Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 04/05/06 - Grand Canyon South Rim

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gcmenn
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Beigetreten: 24.01.2016 - 22:18
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Tag 04/05/06 - Grand Canyon South Rim
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
Hagel, Regen, Kälte - Sommer sieht anders aus

Die Nacht über regnet es eigentlich durch, und wir frieren uns alles ab. Die Heizung funktioniert mit Gas UND Batterie kombiniert, und es steht dran, dass sie maximal 2 Stunden laufen kann, bis die Batterie leer ist. Wir kennen uns mit unserer Kutsche noch nicht so aus und machen deshalb lieber mal nur 3 mal die Heizung für je 10 Minuten an, um am nächsten Morgen nicht ohne Batterie dazustehen. Dementsprechen verfroren stehe wir am nächsten morgen auf, machen die Vorhänge auf und siehe da, es ist „nur“ bewölkt. Also beschliessen wir, loszulaufen und den Rim Trail unsicher zu machen, der am Südrand des Grand Canyon von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt läuft und teilweise sogar asphaltiert ist. Parallel dazu führt ein Busshuttle, sodass man notfalls zurückfahren kann, wenn man nicht mehr weiter mag oder kann. Für uns ein guter Weg, um zu testen, was unsere Maus so schafft.

Wir entscheiden uns für die Kraxe und laufen los. Bis zum ersten Aussichtspunkt ist die Maus eingeschlafen, geniesst aber nach ihrem Schläfchen die Wanderung und die frische Luft, baumelt mit den Beinchen und krakeelt munter vor sich her. Nach der Hälfte des Trails ist sie ein bisschen weniger gut drauf und der erste Hunger mach sich bemerkbar, also hole ich den ersten amerikanischen Pouch raus – Apple Peach Oatmeal, erschien mir am nächsten am deutschen Essen. Und siehe da – es schmeckt ihr! Und praktisch ist dieser Quetschbeutel obendrein, weil sie eh nicht alles in einem Rutsch aufisst.

Wir haben uns also ein bisschen Zeit gelauft und wandern weiter. Unsere nächste „Prüfung“ – es fängt an zu regnen. Glücklicherweise hat die Kraxe eine Regenhülle, die wir der Kleinen über das Sonnendach spannen können. Erst guckt sie komisch, dann entdeckt sie, dass sie mit ihrem Atem die Guckfenster beschlagen lassen kann und fängt richtig an, alles vollzuhauchen um dann die Nase dranzudrücken – echt ein Kasper wie sie im Buche steht.

Nach etwa 2/3 des Pfades haben wir genug und nehmen den Bus bis zum Endpunkt und dann wieder zurück. Die Wanderung ansich können wir auf jeden Fall empfehlen, schließlich hatten wir abseits der Viewpoints immer wieder grandiose Canyon-Ausblicke und das fast für uns alleine.

Wieder im Camper, macht uns etwas anderes Sorgen – ein Lämpchen am Kühlschrank signalisiert, dass er nicht funktioniert. Das war schon in Vegas so, aber laut Cruise America-Mitarbeiter war das nur eine Fehlfunktion an dem Tag, weil sie den Camper gewaschen hatten (haha – das sind gleich zwei Witze auf einmal, denn sauber war das Ding nicht, und kaputt war der Kühlschrank dann eben leider doch). Immer wenn das Lichtchen angeht, müssen wir jetzt also den Kühlschrank neu starten. Und weil es alle 2 Stunden angeht, auch nachts, stille ich die Maus jetzt nicht nur und mache ab und zu Heizung an, ich drücke auch noch am Kühlschrank rum. Not funny.

Und als würde das noch nicht reichen, hat es draußen zu hageln angefangen und regnet schon wieder die Nacht durch. Wir wollten 5 Nächte hier bleiben, aber irgendwie macht das gerade weniger Spaß als gedacht.

Cruise America lässt uns wissen, dass sie eine Autowerkstatt in Flagstaff haben, die unseren Kühlschrank reparieren kann, und wir sollen einen Tag vor unserer Ankunft dort Bescheid geben. In der Zwischenzeit dürfen wir Eis kaufen, um unsere Lebensmittel zu kühlen. Solange wir immer wieder neu starten, bleibt alles kalt, also kommen wir erstmal ohne Eis aus.

Für diesen Tag beschliessen wir, vom South Kaibab Trailhead aus Richtung Village zu laufen, also die anderen Seite des Rim Trails. Die ist leider nicht ganz so beeindruckend wie dir Strecke am Vortag, aber wir erkennen mal wieder einige Streckenabschnitte des gelaufenen Trails wieder und sind stolz, dass wir das damals geschafft haben. Matthias hatte sich eigentlich vorgenommen, an einem Tag bis zum Fluss und wieder hoch zu laufen, aber bei dem miesen Wetter macht so etwas auch keinen Spass. Auch wir werden fast nass, als gegen Ende der Wanderung ein Gewitter aufzieht, was zwar ein toller Anblick ist, aber trotzdem will man dann nicht am Canyonrand stehen.

      

Für den Nachmittag wollten wir das National Geographic Visitor Center in Tusayan besuchen, hoch gelobt in allen Reiseführern. Nach 20 Minuten Fahrt entpuppt sich die Bude als ein Andenkenladen mit IMAX-Kino, also für uns in Begleitung eines Babys völliger Quatsch und so geht es zurück zum Camper. Matthias hadert immer noch mit sich, ob er nicht doch am nächsten Tag laufen soll, aber nach einer weiteren miesen Nacht mit Zähneklappern und Kühlschrankdienst und Regen, der auf den Camper trommelt, entscheidet er sich um 5 Uhr morgens trotz gepacktem Rucksack dagegen. Leider wurde das Wetter an diesem Tag dann noch überraschend freundlich, sodass es eigentlich ok gewesen wäre, zu laufen, aber so sah es leider nachts wirklich nicht aus….und es ist immer für was gut.

Wir entscheiden derweil, 2 Tage früher abzureisen und schauen uns bis mittags noch ein paar der Sehenswürdigkeiten im Village an, unter anderem das Kolb Studio und das Yavapai Geological Museum. Es gibt hier für uns nun zwar keine Sehenswürdigkeiten mehr, die wir noch mal aufsuchen müssten, aber noch viele km Trails, die wir irgendwann mal laufen wollen, insofern waren wir bestimmt nicht das letzte Mal hier und sagen deshalb im wahrsten Sinne des Wortes „Auf Wiedersehen“ zum Grand Canyon.