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16. Tag: Bluff, Utah - Monument Valley über die Goosenecks (31.8.2014)

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Babs72
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Beigetreten: 16.02.2014 - 10:55
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16. Tag: Bluff, Utah - Monument Valley über die Goosenecks (31.8.2014)
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Gefahrene Meilen: 
57 Meilen
Fazit: 
Von den Mormonen zu John Wayne

The Greatest Action Picture of all Time - mit diesem Slogan wurde der Film "Stagecoach" beworben, der erste Western, der im Monument Valley gedreht wurde (1938). Regisseur John Ford hat das Tal als Movie-Location entdeckt und noch für zahlreiche weitere Filme mit John Wayne verwendet.

Eigentlich ganz passend für unseren heutigen Reisetag, denn es geht bereits morgens um Helden, die ihre ganz eigenen Prüfungen zu bestehen hatten. Nach dem Frühstück im Twin Rocks Café and Trading Post, das man vom RV Park aus bequem durch ein kleines Wohngebiet schlendernd zu Fuß erreichen kann, gehen wir ins historische Fort Bluff, einem Freilichtmuseum, das von Freiwilligen gegründet wurde, die an die Besiedlung von Bluff durch mormonische Siedler erinnern möchten. Zu besichtigen sind zahlreiche alte log cabins (einige davon sogar im Original) und Planwagen, die die Siedlergruppe, die vom nordwestlich gelegenen Escalante kam, ins San Juan Valley gebracht haben. In ihrer sechs Monate langen Reise mussten sie unter anderem die Schlucht des Colorado River überwinden, in die sie sich beim "Hole in the Rock" einen Abstieg in den Fels schlugen, der über eine Meile fast senkrecht in die Tiefe ging.

Für die Kinder ist das Fort Bluff ein tolles Erlebnis: die beiden Volunteers, die am heutigen Sonntag Dienst schieben, freuen sich sichtlich über unseren Besuch und unser Interesse, legen extra den Info-Film in der deutschen Version ein und führen Lilly und Niki dann noch in die hohe Kunst des Lasso-Werfens ein. Eingefangen werden sollen Holzpferde – der Erfolg ist also garantiert. Der Eintritt in diese nette Museum ist frei - man spendet so viel, wie man möchte.

Gegen Mittag brechen wir dann in Richtung Monument Valley auf, die Fahrtetappe umfasst heute schlappe 57 Meilen. Unterwegs scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die eine Straßenseite - und die andere:

Anders als die mormonischen Siedler können wir in unserem Road“bärchen“ den fantastischen Schluchten, die die großen Flüsse hier in Southeast Utah in den Sandstein graben, etwas gelassener begegnen. So beim Goosenecks State Park, unserem einzigen Stopp, wo sich der San Juan River gleich mehrfach um die Felsen windet, so dass von oben betrachtet regelrechte "Gänsehälse" entstanden sind.

Eigentlich hatten wir vor, hier zu picknicken, aber bereits in Bluff hatten uns die Volunteers im Fort davor gewarnt, dass wir auf unserer Weiterfahrt heute mit Windböen von bis zu 35mph rechnen müssten. So sind die Goosenecks zwar spannend, aber doch recht ungemütlich.

Wir fahren deshalb gleich weiter ins kaum 30 Meilen entfernte Monument Valley, vorbei an einem kleinen Nest namens Mexican Hat, das seinen Namen von einer Felsformation erhielt, die an einen Sombrero erinnert. Klar, dass es vor Ort auch das "Hat Rock Inn" gibt.

Ganz auf Tourismus eingestellt ist auch das Monument Valley, wo wir an der Zufahrt zum Visitor Center mit Aussichtsterasse 20 Dollar bezahlen müssen, um einen Blick ins Tal werfen zu dürfen. Immerhin gilt die Quittung für zwei Tage, so dass wir morgen früh, wenn wir ins Tal hinabsteigen wollen, nicht wieder zahlen müssen.

Man kann den Navajo allerdings nicht vorwerfen, die eingenommenen Dollars nicht sinnvoll einzusetzen. Das Visitor Center ist ganz neu, die Aussichtsterrasse wunderschön platziert. Nebenan befindet sich das luxuriöse Hotel, von dem man bestimmt phantastische Sonnenauf- und untergänge beobachten kann. Heute besuchen wir nur die Ausstellung im Visitor Center und die großzügig angelegte Besucherterasse. Dort fotografieren wir natürlich auch vom John Wayne Viewpoint aus – als Kind eines ausgesprochenen Western-Fan waren dessen Filme ein ständiger Begleiter meiner Kindheit und Jugend.

Im Campingplatz angekommen – heute ist es der Goulding’s vor den Pforten des Valley -, stellt sich heraus, dass wir am Abend mit dem Shuttle-Bus ins kleine Theater der Goulding's Lodge fahren können, um einen Film anzuschauen. Man könnte natürlich glauben, dass wir uns dafür entscheiden, um bei unseren Kindern den Fernseh-Entzug zu lindern, den sie während dieses Urlaubs erleiden müssen. Allerdings sind wir uns gar nicht so sicher, ob sie uns während eines full-length feature films auf Englisch nicht einfach einschlafen. Der Grund ist deshalb ein anderer: Der Film heute Abend heißt "Stagecoach".

Liebe Grüße

Bärbel

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