Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Baby-spezifische Fragestellungen und wie wir sie für uns beantwortet haben

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gcmenn
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Baby-spezifische Fragestellungen und wie wir sie für uns beantwortet haben

Ein paar Worte vorab: ich hatte am Anfang der Reise einen Riesen-Respekt vor diesen Themen und dank Schlafdefizit und Stilldemenz fand ich es supernervig, das alles zu recherchieren und auch noch auseinanderzuhalten. Außerdem habe ich mir wegen ganz viele Dingen einen Kopf gemacht, wie man das wohl hinbekommen könnte. Mein größtes Learning der Reise ist aber eines: es geht mit einem Baby auf Reisen nicht alles gleich perfekt und nicht alles, wie man es sich vorgestellt hat. Aber es klappt trotzdem, wenn man dabei entspannt bleibt. Und so bin ich jetzt zuhause auch viel entspannter als vorher, wenns mal wieder schiefgeht. Dafür war die Reise wirklich super - in Deutschland macht man sich in der Gesellschaft so mancher Supermütter einfach viel zu viel Gedanken. 

Unsere Tochter war bei Abreise 8 Monate alt und 10 Monate als wir zurückkamen. Reisezeiraum war 06.04.-30.05.2016.

Babyschale/-sitz

Das Unangenehmste zuerst. Für ein Baby ist der Transport im Womo schwierig. Die Einschränkungen:

  • Deutsche/europäische Sitze sind für die Befestigung mit einem 3-Punkt-Gurt vorgesehen. Es gibt noch ältere Modelle, die mit einem Beckengurt funktionieren, aber die sind kaum noch zu bekommen.
  • Drei-Punkt-Gurte gibt es im Wohnmobil nur auf den Vordersitzen. Dort gibt es aber Airbags, die sich in den Womos auch nicht deaktivieren lassen (außer durch eine Werkstatt)
  • Insofern wird das Baby auf dem Sitz an der Dinette fahren müssen. Bei den allermeisten Modellen heisst das, dass der Tisch ansich runtergebaut werden muss solange der Sitz montiert ist
  • Bis zum Alter von 2 Jahren wird rückwärts fahren empfohlen, dementsprechend guckt das Baby an die Rückwand und ist nicht in Handreichweite des Beifahrers - unsere Kleine fand das so doof, dass ich die Reise fast komplett neben ihr auf einem hingeschusterten Sitz gesessen habe, auch nicht wirklich sicher.

Und jetzt der unangenehme Teil: die Fläche, auf die das Baby schaut, soll eigentlich weich gepolstert sein, also der eigenlich die Rückenlehne des Sitzes. Mit dem Rückenpolster der Sitzbank hält der Sitz aber nicht wirklich sicher. Dementsprechend kann man diese Bedingung nicht einhalten. Im ungünstigsten Falles eines Unfalles fliegen in einem Womo deutlich mehr Teile umher als in einem Auto. Und auch so wird man sein Kind nicht so sicher anschnallen können, wie man es von zu hause gewohnt ist. Dessen sollte man sich bewusst sein. Sorry für die Ehrlichkeit an dieser Stelle, aber wenn einem das erst vor Ort bewusst wird, stresst man sich umso mehr.

Manche Vermieter bieten an, den Sitz auch zu leihen. Sitze kosten im unteren Preissegment 65-100 USD, insofern rechnet sich leihen meist nicht. Wir haben uns für einen evenflo Sureride 65 entschieden, ein Sitz, der sich sowohl vorwärts, als auch rückwärts gerichtet einbauen lässt und für Kinder bis ca. 5 Jahre geeignet ist. Dazu haben wir sog. Rashguards bestellt, Kinnschoner für die Gurte, da die bei den meisten Sitzen nicht mit dran sind und die Gurte dann arg scheuern können (hatten wir beim geliehenen Sitz im Mietauto).

Sitz und Rashguard hätten wir (preisgleich) bei Target oder Walmart in den Store bestellen können mit gewisser Lieferzeit. Alternativ auch bei amazon. Bei BabiesRus war der Sitz in dem Geschäft neben unserem Hotel vorrätig und konnten als Store Pickup bestellt werden. Wir hatten in der Vergangenheit leider schonmal den Fall, dass ein Hotel (Hilton Union Square) pro angenommenem Paket 5 USD berechnet hat, seitdem bestellen wir lieber in den Store.

