Die Nacht verläuft unruhig, immer wieder werden wir von der anspringenden Heizung geweckt, dafür ist uns wenigstens trotz knapp 0°C Außentemperatur innen im Wohnmobil warm.
Wir lassen den Tag ruhig angehen. Erst gegen 10 Uhr verlassen wir den Crane Flat Campground.
Eigentlich wollen wir zu den Giant Sequoias am Tuolomne Grove laufen, allerdings ist der Parkplatz aufgrund von Reparaturarbeiten als Folge des Rim-Fires noch gesperrt. Also disponieren wir um und fahren zum Parkplatz des Merced Grove, etwa 10 Meilen entfernt. Auch hier ist eine Wanderung zu den Mammutbäumen möglich.
Schnell sind die Sachen im Rucksack verstaut und wir marschieren los. Der kleine Mann ist in der Manduca geschultert, der Papa trägt das Proviant. Stetig geht es gut 3km bergab. Das Wetter ist traumhaft, wenn auch noch kühl, so dass lange Hose und Fleece noch Pflicht sind. Schnellen Schrittes marschieren wir bergab und erreichen die Ansammlung von Redwoods bereits nach etwa 45 Minuten. Beeindruckend diese Riesenbäume, die 60 Meter hoch in den Himmel ragen. Zudem sind wir fast alleine und können die Eindrücke so genießen.
Auf dem Rückweg geht es nun stetig bergauf. Auf der Hälfte des Weges breiten wir unsere Pickneckdecke aus und der kleine Mann bekommt sein Mittagessen, wenn auch ein wenig widerwillig. Nach ca. einer halben Stunde Pause geht es weiter und wir erreichen das Auto gegen 13:00 Uhr. Der kleine Mann ist inzwischen in der Manduca eingeschlafen. Leider gelingt uns das anschließende Umbetten in seinen Kindersitz nicht und er wacht auf. Die nun folgende Weiterfahrt von ca. 40 Meilen in Richtung Yosemite Valley verläuft dennoch und trotz seiner weiterhin vorhandenen Müdigkeit ohne Geschrei. Zum Glück.
Der Weg führt nun von den Höhen am Crane Flat Campground (2000 m ü. NN) hinunter in das Yosemite Valley. Dabei eröffnen sich spektakuläre, traumhafte Ausblicke auf das Tal und die wunderschönen Granitfelsen. Zwischendurch passieren wir aber auch wieder kilometerlang verbrannte Waldbereiche, wenn auch aufgrund von Waldbränden in den vorherigen Jahren.
Besonders spektakulär ist der Zwischenstopp am „Foresta“ Vista Point mit dem ersten Blick auf Half Dome und El Capitan. Einen weiteren Stopp legen wir im Yosemite Valley ein und genießen den Blick auf den Bridalveil Wasserfall und die senkrecht in die Höhe ragenden Wand des El Capitan, auch einen Kletterer können wir mit dem Fernglas an der Felswand ausmachen.
Auf kürzestem Weg geht es nun weiter zum Campground. Schon vor Monaten haben wir im Internet einen Stellplatz auf dem „Lower Pines Campground“ reserviert. Bevor wir unseren Stellplatz mitten zwischen den hohen Bäumen und mit Blick auf den Wand des Half Dome beziehen, gehen wir noch dumpen und kaufen Feuerholz ein.
Zurück am Campground, wir wollen dass der kleine Mann seinen noch immer nicht getätigten Mittagsschlaf beim Wandern in der Manduca hält, packen wir schnell wieder alles zusammen und laufen, mit einem Eis in der Hand zum Shuttle-Bus, der uns, zum Visitor Center bringt. Hier besorgen wir uns aktuelles Kartenmaterial und begeben uns anschließend auf eine kleine Wanderung rund um die Cooks Meadow. Erneut begeistern uns tolle Ausblicke. An der Sentinel Bridge haben wir Glück. Nicht nur, dass sich der Half Dome wunderbar im Wasser des Merced River spiegelt, nein, wir werden zudem auf einen Schwarzbären aufmerksam gemacht, der sich in einiger Entfernung auf einer kleinen Halbinsel bewegt. Wow, ein Bär, was für ein Glück. Schnell ist er zwar wieder in den Büschen verschwunden, wir freuen uns dennoch riesig.
Den Rückweg (ca. 2 Meilen) legen wir zu Fuß zurück. Gegen 16:30 Uhr sind wir zurück. Warm eingepackt spielt der kleine Mann auf der Picknickdecke während wir das Abendessen vorbereiten und den Grill und das Lagerfeuer anschmeisen.
Zum Abendessen gibt es, bereits gegen 17:45 Uhr lecker Steak sowie Zucchini und Maiskolben vom Grill, dazu Kartoffeln und ein kühles Bier, dazu ein toller Blick durch die Bäume auf den Half Dome. Nachdem der kleine Mann im Bett ist machen wir uns es anschließend bei einem Bier am Lagerfeuer bequem, eigentlich erwarten wir zudem noch Besuch von anderen Mitgliedern des „WoMo-Abenteuer.de“-Forums, die ebenfalls im Yosemite campen, aber irgendwie wird daraus leider nichts. (Dazu noch mehr)
Nachdem es trotz Lagerfeuer gegen 20:30 Uhr recht kühl wird, verkriechen wir uns ins Wohnmobil und fallen gegen 22 Uhr ins Bett.
Hallo Martina,
einen wunderschönen Tag hattet Ihr da im Yosemite und sogar mit Bärensichtung. Ein wirklich toller Park der mir immer wieder aufs neue gefällt.
Liebe Grüße
Gabi
Scout Womo-Abenteuer.de
Genieße jeden Tag, denn es könnte auch dein letzter sein