdeckertour auf dem Seegrund. An einigen Stellen stehen Baumstümpfe, die noch aus der Zeit stammen, als das Swift Reservoir angelegt wurde.

Der Wind bläst recht flott, und die Sicht ist klar auf den idyllisch in die hügelige Landschaft eingebetteten See. Wir finden eine kleine Bucht am Ufer, die etwas windgeschützt ist. Dort hat die Natur kleine Höhlen im Ufersandstein geschaffen, in denen die Kinder ihre mitgebrachten Tiere unterbringen. Sofort sind sie eifrig am Spielen und haben gar nicht so viel Lust zum Baden, dafür gehen aber wir Großen schwimmen. Etwas entfernt fahren ab und zu kleine Boote vorbei, aber das stört uns nicht. Wir sind an einem schönen Ort im Wasser und genießen es.

Swift Reservoir

Leerer BadebereichSwift Reservoir

Swift Reservoir, trockener Schwimmbereich (li.). Wie es "mit Wasser" aussieht, hat eagle eye letztes Jahr erlebt, siehe hier.

StrandhöhlenspielSwift Forest CG

Spielen an den Strandhöhlen (li.), Campground (re.)

Da es auf dem Platz einen strikten Fire Ban gibt, kochen wir wieder mal am Herd und essen draußen an unserer Tischbank. Viele Familien sind hier, die mit Sack und Pack (Fahrrädern, Booten...) angereist sind. Es ist eine angenehmem Atmosphäre auf dem Platz. Um halb 9 geht heute bei uns das Licht aus und die Luft ist angenehm abgekühlt zum Schlafen, ganz anders als in der Nacht zuvor. Ich spaziere gegen 23 Uhr nochmal zum Seeufer, um ein paar Aufnahmen des wunderschönen Sternenhimmels über dem Reservoir zu machen. Leider werden sie alle nix wink

Hike:­ Ape Cave, 2.5 km in völliger Finsternis. Ein Erlebnis.