Am nächsten Morgen wachen wir auf und schauen raus, aber irgendwie wirkt es zu dunkel für die Uhrzeit – über Nacht ist Nebel aufgezogen und der sieht so aus, als würde er bleiben wollen. Von der schönen Aussicht von gestern ist nicht mehr viel übrig, und natürlich ist das Wetter auch nicht ideal, um den Highway #1 zu sehen.
Wir machen das Beste draus und fahren erstmal los. Zum Glück sind wir früh genug dran, um mit unserem Gefährt noch einen Parkplatz am Julia Pfeiffer Burns State Park zu bekommen – dort fliesst ein Wasserfall auf einen Strand, ein sehr malerischer Aussichtspunkt. Ein kleiner Spazierweg führt oberhalb an der Bucht entlang, aber irgendwie scheint man auch runterzukommen – am Strand hat irgendwer „Will you marry me?“ in großen Buchstaben auf den Sand gemalt. Wir sind ja schon verheiratet, können also nicht gemeint sein, aber eine nette Idee ist es schon.
Dann fahren wir weiter und unsere Maus schläft ein, so kann ich zur Abwechslung mal vorne mitfahren und die Aussicht genießen. Das Anhalten sparen wir uns, denn das würde die Kleine nur wecken, und mit dem Nebel halten sich die genialen Fotomotive leider auch in Grenzen.
So sind wir dann auch unerwartet schnell in Monterey, das wir auf dieser Reise auslassen, da wir schon einmal dort waren. Unser Campground für die Nacht ist in Watsonville, etwas weiter nördlich, und liegt malerisch hoch auf einer riesigen Düne zwischen Erdbeerfeldern auf der einen Seite und dem Meer auf der anderen Seite. Inklusive uns sind an diesem Tag 4 Stellplätze von bestimmt 100 belegt, was bei dem Wetter auch kein Wunder ist – uns weht es mal wieder fast von der Düne, Sandpeeling inklusive, und die Temperatur ist um die 15° tags- und 7° nachtsüber. „It never rains in California“ stimmt bis jetzt schon einigermaßen, aber warm ist es trotzdem nicht und so langsam geht uns das Gefriere ziemlich auf den Keks.
Wir machen noch einen ausgedehnten Strandspaziergang, denn schliesslich ist das unsere letzte Station am Meer und wir machen die ganze Campertour ja auch, weil wir unserer Maus viel Frischluft gönnen wollen. Dabei schmieden wir Pläne, was wir mit dem Rest der Reise machen wollen.
Der Wetterbericht für Yosemite sieht momentan so aus, dass wir die ersten 3 Nächte unter 0° hätten und es tagsüber nur regnet. Das wäre natürlich ganz großer Mist, denn dann wären wir im Camper gefangen und würden noch mehr frieren als bisher. Wir beschliessen, unseren nächsten Stop auf halber Strecke nach Yosemite anzusteuern und dann nochmal den Wetterbericht zu checken. Vielleicht haben wir ja Glück.