Nahrung

Organic, also "bio", gibt es in jedem Target oder Walmart von verschiedenen Marken und meist auch in großer Auswahl, teilweise mehr als bei Whole Foods. Ebenfalls große Auswahl hat BabiesRUs. Auch wenn ich ursprünglich sehr skeptisch war, bin ich während der Reise sehr großer Fan von den Quetschbeuteln geworden, in denen die meisten Sorten angeboten werden. Gut transportabel, gut portionierbar, schnell aufgewärmt und unserer Tochter hat es super geschmeckt. Wir haben immer im Wasserbad erwärmt, Strom hat man ja doch oft nicht, insofern hatten wir gar keinen Babykostwärmer dabei. 

Schlafen

Unsere Tochter hat bei uns im Bett geschlafen. Im C25 ist beim hinteren Bett an beiden Seiten Wand, deswegen ging das gut. Bei größeren Modellen müsste man wahrscheinlich zusätzlich sichern. Auch hier findet man eine größere Auswahl an Sicherungsmöglichkeiten bei BabiesRUs vorrätig, teilweise auch bei Walmart.

Schlafsäcke, die die Babys so warm halten, wie man das eigentlich bräuchte, habe ich keine gefunden. Der Kleinste ist von deuter und 130cm lang, zuviel für Babys. Auch die zuhause empfohlenen 16-18 Grad hat es im Womo eher selten, meistens ist es kälter oder wärmer. Wir hatten den normalen Schlafsack dabei und in den ganz kalten Nächten kam sie unter meinen Schlafsack mit drunter. Eine andere Idee wäre noch, den Fußsack von deheim mitzunehmen, wenn er groß genug ist.

Wickeln

US-Pampers sind parfümiert, es gibt aber genug Auswahl an nicht-parfümierten Windeln, falls jemand ein empfindliches Baby hat. Auch Pflegeprodukte gibt es ähnlich wie bei uns. Nirgendwo gefunden haben wir ChangeMats (Wegwerf-Wickelunterlagen), also entweder mitbringen oder auf waschbare Wickelunterlagen ausweichen. Wir haben vor Ort dann eine von Ikea gekauft.

Trinken

Unsere Tochter hatte keine Erfahrung mit Nuckelflaschen. Bei den extremen Wüstentemperaturen ist aber zusätzliche Wasseraufnahme erforderlich. Wir haben uns vor Ort bei Whole Foods eine Kids Klean Kanteen mit Nuckelaufsatz gekauft, kostete ca. 20 USD und hat super funktioniert. Wenn wir die vergessen hatten, haben wir ihr aus der normalen Wasserflasche vorsichtig zu trinken gegeben, klappte nach ein paar Versuchen auch wunderbar.

Transport

Wir hatten einen Buggy, Kraxe und Ergobaby Performance 360 dabei. Wirklich viel genutzt haben wir den Ergobaby - für fast jeden Weg & die Wanderungen, für größere Wanderungen hat Matthias 3 Mal die Kraxe eingesetzt und den Buggy haben wir genau 1 Mal in der Mall eingesetzt für 10 Minuten. Wir würden also beim nächsten Mal mit einem Kind um die 10kg Buggy & Kraxe zu Hause lassen.

Wanderungen

Die Frage ist hier weniger was schafft man selbst, sondern was macht dem Baby noch Spaß. Länger als 1 Stunde am Stück ging gar nicht, dann mussten 15min Pause her. Maximaldauer am Tag war ca. 3-4 Stunden, dann aber auch mit einer längeren Pause. Dabei schafft man dann maximal 16km. Wir haben kürzere Wanderungen und Spaziergänge sehr zu schätzen gelernt.

