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Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 41-50: Las Vegas (mit) Baby

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gcmenn
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Beigetreten: 24.01.2016 - 22:18
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Tag 41-50: Las Vegas (mit) Baby
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
230 Meilen
Besuchte Highlights: 
Fazit: 
Fast schon wie Hoteltester

Von Los Angeles aus ist es ohne Kind und Wohnmobil eine überschaubare Fahrtzeit, aber wir bummeln ein bisschen und übernachten in Barstow auf einem wirklich netten Campground, der zwar verkehrsgünstig an der Interstate liegt, aber dennoch ruhig und nach hinten raus erstreckt sich die Mojave-Wüste. Damit kriegen wir nochmal die Chance auf einen fantastisch bunten Wüsten-Sonnenuntergang, immer wieder ein tolles Schauspiel.

Abends, als die Kleine schon schläft, sitzen wir draußen am Picknicktisch und suchen nach Optionen für Las Vegas. Es gibt eigentlich nur 3 sinnvolle und einigermaßen gut bewertete RV-Resorts. Das einzige, wo man sich länger aufhalten könnte, ist preislich fast genauso gelagert wie das 4*-Hotel Rio unter der Woche, und so entscheiden wir uns die Samstagnacht auf einem günstigen Campground zu verbringen und dann für 5 Nächte ins Rio umzuziehen, wo wir unseren Camper auf dem Parkplatz stehen lassen können.

Die Strecke nach Las Vegas geht erstaunlich schnell vorbei, unterbrochen von einem kurzen Stop zum Mittagessen. Der Campground für die Nacht ist ein KOA und liegt direkt neben einem Casino am Boulder Highway. Wir kriegen erstmal einen Platz am äußersten Rand, aber irgendwie ist uns der Nachbar nicht so geheuer und er guckt uns auch richtig feindselig an. Noch dazu, und das ist wirklich schlimmer, stinken die Abwasserlöcher so erbärmlich, dass wir das Fenster nicht aufmachen könne. Also entscheiden wir uns, ein paar Dollar draufzulegen und ziehen um – eine gute Investition, denn so sind wir in der Reichweite des frei zugänglichen WLAN und haben es auch nicht so weit zum Pool. Der ist endlich mal warm genug für ein Baby und so gehe ich mit der Maus erstmal ausgiebig planschen.

Abends erkunden wir das Casino – mit dem Baby dürfen wir auf den designierten Gängen durchlaufen, aber nicht stehenbleiben, und auch nur, wenn wir ein anderes Ziel haben, in dem Kinder sich aufhalten dürfen, wie zum Beispiel einem Restaurant oder der Attraktion von Sam’s Town, der Mystic Falls Show, einem kostenlosen Licht-und-Wasser-Spektakel, das immer um 18, 20 und 22 Uhr gezeigt wird. Das tun wir uns an – nach 2/3 geben wir aber auf, weil die laute Musik und das hektische Treiben doch ein bisschen viel für die Maus sind. Witzigerweise interessiert sie sich ohnehin eher für die Bäume und Pflanzen als für die Show.

Dann heisst es umziehen ins Rio und damit zum ersten Mal den Camper richtig ausräumen und alles hochschleppen. Irgendwie scheinen sich unsere Besitztümer verzehnfacht zu haben – natürlich schleppen wir immer noch Essen mit uns herum, aber auch die anderen Sachen sind so umfangreich oder einfach nur so mies zusammengepackt, dass wir ein paarmal gehen müssen. Okay, wir haben Kinderklamotten geshoppt, ein paar Mitbringsel und Businesskleidung für mich, aber so viel kann das doch nicht sein? Da müssen wir wohl nochmal ran.

Obwohl wir zu früh sind, also vor 15 Uhr, kriegen wir schon ein Zimmer. Eigentlich kostet der frühe Check-In 23 Dollar plus Steuern, aber die nette Dame am Check-In ist selber Mutter und lässt uns umsonst rein. Wirklich sehr nett.

Das Zimmer ist dann leider sehr abgewohnt, mit alten Möbeln und sehr unmodern eingerichtet. Auch der Teppich hat schon bessere Zeiten gesehen. Nach Wochen der Selbstversorgung und der relativen Unabhängigkeit im Camper sind wir aber am meisten genervt davon, dass wir so abhängig sind von dem, was das Hotel anbietet. Es gibt keinen Wasserkocher oder ähnliches auf dem Zimmer, also müsste man zu Starbucks im Casino, um morgens einen Kaffee zu bekommen. Der billigste (schlechte) Kaffee kostet 3,50 USD. Essensangebote gibt es zwar auch ein paar, aber auch hier stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis nicht. Vor 2 Jahren waren wir hier noch begeistert vom Buffet, inzwischen kostet dieses 1/3 mehr und ist wirklich schlecht geworden, sowohl was die Qualität als auch die Auswahl angeht. So verpflegen wir uns auch die nächsten Tage im Camper oder gehen zu Dunkin Donuts frühstücken bzw. zur Souplantation essen.

