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Tag 38: Durchfahrt Kootenay NP_ Vorbereitung auf Lake O'Hara_Stippvisite in Banff

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AnnSchi
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Beigetreten: 29.08.2018 - 08:38
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Tag 38: Durchfahrt Kootenay NP_ Vorbereitung auf Lake O'Hara_Stippvisite in Banff
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
Samstag, 27. Juli 2024
Gefahrene Meilen: 
156 Meilen
Fazit: 
Banff (Örtchen) muss nicht sein...und die Vorfreude auf Lake O'Hara steigt...

Wir schlafen aus und fahren erst gegen 11 Uhr los. Bei der Ausfahrt des Campground fragen wir den diensthabenden Ranger noch kurz nach einem Plan vom Kootenay National Park, den er uns natürlich gerne gibt. Hier sind die verschiedenen Viewpoints und Trailheads entlang des Kootenay Highways eingezeichnet. Wir stoppen an einigen Viewpoints. Die Sicht ist heute nicht besonders. Es ist bewölkt und möglicherweise beeinträchtigt auch Rauch aus umliegenden Waldbränden etwas die Sicht. Wir können aber nach wir vor nur einen leichten Rauchgeruch wahrnehmen - Rauchschwaden oder gar Feuer sehen wir glücklicherweise überhaupt keine. Viele der Parkplätze zu verschiedenen "Attraktionen"/ Trailheads an der Strasse entlang sind klein und eng und wir fahren da lieber nicht rein mit unserem Gespann. Am recht grossen Parkplatz zu den Paint pots stoppen wir dann aber doch und laufen den kurzen Weg zu den Paint Pots. Ein netter Spaziergang mit kleinen heissen Quellen/Fluss am Ende. Ist ganz hübsch anzusehen…aber wohl kein Musst-do. Zurück beim Parkplatz parken wir unser Gespann um. Ganz hinten beim Parkplatz hat es einen Loop mit Parkausbuchtungen und dazugehörigen Picknicktischen. Wir schnappen uns einen dieser Plätzchen und grillen Burger. Eigentlich wollten wir das draussen auf dem Tisch auf unserem kleinen Gasgrill machen. Der feuert aber heftig - wohl wegen dem runtergelaufenen Fett das verbrennt. Bei der aktuellen Trockenheit hier und dem generellen Feuerverbot fühlen wir uns nicht so wohl dabei und verlagern die Burger-pattys vom Grill in die Bratpfanne im Trailer. Sicher ist sicher.

 

  

 

  

 

Nach unserer Mittagspause fahren wir ohne Halt weiter bis Lake Louise. Sicher hätte man im Kootenay deutlich lohnenswertere Wanderungen machen können und wir haben ihm vermutlich unrecht getan, hier einfach mehr oder weniger durchzufahren. Aber er diente uns tatsächlich nur zur Durchfahrt nach Lake Louise…auf uns wartet das nächste grosse Highlight und das liegt nun mal nicht im Kootenay sondern im Yoho National Park - der Lake o’Haraheart