Empfehlungen auf unserer Route: Grand Canyon Rim Trail, Montana de Oro Bluff Trail, Yosemite Valley Loop Trail, Mirror Lake Trail. Für geübte/trainierte: Yosemite- Vernal Falls Trail, Yosemite Falls Trail ggf. nur bis Columbia Rock, besser mit Wanderstöcken. Wohlgemerkt: sind 2014 auf den Half Dome gewandert und durch den Grand Canyon (North to South auf dem Kaibab Trail). Jetzt haben wir öfter mal verwunderte Blicke geerntet und unsere Kleine war oft das einzige Baby auf dem Trail, aber sie fands meistens super.

Waschen/Packen

Für uns Erwachsene hätten wir wahrscheinlich nur je 2 T-Shirts, einen Pulli, lange Hose, kurze Hose und eine regendichte Jacke gebraucht, plus Unterwäsche und Socken. wir haben so oft gewaschen dass wir damit absolut locker hingekommen sind - hatten aber viel mehr dabei smiley Waschmaschine/Trockner war auf jedem Privat-CG vorhanden, teilweise auch auf den staatlichen.

Für die Kleine ggf. etwas mehr - 2-3 Kurzarmbodys, 2-3 Langarmbodys, 2 Strumpfhosen, 2 Hosen, 2 Pullis, 1 Fleecejacke und einen Fleeceanzug mit der Möglichkeit Füße & Hände einzupacken, Sonnenhut, warme Mütze.

Ach ja, Badesachen für alle... wir hatten von Jako-O einen Frottee-UV-Schutzanzug, den man nach dem Baden anziehen kann, war ein super Teil.

Und ansonsten: in den Outlets kriegt man die Kinderklamotten echt billig. Wir haben uns wieder bei carter's und OshKosh komplett eingedeckt. die Sachen sind super, verlieren nie die Form. Für die Kleine haben wir die besten Schnäppchen gemacht! 

****************

So, das war es erstmal, was mir spontan einfällt - ich ergänze ggf. nochmal, und Fragen nehme ich auch gern noch entgegen.

Tatjana
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Beigetreten: 29.03.2016 - 15:36
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RE: Reisebericht: Baby-spezifische Fragestellungen und wie wir s

Tolle Infos, vielen Dank!

 

Welchen Vermieter hattet ihr für das WoMo? 

Wie alt war deine Tochter zum Zeitpunkt der Reise?

Und in welchem Monat war eure Reise?

Bei uns gehts nämlich im Hochsommer los und ich dachte eigentlich warme Sachen vor allem dicken Schlafsack brauchen wir nicht... (grob: SFO bis San Diego, Sequoia, Yosemite NP, Twin Lakes, SFO).

Wie war deine Erfahrung mit der Hitze? Wieviel Grad hattet ihr? Hat deine Maus das gut weggesteckt? Wie war die Klimaanlage im Womo? 

Liebe Grüße 

gcmenn
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Beigetreten: 24.01.2016 - 22:18
Beiträge: 48
RE: Baby-spezifische Fragestellungen und wie wir sie für uns bea

Hallo Tatjana,

Ziemlich valide Fragen, hätte ich dazuschreiben sollen smiley

Wir waren mit Cruise America in einem C25 unterwegs. Unsere Tochter war 8 Monate am Start und sie wurde 10 Monate als wir zurückgeflogen sind. Unterwegs waren wir gerade erst (06.04.-30.05.2016). 

Die Hitze hat die Maus gut weggesteckt - einfach bis auf die Pampers ausgezogen und Luft zugefächelt bzw. mit einem nassen Waschlappen abgerieben, und natürlich viel zu trinken gegeben (Gestillt + Wasser). Die Klimaanlage geht ja nur wenn man Strom am CG hat, was wir dann öfter mal bewusst gebucht hatten. Aber auch dann haben wir nur runtergekühlt, bis wir schlafen gegangen sind, sonst wäre es zu laut gewesen. Wir hatten bis ca. 36 Grad und nachts bis 26 Grad. Tiefpunkt war knapp unter 0 Grad nachts im Yosemite.

Eure Route hört sich im Hochsommer auch so an, als ob ihr die wirklich warmen Sachen weglassen könntet. Ich würde für alle Fälle trotzdem einen Overall zum Drüberziehen dabei haben (oder notfalls vor Ort kaufen), denn in SFO kanns auch mal ziemlich windig werden.

LG

Gloria