Richtig doof für einen Urlaub mit Kind ist, dass der Pool um 18 Uhr schliesst. Babys sollen zwischen 11 und 16 Uhr nicht in die Sonne, vorher macht sie ihr Schläfchen und so bleiben uns nur 2 Stunden am Pool – irgendwie ein bisschen wenig. Mal abgesehen davon, dass für ein Hotel dieser Größe der Pool und die angebotenen Liegen deutlich zu gering dimensioniert sind.

Was uns bei unserem ersten Aufenthalt in einem Casino-Hotel so richtig deutlich vor Augen geführt wird, ist, dass das für uns einfach nicht passt. Die Casinohotels sind auf Gewinnmaximierung ausgelegt, und was keinen Profit bringt, wird abgeschafft, wie zum Beispiel die kostenlose Parade im Rio. Wir spielen keine Glücksspiele, wir besaufen uns nicht hemmungslos und wir ernähren uns einfach zu gesund (i.e. nicht ganz so fettig). Dementsprechend ist für das Casino nix bei uns zu holen. Und für uns gibt es in unserem momentanen Setup auch kein passendes Angebot.

Also beschließen wir, für die nächste Woche ein anderes Hotel zur Überbrückung zu buchen, das ein bisschen mehr auf Familien ausgerichtet ist. Das Wochenende dazwischen verbringen wir wieder im Camper auf dem Campground am Sam’s Town, um noch den Rest unserer Vorräte aufzubrauchen und weil Samstag auf Sonntag die Hotel-Preise in Las Vegas immer durch die Decke gehen.

Unser Hotel für Sonntag bis Mittwoch ist nicht am Strip, dafür aber mit großem Pool und größeren Zimmern mit Küche. Unsere Wahl fällt auf das „Cancun“, und das punktet dann auf ganzer Linie. Die Lichtschalter liegen alle total bescheuert und auch die Küche ist völlig unergonomisch geplant, aber das macht für den Urlaub nun wirklich nichts. Wir haben 2 Bäder, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, einen Balkon und natürlich eine Küchenzeile für uns. Der Pool ist riesig, mit 4 Rutschen und 5 Hot Tubs rundherum verteilt. Ein paar Hängematten gibt es auch, und 10 Grills, wenn man gerne grillen möchte. Billard und Ping-Pong Tische und ein Fitness-Studio runden das Angebot ab. Gegenüber ist ein Supermarkt, wo man eigentlich alles kriegt. Hier verbringen wir 3 wirklich extrem entspannte und entspannende Tage.

Zwischendrin machen wir zweimal mit der Maus den Las Vegas Strip unsicher. Eine gewisse Zeit geht das immer gut, aber irgendwann ist das ganze Gedudel und Geschepper und die bunten Lichter dann doch zuviel. Wenn man versucht, Vegas mit den Augen eines Babys zu sehen, merkt man erst recht, wie laut und bunt das hier alles ist.

Auch auf der Fremont Street schauen wir vorbei, am späten nachmittag. Bisher waren wir nur abends hier und dann war es irgendwie ganz nett, aber um diese Uhrzeit sind irgendwie sehr viele komische Gestalten unterwegs, bei denen man seine Siebensachen lieber mal etwas fester festhält. Der ein oder andere ist auch am hellichten Tag schon ziemlich betrunken. Wir laufen einmal auf und ab und suchen dann das Weite.

Unser Zwischenfazit für Las Vegas mit Baby: für uns war es die beste Lösung, weil es hier warm ist, wir können ab und zu in den Pool und wir kommen nochmal ein bisschen zur Ruhe, bevor es zuhause wieder rund geht. Aber um entspannt mit dem Baby Urlaub zu machen, würden wir die Stadt nicht mehr wählen. Dafür ist es woanders definitiv schöner und entspannter.

robinhood
Online
Beigetreten: 09.06.2019 - 06:15
Beiträge: 117
RE: Tag 41-50: Las Vegas (mit) Baby

Hallo,

ich bin eben über den Reisebericht gestolpert, ist ja schon ein paar Jahre her. Wenn ich mir das Zwischenfazit ansehe und den Reisebericht insgesamt lese, so muss ich doch feststellen, dass so eine Reise mit Kleinkind eher suboptimal ist. Da bieten sich eher andere - auch europäische - Ziele an.

Warm ist es auch anderswo - ohne lange Anreise und ohne Zeitverschiebung. Danke für den Bericht, ist auf jeden Fall eine Entscheidungshilfe.

Viele Grüße

Petra