In Lake Louise angekommen stellen wir erfreut fest, dass hier keine Spur von Waldbränden sicht-/ oder riechbar ist. Die Vorfreude auf morgen steigt. Wir packen unsere Rucksäcke für die nächsten beiden Zeltnächte oben am Lake o’Hara. Tatsächlich war Lake o’Hara ja nur als Alternativprogramm zum Assiniboine Provincial Park gedacht. Ein ambitiöses Alternativziel. Denn ein Backcountry Permits für Lake o’Hara ist mit Sicherheit nicht leichter zur kriegen, als eines für Mount Assiniboine.  Die Backcountry-Permits für Lake o’Hara werden im Januar für die ganze Saison vergeben. Assiniboine ist ein Provincial Park in BC und hier werden die Permits erst 4 Monate vor dem exakten Reisedatum vergeben. So kam es also, dass zuerst die „Alternative“ dran war. Lake o’Hara soll angeblich das begehrteste Backcountry-Permits überhaupt sein in den kanadischen Rockies. Das dürfte vor allem auch daran liegen, dass das Backcountry Camping am Lake o’Hara nur wenig mit echtem Backcountry zu tun hat. Zum einen ist der Campground super  bequem und günstig erreichbar - nämlich mit dem Bus, der automatisch bei der Reservation des Campgrounds inkludiert ist. Zum anderen bietet der Campground dort oben allen erdenklichen Luxus. Unterstände mit Tischen/Bänken für schlechtes Wetter, grosse bärensichere Schränke, ausgewiesene Campsites mit komplett ebenen Tent-peds und sogar beleuchtete Toiletten mit Wasserspülung (die saubersten Toiletten im ganzen kanadischen Backcountry Campings - vermutlich sogar Frontcountry Campings - wie uns die Rangerin morgen bei Ankunft versichern wird)—sowie Trinkwasser. Ranger sind täglich anwesend, die Lake o’Hara Lodge ist nicht weit, wo man sogar dinieren könnte und im Relais, eine kleine Blockhütte mit Infos zum Park, soll es den leckersten Karottenkuchen überhaupt geben. Anders als der Bus für Tagesbesucher werden die Permits fürs Backcountrycamping grundsätzlich nicht im Lotterieverfahren vergeben. Die Reservation funktioniert wie für die Frontcountry Campsites über das Parks Canada Reservationssystem. Man kommt in eine virtuelle Warteraum und bekommt dann eine Nummer in der Warteschlange zugeteilt sobald das Buchungsfenster öffnet. Ist also keine Lotterie im klassischen Sinne aber die Nummern in der Warteschlange werden nach Zufallsprinzip verteilt - also nix mit der Schnellere gewinnt. Wobei, wenn man mal drin ist, sollte man trotzdem schnell sein und das System gut kennen - ansonsten kann es ganz leicht passieren, dass man trotz tiefer Nummer in der Warteschlange leer ausgeht. Das Buchungssystem für Backcountry-Camping ist nämlich etwas tricky. Ich habe dafür tatsächlich eine ganze Weile vorher trainiert mit anderen kanadischen Backcountry Regionen, deren Buchungsfenster früher als Lake o'Hara geöffnet hatten. Fortuna war uns sehr gnädig an diesem 25. Januar 2024laugh Ich war im virtuellen Warteraum und als es dann Punkt 16 Uhr los ging, kam ich direkt ins Buchungssystem rein - ich war also quasi in der ersten Gruppe, die reservieren rein gelassen wurde. Es hat tatsächlich einen Moment gebraucht, bis ich realisiert habe, was gerade passiert ist und ich war ultranervös als ich es dann endlich kapiert habe, und angefangen habe am Handy rumzufummeln. Den Buchungsprozess am Handy durchzuführen hat das Ganze nicht grad erleichtert. Ich war mit Handy und PC eingeloggt. Das glückliche Händchen hatte ich mit dem Handy. Am PC hab ich irgend eine Wartenummer in den Tausendern gehabt, genau wie mein Mann der auch mit zwei Geräten eingeloggt war. Aber ich habs dann auch mit Handy geschafft und konnte  3 Nächte in Folge buchen. Juhuuuuu…die Freude war riesengrossheart 

 

Zurück zum hier und jetzt. Rucksäcke sind gepackt und wir entscheiden uns nach Banff zum Abendessen zu fahren. Mit dem Jeep geht das ja problemloswink Mit Womo wären wir mit Sicherheit an diesem Abend nicht mehr nach Banff gefahren (was aber auch nicht sooo schlimm gewesen wärewink).  2019 als wir schon in der Gegend unterwegs waren haben wir das Örtchen Banff ganz bewusst links liegen gelassen. Jetzt ergibt sich die Gelegenheit und so fahren wir los. Wir nehmen den Bow Valley Parkway der quasi parallel zum Trans Canada Highway verläuft. Der Bow Valley Parkway ist zwar der längere, kurvigere aber auch schöner Weg und bietet gute Chancen auf Bärensichtungen. Wir halten an 1-2 Aussichtspunkten und sehen tatsächlich einen Schwarzbären am Strassenrand - juhuuu der erste Bär dieses Urlaubes (leider ohne Foto). Wenn wir wüssten, was uns im Glacier NP in Montana noch erwartetwink 

 

  

 

Wir Parken in einem Parkhaus in Banff Downtown und erreichen so das Zentrum problemlos zu Fuss. Erwartungsgemäss ist es hier völlig überfüllt und wir sind uns einig, ein Besuch hier muss nicht sein. Aber da wir schon mal da sind, flanieren wir Strasse entlang. Gehen im Stakehouse essen. Wohl gemerkt kommen wir erst mal auf die Warteliste. Immerhin können wir aber einfach die Handynummer angeben und kriegen eine Meldung sobald der Tisch frei wird. Die Zeit überbrücken wir in einem Christmasshop und kaufen uns Weihnachtsschmuck - einen kleinen Airstream-Trailer mit farbigen Lichtern. Wir hatten uns schon im Yellowstone Weihnachtsschmuck gekauft und finden das eine ganz nette Tradition. Das kann man wenigstens zu was gebrauchen und macht den Weihnachtsbaum etwas aussergewöhnlich. Nach dem Essen fahren wir zurück nach Lake Louise. Diesmal über den Trans Canada Highway, den es ist mittlerweile dunkel.

 

  

 

  

 

  

Wir geniessen unsere kuscheligen Betten...ab morgen heisst's wieder Luftmatratze im Zeltfrown 1-2 mal hören wir den Zug der direkt hinter dem Campground in Lake Louise durchfährt. Recht laut…gehört zu Kanada dazu und stört uns nicht weiter. Wir schlafen jedenfalls sehr gut...trotz steigender Vorfreude auf morgen.

Liebe Grüsse

AnnSchi


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